Blitzumfrage der Handwerkskammer

Staus kosten die Betriebe rund 90 Millionen Euro

Region - Staus verursachen für das Handwerk im Kammerbezirk Münster jährlich rund 90 Millionen Euro Kosten. Das ergeben Hochrechnungen der Handwerkskammer (HWK) Münster auf der Basis einer Blitzumfrage.

80 Handwerksbetriebe aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region haben darin Auskunft gegeben, wie lange ihre Fahrzeuge pro Tag durchschnittlich unproduktiv im Stau stehen: 64 Prozent der Befragten verbringen weniger als 30 Minuten täglich im Stau, 22 Prozent etwa eine halbe Stunde, elf Prozent eine Stunde und drei Prozent mindestens 90 Minuten. Zu Kunden oder der Baustelle unterwegs sind ungefähr 80 Prozent aller Handwerksbetriebe.

Im Schnitt zwei Mitarbeiter pro Auto

Im Durchschnitt sitzen zwei Mitarbeiter in den Fahrzeugen. Das summiert sich auf etwa 4,5 Millionen Stunden pro Jahr. „In dieser Zeit können die Handwerker keine Aufträge für Kunden erledigen. Der volkswirtschaftliche Schaden der Leerzeiten ist immens“, bewertet HWK-Präsident Hans Hund das Ergebnis. Er mahnte Maßnahmen zur Stauvermeidung an: Ampelschaltungen in der Grünen Welle, Investitionen in Straßen, Verbesserung des Baustellenmanagements, Erhöhung der Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Fahrradverkehrs. Darüber hinaus fordert die HWK funktionsfähige Verkehrsinfrastrukturen als Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen wirtschaftlichen Betätigung im Handwerk.

Auch Dieselfahrverbote bremsen das Handwerk

Auch Dieselfahrverbote bremsen das Handwerk nach Einschätzung der Handwerkskammer in starkem Maße aus (94 Prozent der Befragten fahren mit Dieselantrieb). Die Beantragung der Ausnahmegenehmigungen für Handwerker koste Zeit und Geld, bemängelte HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz, und mindere damit wiederum die Produktivität. Die Handwerkskammer erwartet nun eine Nachrüstverordnung, die gewährleiste, dass Handwerker generell nicht auf Kosten einer Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen sitzenblieben. Jeder Betrieb müsse für Mängel bei erbrachten Leistungen in vollem Umfang geradestehen. Das erwarte das Handwerk auch von der Automobilindustrie, die schon längst die vollen Kosten hätte übernehmen müssen.

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