Bewerbung um Uno-Konferenz

In Dortmund soll über die Zukunft der Städte in der ganzen Welt beraten werden

Oberbürgermeister Ullrich Sierau treibt eine Bewerbung Dortmunds als Gastgeberstadt für das "World Urban Forum" der Uno im Jahr 2022 voran. Dafür sind aber noch einige Hürden zu nehmen.

Immer größer, immer voller werden weltweit viele Städte. Dieser Trend zur Urbanisierung war einer der Gründe für die Vereinten Nationen, im Jahr 2001 das World Urban Forum ins Leben zu rufen. Es ist die weltweit wichtigste Konferenz, um über die Probleme der Städte zu beraten.

Mehr als 20.000 Teilnehmer aus mehr als 150 Ländern, darunter viele offizielle Regierungsvertreter, kamen im Februar dieses Jahres zum neunten World Urban Forum in Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, zusammen, um vor allem über Wohnen, Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung zu beraten. Vorher fand die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Uno-Konferenz unter anderem in Nairobi, Barcelona, Vancouver, Neapel und Rio des Janeiro statt. In diese illustre Reihe will sich nun auch Dortmund einreihen - als mögliche Gastgeberstadt des Forums im Jahr 2022.

Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung

Die Bewerbung Deutschlands als Gastgeberland ist schon beschlossene Sache. Sie ist Teil des im März geschlossenen Koalitionsvertrages für die Bundesregierung zwischen CDU, CSU und SPD. "Wir wollen das World Urban Forum 2022 in Deutschland ausrichten", heißt es dort im Kapitel zu Stadtentwicklung und Baukultur.

Im Rahmen einer USA-Reise einer Dortmunder Delegation im April erfuhr Oberbürgermeister Ullrich Sierau in New York City vom deutschen Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jürgen Schulz, dass sich bislang noch keine deutsche Stadt beworben habe, um das "World Urban Forum" auszurichten. Eine solche Konferenz in Dortmund? "Könnte ich mir vorstellen", sagte Sierau zu Schulz.

Inzwischen ist auch die Bundesregierung über die Bereitschaft der Stadt informiert. Ende September trug der OB bei einem Treffen mit Ministeriumsvertretern in Bonn die Idee vor. Man habe "freundliche Zustimmung" bekommen, bilanziert Sierau. Und auch die NRW-Landesregierung sei schon im Boot. "Wir bekommen starke Unterstützung durch Ministerpräsident Armin Laschet - auch gegenüber dem Bund", berichtet der Oberbürgermeister.

Netzwerk aus Unterstützern

Wenn die Dortmunder Politik mitzieht, will die Stadtspitze in den nächsten Monaten um weitere Unterstützer werben. Sierau denkt an ein Netzwerk vom Städtetag bis zu den Partnerstädten, aus nationalen und internationalen Unternehmen und Organisationen.

Bis Mitte Januar soll sich klären, ob es weitere Bewerberstädte in Deutschland gibt. Und auch die Bundesregierung muss sich noch die Karten legen und vor allem die Finanzierung sicherstellen. Die Federführung liegt beim Bundesinnenministerium mit dem für Stadtentwicklung zuständigen Staatssekretär Gunther Adler. Mit ihm führte Sierau am Rande der Immobilienmesse Exporeal in München in der vergangenen Woche ein Gespräch - und sieht sich nun in den Bewerbungsambitionen bestärkt.

Entscheidung soll im April 2019 fallen

Sollte Dortmund als deutsche Bewerberstadt ins Rennen gehen, gibt es allerdings auch noch internationale Konkurrenz. Dem Vernehmen nach soll es bei der Uno auch Bewerbungen aus Russland und China geben. Welches Land den Zuschlag bekommt, entscheidet sich nach dem Fahrplan des Uno-Habitat-Programms im April nächsten Jahres. Im Juni soll dann schon die Vereinbarung über die Veranstaltung des 11. World Urban Forums unterzeichnet werden und die Vorbereitung starten.

Sierau ist überzeugt, dass sich Dortmund und die Metropole Ruhr auch international behaupten kann. Er verweist auf die Auszeichnung als nachhaltigste Stadt Deutschlands 2014 und Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung, für die zuletzt das "Nordwärts"-Projekt mit einem europaweiten Preis ausgezeichnet wurde. Mit den Westfalenfallen hätte man einen erprobten Ort für Großveranstaltungen.

Offen ist, ob das auch die Dortmunder Politik so sieht. Voraussichtlich im Dezember sollen die Ambitionen Dortmunds als Gastgeber für das World Urban Forum 2022 Thema der Ratssitzung sein.

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