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Das Urteil soll Ende November fallen. 

Prozessauftakt in Bochum

Mutter (35) bringt heimlich Baby zur Welt - und entsorgt es in einem Müllsack

Das Säuglingsmädchen hat nur kurz gelebt. Nun lautet der Vorwurf auf Totschlag durch Unterlassen.

Ein tödliches Schwangerschafts-Drama beschäftigt seit Mittwoch das Bochumer Schwurgericht. Angeklagt ist eine 35-jährige Mutter, die in ihrem Elternhaus in Bochum-Hiltrop heimlich ein Baby zur Welt gebracht – das Mädchen dann aber kurz danach in einem Müllsack entsorgt haben soll. Der Vorwurf lautet auf Totschlag durch Unterlassen.

Den Sanitätern Nierenkoliken vorgespielt

Als die Angeklagte am 19. Oktober 2016 in die Klinik gebracht worden war, hatte sie den Rettungssanitätern laut Anklage noch vorgespiegelt, dass sie an Nierenkoliken leidet. In Wirklichkeit soll die 35-Jährige am Vormittag des Tages ein Baby zur Welt gebracht haben. Das Säuglingsmädchen hat aber offenbar nur kurz gelebt. Über die genaue Todesursache rätseln Rechtsmediziner bis heute. 

"Tod des Kindes war der Angeklagter gleichgültig"

Die Staatsanwaltschaft geht aber jedenfalls davon aus, dass „das Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überlebt“ hätte, wenn die Angeklagte zuvor wegen drohender Geburtskomplikationen Hilfe angenommen hätte. Anders als bei zwei früheren Geburten soll sie nämlich diesmal keine Kindsbewegungen im Mutterleib gespürt und außerdem auch Schmerzen gehabt. „Der mögliche Tod des Kindes war der Angeklagten gleichgültig“, heißt es in der Anklageschrift. Der tote Säugling war später im Elternhaus zusammen mit blutigen Kleidungsstücken in einem Plastiksack entdeckt worden.

Vor Gericht will die Mutter schweigen

Die Angeklagte sitzt seit wenigen Tagen in Untersuchungshaft. Im Prozess wird sie nach Angaben ihres Verteidigers Henry Alternberg „umfassend von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen“. Für den Prozess sind noch neun Verhandlungstage bis zum 21. November 2019 anberaumt.

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