Bilanz

Ruhige Silvesternacht für die Einsatzkräfte

KREIS RE - Keine besonderen Vorkommnisse: Die Silvester-Nacht war im Kreis Recklinghausen ruhig. Die Feuerwehren hatten es vor allem mit kleineren Bränden zu tun. Die Polizei wurde überwiegend wegen Schlägereien und ähnlichem gerufen.

Zwar sind die Feuerwehren im Kreis mehr als 50 Einsätze gefahren, der Großteil davon beschränkte sich aber auf brennende Mülltonnen und ähnliches. Lediglich die Rettungsdienste hatten etwas mehr zu tun. Zu viel Alkohol und zu viel Leichtsinn beim Böllern waren die häufigsten Gründe.

In Recklinghausen stand zudem eine Garage in Flammen, die aber ohne Probleme gelöscht wurde, genauso wie ein Schuppen auf dem Gelände der alten Kornbrennerei in Suderwich.

An der Adolf-Grimme-Straße in Marl war es schon am Abend zu einem Brand auf einem Balkon im 8. Obergeschoss gekommen. Da die dazugehörige Wohnung leer stand, musste die Tür aufgebrochen werden. Das Feuer war nach Angaben der Wache in Marl aber dann schnell gelöscht.

Auch in Herten war ein Balkon in Brand geraten. An der August-Schmidt-Straße in Westerholt hatte sich Unrat entzündet, offenbar verursacht von einem Feuerwerkskörper. Die Feuerwehr war kurz nach Mitternacht ausgerückt und hatte den Brand nach einer Stunde gelöscht.

Angriffe auf Einsatzkräfte

Laut der Feuerwehr Recklinghausen wurden zum Glück keine Einsatzkräfte angegriffen, wenngleich sie es in dieser Nacht oft mit Betrunkenen zu tun hatten. Kreisweit wurde der Rettungsdienst 281 Mal alarmiert, davon 82 Mal nach Mitternacht. Die Kreisleitstelle war für die Nacht mit mehr Mitarbeitern als üblich besetzt. Auch die Rettungswachen hatten sich mit zusätzlichem Personal und Fahrzeugen gerüstet.

Wegen einiger Schlägereien hatte die Polizei gut zu tun, aber nicht mehr als in solchen Nächten üblich, wie die Pressestelle mitteilt. Größere Fälle gab es nicht.

In Herten war es beispielsweise zu einer Schlägerei gekommen, nachdem die Polizei eine Silvesterparty auflösen musste. In Marl hatte eine Gruppe eine Tiefgarage in Beschlag genommen und feierte dort ausgiebig. Die eintreffenden Polizisten wurden von drei von ihnen angegriffen und verletzt.

Ein betrunkener Rollerfahrer beschäftigte die Polizei in Recklinghausen. Er sollte kontrolliert werden und flüchtete daraufhin über mehrere rote Ampeln. An der Esseler Straße versuchte er dann, über einen Hinterhof zu fliehen und verunglückte schließlich auf einer Wiese. Er kam ins Krankenhaus, eine Blutprobe wurde entnommen. Der Roller war als gestohlen gemeldet.

Auf dem Recklinghäuser Rathausplatz kam es zudem zu einer Schlägerei zwischen mehreren Personengruppen. Es sollen auch Flaschen geflogen sein. Die Polizei erteilte reihenweise Platzverweise. Ein Mann musste mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

In Bottrop ist auf dem Berliner Platz ein Mann in eine Menschengruppe gefahren. Dabei handelte es sich offenbar um einen gezielten Anschlag. Mehr dazu lesen Sie hier:

Auch im Rest von Nordrhein-Westfalen blieb es verhältnismäßig ruhig. Das Konzept der Polizei mit sichtbarer Präsenz vor Ort sei aufgegangen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Mit 5500 Beamten waren landesweit doppelt so viele Kräfte wie an normalen Wochenenden im Einsatz. Besonders in Düsseldorf und Köln hatten die Einsatzkräfte die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren.

Landesweit weniger Einsätze

Landesweit sank die Zahl der Einsätze von rund 4300 im Vorjahr auf jetzt 3500. Vereinzelt wurden Helfer von Rettungsdiensten und auch Feuerwehrleute angegriffen. Einer der Helfer wurde nach Polizeiangaben dabei verletzt. In Dortmund wurden Polizisten nach eigenen Angaben aus einer Personengruppe heraus mit einer Silvester-Rakete beschossen und mit Flaschen beworfen - verletzt wurde niemand. Der Mann, der die Rakete abgeschossen haben soll, wurde in Gewahrsam genommen.

Lebensgefährlich verletzt wurden in Essen zwei Männer, als sie selbstgebastelte Feuerwerkskörper zündeten. Rettungskräfte brachten die 31 und 33 Jahre alten Männer ins Krankenhaus. Die beiden hatten den Angaben nach die Feuerwerkskörper in mehreren Koffern auf einen Schulhof transportiert. Die Polizei sperrte den Hof ab und forderte Entschärfer des Landeskriminalamtes an, um das explosive Material unschädlich zu machen.

In Bochum hat ein 17-Jähriger die Bundespolizei mit Feuerwerks-Raketen beschossen. Er wurde daraufhin festgenommen. Auf einem Bahnsteig des Dortmunder Hauptbahnhofeswurde ein Mann mit einer Schreckschusspistole festgenommen, die er offen herumtrug. Einen Teleskopschlagstock und weitere Munition hatte er außerdem dabei.

In Dortmund-West überfiel zudem eine Gruppe von rund 20 vermummten Tätern einen Zug. Zwei von ihnen legten sich vor der Lok auf die Gleise, die anderen besprühten in der Zeit die Waggons und den Triebwagen mit Graffiti. Nach fünf Minuten war die Aktion vorbei, die Bundespolizei sucht nun nach den Tätern.

Rubriklistenbild: © J. Gutzeit

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