Bilanz der Jagdwoche

Darum schießen Jäger in Dorsten auf Füchse

Dorsten - Sieben Füchse haben Mitglieder des Hegerings Herrlichkeit Lembeck in den vergangenen Tagen erlegt. Naturschützer sind entsetzt, doch die Jäger verteidigen den Abschuss. Die Raubtiere seien eine Gefahr - auch für Menschen.

Es war nur eine kleine Strecke, die die Jäger am Wochenende auslegten. Sieben Tiere aus 42 Jagdbezirken in Dorsten waren am Ende der Fuchsjagdwoche tot und lagen auf dem Waldboden vor der Jagdhütte von Graf Merveldt in Lembeck. Später wurden sie in Folie verpackt, damit sie "frisch bleiben". Irgendwann wird ihnen das Fell über die Ohren gezogen, "das ist im Winter wertvoller als im Sommer", weiß Hermann Wolff. Was vom Fuchs übrig bleibt, kommt in die Tierkörperverwertungsanstalt.

"Willkürliche Abschlachtungen"

Hermann Wolff ist Vorsitzender des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und beschreibt das Schicksal der Raubtiere emotionslos. Anders als der Landesvorsitzende des BUND, Holger Sticht. Er spricht von "willkürlichen Abschlachtungen", die gesetzeswidrig seien, "weil der Fuchs keine Tierart gefährdet". Das sieht Wolff, der auch Geschäftsführer des "Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger" ist, ganz anders. Füchse seien die "Haupt-Predatoren" für Bodenbrüter und Niederwild. Das klingt nach Dinosaurier, beschreibt aber, dass der kleine Fuchs ein Räuber ist, der nicht nur die Gans stiehlt.

200 Füchse pro Jahr

Etwa 200 Füchse werden deshalb pro Jahr in Dorstens Wäldern erlegt. Eine Geduldsprobe. Die Jäger harren nachts stundenlang in Hochständen aus, hoffen auf gutes Mondlicht und dass im richtigen Moment ein Fuchs des Weges kommt. Verschont werden nur Elterntiere, die gerade Welpen großziehen. Zur Jagd gibt es aus Sicht des Hegering-Chefs keine Alternative. "Wird die Population zu groß, drohen Epidemien. Staupe und Räude machen Hunde krank, der Fuchsbandwurm kann für Menschen lebensgefährlich werden." Weil der Parasit im Kot die Leber zerstört.

Die Nähe zum Menschen

Füchse suchen tatsächlich immer häufiger die Nähe zu Menschen, werden "urbanisiert", erklärt Hermann Wolff. "Das Nahrungsangebot im Wald und auf den Feldern wird immer geringer, also kommen Füchse in die Stadt, durchwühlen Misthaufen und Mülleimer, suchen in Gärten nach Essbarem. "Erst kürzlich hatte ich einen Anruf von der Hardt", sagt Wolff. In Lembeck sind Füchse schon über die Straße "spaziert", in der Umgebung von Schnellrestaurants werden manchmal "McDonald's-Füchse" gesichtet. Bei diesem Begriff muss sogar der Jäger ein wenig schmunzeln.

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