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Ein Wanderfalke dreht in Frankfurt am Main seine Runden in der Luft (Symbolbild).

Das vierte Jahr in Folge

Kraftwerk in Bochum: Am Schornstein sind drei Wanderfalken geschlüpft

Nur noch wenige Wochen, dann verlassen drei junge Wanderfalken in Bochum ihren Nistkasten in 50 Metern Höhe. Vogelexperten haben jetzt schon mal einen Blick in die Kinderstube geworfen - und drei Ringe dagelassen.

  • In den 1960er Jahren waren die Bestände der Wanderfalken in NRW stark eingebrochen.
  • Gründe dafür waren Pesitizide in der Luft, illegale Bejagung und Verfolgung. Heute steht der Wanderfalke wie alle heimischen Greifvögel unter Schutz.
  • Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz in NRW, die sich unter anderem um Beobachtung und Beringung von Vögeln kümmert.

Das vierte Jahr in Folge sind am Schornstein eines Heizkraftwerks in Bochum-Hiltrop Wanderfalken geschlüpft. In einem speziellen Nistkasten in 50 Metern Höhe fanden Experten der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz des Nabu NRW (AGW-NRW) ein Männchen und zwei Weibchen. 

Bochum: Ende Mai fliegen die jungen Wanderfalken

Die Tiere wurden beringt, wie 24VEST.de* berichtet. Die Jungtiere fliegen mit etwa 40 Tagen aus. Ende Mai sei mit ersten Flugübungen zu rechnen, teilten die Stadtwerke Bochum am Freitag mit. Im vergangenen Jahr zählte die AGW in Nordrhein-Westfalen 237 sogenannte Revierpaare und 441 ausgeflogene Jungfalken. 

Die Zahl der Paare liegt seit 2016 stabil bei rund 230. Die Arbeitsgemeinschaft geht daher davon aus, dass damit die Grenzen beim Brutplatzangebot erreicht sind.

Wanderfalken werden bis zum 50 cm groß

Der Wanderfalke ist zwischen 40 und 50 cm groß und erreicht bei Weibchen ein Gewicht von 1000 bis 1200 Gramm. Die Weibchen sind schwerer und größer als die Männchen. Der Wanderfalke ernährt sich hauptsächlich von anderen Vögeln. Die Jagdweise des Wanderfalken ist typisch falkenartig. Er kreist meist in großer Höhe und wartet auf Vögel, die unter ihm fliegen. Hat er sein Opfer gesichtet, legt er die Flügel an, geht in den Sturzflug über und ergreift die Beute mit den Füßen.

Der Wanderfalke ist als heimischer Greifvögel geschützt. Dennoch wird er immer wieder bejagt.

1971 hatte der Naturschutzbund (NABU) den Wanderfalken übrigens zum ersten Vogel des Jahres ausgerufen - und verhalf dem Greifvogel damit wohl zum Überleben. Heute nisten 90 Prozent der Wanderfalken nicht auf natürlichen Felsen, sondern auf Bauwerken - wie dem Schornstein des Kraftwerks in Bochum-Hiltrop.

In Recklinghausen-Suderwich waren im Jahr 2015 junge Wanderfalken geschlüpft

*24VEST.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

tob/dpa

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