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Andreas Wieczorek und sein Rechtsanwalt Dr. Michael von Glahn (rechts) beim Prozessauftakt.

Berufungsprozess am Landgericht

Schmerzpatient will selbst Cannabis anbauen

DORTMUND - Darf ein Schmerzpatient seine eigene Cannabis-Plantage betreiben, wenn er sich die teuren Medikamente nicht leisten kann? Diese Frage beschäftigt seit Donnerstag das Landgericht. Die Staatsanwaltschaft setzt alles daran, dass der 46-jährige Dortmunder Andreas Wieczorek für seine Pflanzenzucht in einem Keller bestraft wird.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Unna den Angeklagten tatsächlich freigesprochen. Dagegen geht die Staatsanwaltschaft nun in der Berufung vor. Tatsache ist, dass Andreas Wieczorek einer von rund 400 Menschen in Deutschland ist, der legal Cannabis-Medikamente gegen seine chronischen Schmerzen einnehmen darf.

Fakt ist aber leider auch, dass sich seine Krankenkasse weigert, die Kosten für die teuren Tropfen zu übernehmen. „Ohne Cannabis kriege ich sofort wieder Schmerzschübe“, klagte der Angeklagte am Donnerstag im Gericht. Er habe einfach keinen anderen Ausweg gesehen, als die „Medizin“ selbst anzubauen.

Wieczorek baute Plantage mit Hilfe von Zoobedarfs-Artikeln auf

Um seine Plantage erfolgversprechend zu betreiben, hatte sich der 46-Jährige damals eingehend im Internet informiert. Die Ausrüstung besorgte er sich in diversen Zoobedarfs-Geschäften, die Samen und Stecklinge bekam er unter der Hand. „Man kann so etwas wirklich auf der Straße kaufen. Man muss nur wissen, wo man fragt“, sagte der Angeklagte geheimnisvoll.

Den Vorschlag des Landgerichts, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen, lehnte Andreas Wieczorek am Donnerstag ab. Er will weiter kämpfen. Für einen Freispruch und damit für die Erlaubnis, auch in Zukunft Cannabis anbauen zu dürfen.

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