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„Die Ausbildung bei Evonik hat Spaß gemacht“, sagt Björn Gerritzen.

Bestenehrung der IHK

Björn Gerritzen gehört zu Deutschlands Top-Azubis

MARL - Für seine Leistungen in der Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei Evonik ist der 22-Jährige in Berlin besonders belohnt worden.

Wenn Björn Gerritzen eine Aufgabe übernimmt, dann möchte er sie möglichst perfekt und ordentlich ausführen. „Das habe ich wohl von meinem Vater“, sagt der 22-jährige Halterner und lächelt. Auch an seine Prüfung zum Anlagenmechaniker ist er wohl so herangegangen, denn er lieferte zum Abschluss seiner Ausbildung bei Evonik in Marl eine Spitzenleistung ab.

Dafür wurde Björn Gerritzen jetzt bei der Nationalen Bestenehrung der Industrie- und Handelskammer im Berliner Maritim-Hotel ausgezeichnet. Der Festredner dort: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt er in seiner Ausbildungswerkstatt zur überraschenden Einladung in die Hauptstadt. Es sei für ihn schon unerwartet gewesen, zu den landesbesten Azubis zu gehören. Diese Ehrung hatte in Köln stattgefunden, unter anderem mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Schon als Knirps hat Björn Gerritzen mit seinem Vater Jörg viel gebastelt. Der sei in der Familie „ja eher der Holzwurm“. Beim Sohn wurde durch den Umgang mit verschiedenen Materialien und Formen das Interesse für große Maschinen geweckt. „Als Kind wollte ich ja immer Baggerfahrer werden“, erinnert sich der 22-Jährige. Zum Glück für das Unternehmen Evonik hat er sich dann doch noch anders entschieden.

Nach dem Besuch der Alexander-Lebenstein-Realschule in Haltern wechselte Björn Gerritzen auf das Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen und legte dort das Vollabitur mit der Fachrichtung Maschinenbau ab. Im September 2015 begann dann die technische Ausbildung in Marl.

Dafür brachte der junge Halterner offenbar die richtigen Voraussetzungen mit. Dazu gehören laut Patrick Wessel, Ausbilder bei Evonik, eine gute Auffassungsgabe, räumliches Vorstellungsvermögen und ein Draht zur Mathematik sowie eine ordentliche Portion Motivation. Mit seinem erstklassigen Abschluss, bei dem er in fast allen Bereichen den Wert von 100 Prozent erreichte, überraschte Björn Gerritzen aber auch seine Betreuer im Betrieb.

Der Zusammenhalt in der Gruppe ist groß

Er hat seine Prüfung nämlich um ein halbes Jahr vorgezogen, weil er schon in seiner Teilabschlussprüfung so überzeugt hatte. „Normalerweise schließen die Vorzieher eine Note schlechter ab als in ihren bisherigen Prüfungen“, erklärt Ausbilder Patrick Wessel. Björn Gerritzen aber hielt sein hervorragendes Niveau und wurde dafür belohnt.

„Vielen jungen Menschen fehlt heute die Identifikation mit ihrem Beruf. Ihnen sei es egal, was sie arbeiten oder bauen“, meint Patrick Wessel. Das sei bei Björn Gerritzen nicht so, verrät er wohl ein Geheimnis für dessen Erfolg.

„Ich finde es natürlich extrem cool“, sagt dieser zu seinen Ehrungen und fügt dann hinzu: „Ich muss es aber jetzt nicht jedem erzählen und damit prahlen.“ Zur Feier nach Berlin ist er – wie schon nach Köln – gemeinsam mit den Eltern gefahren.

Die Ausbildung bei Evonik habe auf jeden Fall Spaß gemacht, sagt der frisch gebackene Facharbeiter und stellt den großen Zusammenhalt in der Gruppe und die vielen Möglichkeiten einer Werkstatt in einem Industrieunternehmen heraus. Die Azubis hätten viel Unterstützung erfahren und seien gut auf ihre Prüfungen vorbereitet worden. „Wir haben uns auch gegenseitig geholfen“, beschreibt Björn Gerritzen das Teamwork. Bei Evonik hat er nun einen unbefristeten Vertrag unterschrieben. Seine Karriereplanung geht weiter. Er besucht die Meisterschule für Handwerker der Fachrichtung Metall. Dafür muss er zweimal in der Woche nach der Arbeit die Schulbank drücken. Einen Prüfungsteil hat er schon während seiner Ausbildung hinter sich gebracht. Außerdem macht der Halterner gerade seinen Lkw-Führerschein. Die Kosten trägt der Betrieb. Viel Freizeit für Hobbys wie Handball – Björn Gerritzen ist Torwart beim HSC Haltern-Sythen – oder Angeln bleibt nicht. Er setzt darauf, dass die Zeit, die er für den beruflichen Werdegang opfert, gut investiert ist. „Ich hoffe auf eine Perspektive an diesem Standort“, blickt Björn Gerritzen in die Zukunft. „Mit dem, was Björn in seine Bewerbung schreiben kann, hat er sicher gute Chancen“, ist sich sein Ausbilder sicher.

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