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Sie sind im Klinikum Vest ins Projekt „Beruf mit Aussicht“ gestartet: (v.l.) Gholam Said Ali Zadeh, Slava Saadi, Omar Al-Mahdawi und Selahelddin Rasho.

"Beruf mit Aussicht"

Klinikum Vest führt Geflüchtete an Pflege-Ausbildung heran

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RECKLINGHAUSEN/MARL - An den Standorten Knappschaftskrankenhaus RE und Paracelsus-Klinik Marl bereiten sich vier junge Geflüchtete auf eine Krankenpflege-Ausbildung vor.

Dafür haben drei Partner ein Konzept entwickelt, dessen Untertitel „machen – nicht reden“ heißen könnte. Peter Huthmacher, Geschäftsführer des Klinikums Vest: „Das gelingt nur, wenn man im Team zusammenarbeitet – wenn alle wollen, funktioniert es.“ Das Team sind im konkreten Fall das Klinikum selbst, das Jobcenter Recklinghausen, das Bildungszentrum des Handels in Recklinghausen.

Auf ein Jahr ist das Praktikum der Syrerin Slava Saadi, des Afghanen Gholam Said Ali Zadeh, des Irakers Omar Al-Mahdawi und des Syrers Selahelddin Rasho angelegt, dann sollen sie fit für die Ausbildung sein. Die Recklinghäuser Vize-Bürgermeisterin und CDU-Politikerin Marita Bergmaier erinnert sich: „Als 2015 Menschen aus ihrer zerstörten Heimat zu uns kamen, hieß es, dass alle mitanpacken sollen, um Geflüchtete unterzubringen und zu versorgen. Aber das konnte nicht alles sein – es muss doch etwas danach kommen. Man kann sich nicht damit zufrieden geben, dass alles irgendwie schwierig ist. Ja, Integration ist schwierig, aber einfach kann jeder.“

Sprachkompetenz ist der Schlüssel zum Erfolg

Bergmaier nahm mit dem Klinikum Vest Kontakt auf, Jobcenter und Bildungszentrum stiegen ein. Alle haben von Anfang an ihre Kompetenz beigesteuert: Das Klinikum leistet den Praxiseinsatz in den beiden Krankenhäusern und die theoretische Anleitung. Das Jobcenter RE hat gleich zu Beginn die Auswahl und Betreuung von Bewerbern übernommen, sichert das Projekt formal und wirtschaftlich mit seinen Fördermöglichkeiten – es geht immer auch ums Geld für berufliche Qualifikation.

Das Bildungszentrum des Handels, bekanntermaßen einer der großen Sprachkurs-Anbieter, steuert schließlich seine Expertise in der Sprachförderung bei. Sie gilt als entscheidender Schlüssel zum Erfolg. „Wir verfügen über die Spezialisierung im Bereich Medizin/Gesundheit“, erklärt Geschäftsführerin Gabriele Bultmann bei einer Projekt-Zwischenbilanz.

Aussicht, ein eigenständiges Leben aufzubauen

Offenkundig brennen die vier jungen Leute für das Projekt. Der Titel „Start in einen Beruf mit Aussicht“ ist gewollt mehrdeutig, natürlich – auch das gehört zur Wahrheit – wirkt sich berufliche Qualifikation auf die sogenannte Bleibe-Perspektive aus. Es geht um nicht weniger als um die Aussicht, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen.

Wie geht es weiter? Britta Gladel leitet die Personalentwicklung des Klinikums Vest, sie hat viele kommen und gehen sehen, in Sachen Menschenkenntnis macht man ihr so leicht nichts vor. „Auf den Stationen hat man die Praktikanten als nette und hilfsbereitete Kollegen schätzen gelernt – und man bedauert es regelrecht, wenn sie im Rahmen des Praktikums wechseln.“

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