Bewährungsstrafe

41-Jähriger muss Therapie machen, nachdem er Spielhalle mit Dönermesser überfallen hatte

Mit einem Dönermesser stürmte ein 41-Jähriger Ende April in eine Spielhalle in der Nordstadt. Die 1200 Euro Beute haute er sofort wieder auf den Kopf. Am Mittwoch wurde er verurteilt.

Der Überfall auf eine Spielhalle Ende April darf getrost als Verzweiflungstat eines spielsüchtigen Mannes bezeichnet werden. Denn der 41-Jährige hatte bei dem Raubzug nicht nur so gut wie alles falsch gemacht, sondern darüber hinaus auch nicht lange Freude an seiner Beute.

Das Geld wanderte sofort wieder in diverse Spielautomaten, von denen Staatsanwalt Heiko Artkämper in seinem Plädoyer sagte: "Die Dinger versprechen zwar Glücksspiel. In Wahrheit ist aber alles darauf ausgelegt, dass man an ihnen einfach kein Glück haben kann."

Mehr als vernünftiges Leben

Der Angeklagte, der in der Türkei geboren wurde und neben der türkischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist das lebende Beispiel für diese These. Obwohl er nur zwei Jahre in der Schule war und die ersten Jahre in relativer Armut verbracht hat, hatte er es in Dortmund zu einem mehr als vernünftigen Leben gebracht. Er hatte eine Frau, betrieb einen Kiosk, der gut lief, und verbrachte seine Abende gerne im Kleingarten.

Dann aber kam der Tag, an dem eine Spielhalle in der Nähe des Kiosks eröffnete - und damit war es um das beschauliche Leben des Mannes geschehen. Erst verzockte er den Kiosk, dann verließ ihn seine Frau und schließlich ging sogar die Gartenlaube drauf, die ihm zuletzt noch als Wohnstatt gedient hatte.

Der Täter machte drei Fehler

Dass er den Überfall ausgerechnet in der Spielhalle beging, in der er Stammgast war und die Stunden zuvor verbracht hatte, war der erste Fehler des Täters. Der zweite: Er hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, vorher die Kleidung zu wechseln. Und dass er gerade einmal seinen Mund mit einer Art Maske bedeckte, als er die Aufsicht mit einem langen Dönermesser bedrohte, war der dritte Fehler.

"Natürlich habe ich ihn sofort erkannt", sagte die Zeugin am Mittwoch im Prozess vor dem Landgericht. Doch noch ehe sie die Polizei auf den Täter hinweisen konnte, hatte dieser sich schon selbst gestellt und alles zugegeben.

Therapie als Auflage

Im Prozess schaffte es der 41-Jährige, alle Beteiligten davon zu überzeugen, dass es besser ist, ihn nicht weiter einzusperren. Nach mehr als sechs Monaten in Untersuchungshaft ließen ihn die Richter frei und verurteilten ihn zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Die Auflage: Der Angeklagte muss eine Therapie machen, die ihn von der Spielsucht befreit. Schwänzt er die Sitzungen, muss er wieder ins Gefängnis.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Axt-Angreifer gesteht brutale Tat, Firma bringt 100 neue Jobs ins Vest, Doppel-Unfall in Marl
Axt-Angreifer gesteht brutale Tat, Firma bringt 100 neue Jobs ins Vest, Doppel-Unfall in Marl
100 neue Jobs in Datteln: Dieses Unternehmen siedelt sich im Gewerbegebiet "Zum Schleusenpark" an
100 neue Jobs in Datteln: Dieses Unternehmen siedelt sich im Gewerbegebiet "Zum Schleusenpark" an
Noch ein Unfall: Auch an der Kreuzung Hervester Straße / Schillerstraße hat es gekracht
Noch ein Unfall: Auch an der Kreuzung Hervester Straße / Schillerstraße hat es gekracht
Sorge um Boa Constrictor aus Datteln: Gefundene Würgeschlange in "keinem guten Zustand"
Sorge um Boa Constrictor aus Datteln: Gefundene Würgeschlange in "keinem guten Zustand"
Fahndung nach Diebstahl in Bottrop: Wenn Sie diese Frauen sehen, rufen Sie sofort die Polizei!
Fahndung nach Diebstahl in Bottrop: Wenn Sie diese Frauen sehen, rufen Sie sofort die Polizei!

Kommentare