Blindgänger

Drei Bomben am Rombergpark entschärft - lange Staus im Berufsverkehr

Gleich drei Blindgänger wurden am Montag in Dortmund entschärft. Das hatte massive Auswirkungen auf den Verkehr. Evakuiert wurden 150 Anwohner und Teile einer Reha-Klinik.

Drei Blindgänger wurden am Montag nahe des Rombergparks entschärft. Wegen der dafür notwendigen Straßensperrungen kam es vor allem im Berufsverkehr zu größeren Staus. Rund 150 Anwohner mussten für die Zeit der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Auch eine Reha-Klinik war betroffen.

Gefunden worden waren die Blindgänger bei Bauarbeiten in der Kleingartenanlage "Am Segen". Es handelt sich um eine amerikanische und zwei britische 250-Kilogramm-Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurden am Montag zwischen 15 und 17 Uhr von drei Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärft.

Auswirkungen auf den Verkehr

Rund um die Fundstelle wurde ein Gebiet in einem Umkreis von 250 Metern evakuiert. Davon betroffen waren etwa 150 Anwohner. Sie mussten ihre Wohnungen verlassen. Diejenigen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, wurden zeitweise in der Evakuierungsstelle in der Turnhalle der Gesamtschule Brünninghausen untergebracht.

Innerhalb des Evakuierungs-Radius lagen auch die B54 und die Ardeystraße. Die Auswirkungen auf diese beiden wichtigen Nord-Süd-Verbindungen führten vor allem im beginnenden Berufsverkehr kurz vor dem Abschluss der Entschärfungen zu Staus mit Zeitverlusten von bis zu einer Stunde.

Die B54 war zwischen 14.30 Uhr und etwa 17 Uhr von der B1 bis zum Anschluss an die A45 am Kreuz Dortmund-Süd komplett gesperrt. Ein Umleitung über das Kreuz Dortmund/Witten wurde eingerichtet. Auch ein Stück der A45 zwischen dem Kreuz Dortmund-Süd und dem Westhofener Kreuz war zeitweise gesperrt.

Eine weitere der Alternativrouten zur B54, die Ardeystraße, war von der Evakuierung betroffen. Sie war zeitweise stadteinwärts, also in Richtung Norden gesperrt. Vor allem im beginnenden Berufsverkehr kam es jedoch auch in Richtung Süden auf der Ardeystraße zu Staus, bei denen Autofahrer bis zu einer Stunde Zeit lassen konnten. Auch auf der zweiten große Alternativroute zur B54, der Märkische Straße, kam es um die Vorabendzeit zu langen Staus mit bis zu einer Dreiviertelstunde Zeitverlust.

Öffentlicher Nahverkehr

Auch der öffentliche Nahverkehr war wegen der drei Entschärfungen eingeschränkt.

Die Stadtbahnlinie U49 fuhr ab etwa 14.30 Uhr ab der Haltestelle Westfalenpark zur Schleife Stadion und von dort aus wieder zurück über Westfalenpark in Richtung Stadtmitte und Hafen. Die Haltestellen Rombergpark und Hacheney konnten während der Entschärfung nicht angefahren werden.

Die Buslinie 450 konnte in Richtung Brünninghausen, Kirchhörde und Schanze den planmäßigen Linienweg nehmen. In Gegenrichtung mussten die Busse ab Brünninghausen weiträumig über die Stockumer Straße und Wittekindstraße umgeleitet werden.

Auch die anliegende Bahnstrecke der RB52 lag innerhalb des Evakuierungs-Radius.

Klinik-Evakuierung

In großem Umfang von der Evakuierung betroffen war auch die Johanniter-Klinik am Rombergpark. Dabei handelt es sich um eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie- und Neurologie-Patienten.

80 Prozent des Gebäudes müssten geräumt werden, so Dirk Laatsch, kaufmännischer Leiter der Einrichtung, am Montagvormittag. Die betroffenen Patienten würden demnach in einen nicht evakuierten Trakt verlegt und dort für etwa zwei Stunden in einer Sporthalle und in Konferenzräumen untergebracht. "Unser Ziel ist, die Belastung für die Patienten so niedrig wie möglich zu halten", so Laatsch. Auch deshalb habe man sich gegen eine Verlegung in andere Krankenhäuser entschieden.

Auch die Sportanlagen des Max-Planck-Gymnasiums lagen im Sicherheitsradius und durfte nicht benutzt werden. In der Schule fand am Montag jedoch eine Lehrerkonferenz statt. Daher gabt es keinen Unterricht und die Anlagen wurden ohnehin nicht gebraucht. Das Schulgebäude selbst lag außerhalb des Evakuierungsradius.

Insgesamt waren an der Entschärfung 117 Kräfte von Ordnungsamt, Tiefbauamt, Polizei, Johannitern, Feuerwehr und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beteiligt.

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