Betonschäden

Parkhaus Westentor ist ein Sanierungsfall: Bis Ende 2019 geschlossen

Schäden im Stahlbeton, schlechter Brandschutz: Das Parkhaus am Westentor ist ein Sanierungsfall. Autofahrer haben über Jahrzehnte einen Schädling hineingefahren.

Mit 6,6 Millionen Euro müssen die Stadt Dortmund und der Spar- und Bauverein das 34 Jahre alte Parkhaus am Westentor sanieren. Die Anlage mit über 500 Parkplätzen gehört zu den größten Dortmunder Parkhäusern. An ihr nagt der "Zahn der Zeit": Über Jahrzehnte konnten von Autofahrern hineintransportierte Nässe und Streusalz in die Böden eindringen und den Stahlbeton beschädigen. In einigen Bereichen ist Material auf den Boden gefallen.

ADAC-Note "mangelhaft"

Das Dortmunder Spezialbauunternehmen Köchling saniert die Substanz und modernisiert die gesamte Anlage. Der ADAC hatte dem Parkhaus bereits die Note "mangelhaft" gegeben. Nach den bis Ende 2019 dauernden Bauarbeiten soll die Anlage mit der Zufahrt an der Schmiedingstraße am Westentor für Autofahrer besonders attraktiv sein:

Mit Kernbohrungen musste das auf Stahlbeton spezialisierte Dortmunder Traditions-Unternehmen Köchling die Substanz untersuchen und den Korrosionsgrad ermitteln. Wo Nässe und Streusalz in das Material eindringen konnten, ist das Material zersetzt worden. Rost nagte an den Stahlstreben. Beim Klopftest klingt das Material hohl. Einige Parkplätze sind gesperrt worden, weil die Substanz stark beschädigt war.

Um solche Schäden zu vermeiden, erhält der neue Boden eine Schutzschicht, wie sie in modernen Parkhäusern üblich ist. "Früher hat man da nicht so drauf geachtet", sagte Peter Westermeyer vom Fachbereich Liegenschaften der Stadt Dortmund.

Da die Stadt und der Spar- und Bauverein etwa 70 Parkboxen in Komfort-Parkplätze umwandeln, sinkt die Zahl der Parkplätze insgesamt deutlich. Von den aktuell 500 Parkplätze sollen knapp über 400 übrig bleiben. Öffentlich vermietet wurden bisher ohnehin nur etwa 370 - alle anderen Stellplätze nutzten Mieter und Mitarbeiter des Spar- und Bauvereins. Die Stadt-Tochter "DoPark" betreibt das Parkhaus auch nach den Bauarbeiten. Geschäftsführer Simon Kinz kündigte eine Preiserhöhung an. Die genauen Parkpreise stehen noch nicht fest.

Die Parkplatzsuche im Advent

Während der Bauarbeiten fehlen in der Innenstadt rund 500 Parkplätze. Vor allem in der Adventszeit verschärfe das die Suche nach einem Parkplatz, sagte Simon Kinz. DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth winkt mit dem Nahverkehrs-Fahrplan: "Im Weihnachtsgeschäft wird es auch in unseren Bussen und Bahnen kuschelig, aber ein paar Fahrgäste mehr können wir verkraften." Die großen Park & Ride-Parkplätze am Hauptfriedhof und am Remydamm sind allerdings an den Adventssamstagen ausgelastet.

Weniger Autos in den Innenstädten

Simon Kinz sieht dennoch kein großes Verkehrs-Chaos auf Dortmund zurollen: "Wie in allen deutschen Großstädten geht auch in Dortmund die Zahl der Pkw-Fahrten in die Innenstadt leicht zurück."

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