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Alfred "Aki" Schmidt, der in Berghofen nur "Ackett" genannt wurde, hatte den Kontakt zum Dortmunder Süden nie verloren. Ob Klassentreffen oder der Einsatz für Projekte vor Ort - "Ackett" war da.

Berghofens bekanntester Sohn

Freundin erinnert sich an BVB-Legende Aki Schmidt

BERGHOFEN - Er war wohl Berghofens bekanntester Sohn. Alfred Schmidt, in Berghofen nur „Ackett“ genannt, verstarb letzte Woche Freitag im Alter von 81 Jahren. Die BVB-Legende wuchs in der Keebuschstraße auf. Einen Steinwurf entfernt vom historischen Steigerturm, auf dessen Vorplatz er mit den Jungs aus dem Dorf gepöhlt hat, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Eine Freundin erinnert sich.

„Wenn sie nicht genug waren, dann durfte ich auch mitmachen. Ich musste dann ins Tor,. Aber wehe, ich kriegte ein paar Dinger rein“, erinnert sich Renate Wamper. Die 81-Jährige wohnte in der gleichen Straße, nur ein paar Häuser weiter und kannte ihn gut, den Jungen, für den der Fußball alles war. „Im letzten Jahr, auf einer Beerdigung eines guten Freundes aus Berghofen habe ich ihn zuletzt gesehen“, sagt Renate Wamper. Kennengelernt hat sie den „Ackett“ („so haben wir ihn in Berghofen immer genannt - und so wird er auch immer heißen“) 1945. In der Volksschule am Hirschweg. 50 Jungen in der einen Klasse, 50 Mädchen in der anderen.

"Is dem Pocke sein Olle da"

Schon damals trafen sich die Jungs am Steigerturm, um mit allem, was so aussah wie ein Ball, auf Torejagd zu gehen. Mit dabei auch immer Renate Wampers älterer Bruder mit dem Spitznamen „Pocke“. Renates Vater, ein Bergmann, sah das nicht so gerne und verjagte die Jungs ein ums andere Mal. „Is dem Pocke sein Olle da“, war daher auch immer zu vernehmen, wenn „Ackett“ aufkreuzte, um mal wieder ungestört zu pöhlen.

„Wenn mein Bruder oder mein Vater gewusst hätten, dass Ackett und ich uns heimlich getroffen haben, dann wäre was los gewesen“. 15 waren „Ackett“ und Renate da. „Da hat er mir schon Zettelchen unter der Haustür durchgeschoben. Da hing der Haussegen immer schief.“ Aber schon zu der Zeit ging der Fußball vor.

„Er hat mich oft deswegen versetzt.“ Die große Liebe wurde es für die beiden nicht, sie blieben aber immer gute Freunde. Das zeigten auch die vielen Postkarten, die Alfred Schmidt der Renate von den Auswärtsspielen mit dem BVB oder der Nationalmannschaft schickte. 1956 aus England, 1957 aus Amsterdam und Prag. Mit dem Motorroller fuhr Renate ins Stadion-Rote-Erde zu den Spielen des BVB. Da wurde „Ackett“ schon „Aki“ genannt. „Einmal holte er mich mit seinem Karman Ghia Cabrio von zuhause ab, da war ich stolz wie Oskar.“

Ein Berghofer Junge ist für immer gegangen

„Ackett“ Schmidt hatte nie den Kontakt nach Berghofen verloren. „Er hat uns nie vergessen“. Die „ehrliche Haut“ traf sich regelmäßig mit den Jungs vom SV Berghofen, mit denen er vor dem Wechsel zu Borussia Dortmund gekickt hatte. Ein ums andere Mal ließ er es sich auch nicht nehmen, bei den Klassentreffen vorbeizuschauen. „Beim letzten, im August, war er nicht da. Da ging es ihm wohl nicht so gut“, sagt Renate Wamper. Dass „Ackett“ dort nun gar nicht mehr auftauchen wird, kann sie noch gar nicht richtig begreifen. Ein Berghofer Junge ist für immer gegangen.

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