Bewährungsstrafe

Marihuana auf dem Dachboden angebaut

RECKLINGHAUSEN - Ein 49-jähriger Recklinghäuser ist am Amtsgericht zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe auf Bewährung sowie einer Zahlung von 1000 Euro an den Verein "Leben ohne Gewalt" verurteilt worden. Der Mann hatte auf einem Dachboden eine Marihuana-Plantage angelegt - und war aufgeflogen.

Im Osten der Stadt hatten Drogenfahnder vor einem Jahr rund 80 Pflanzen sowie Setzlinge und Dünger aufgespürt. Außerdem gab es eine Beleuchtungsanlage und eine Vorrichtung zum Trocknen. Trotzdem wollten die Richter nicht von einem Profi-Anbauer reden. Der Angeklagte will die Plantage eigentlich nur angelegt haben, um seine Halswirbelschmerzen zu kurieren. Ein Arzt hatte ihm sogar schriftlich attestiert, dass THC in seinem Fall hilfreich sein kann.

„Ich habe deshalb geguckt, dass ich mich selber versorge“, erklärte der 49-Jährige im Prozess. Dass es sich ausschließlich um Drogen für Eigenkonsum gehandelt hat, wollte der Angeklagte allerdings nicht behaupten. Vor Gericht gab er unumwunden zu, dass er auch einen Teil seiner Ernte an Freunde und Bekannte verkauft hat.

Nach einer wilden Jugendzeit mit rund 20 Vorstrafen ist der Angeklagte inzwischen ruhig geworden. Er ist als Künstler selbstständig. Die Richter sprachen am Ende von einem ungewöhnlichen Fall. „Der Angeklagte hat die Plantage nicht angelegt, um reich zu werden und viele Menschen zu versorgen“, hieß es im Urteil.

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