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Ein Schönheitschirurg setzt das Skalpell an einer zuvor markierten Stelle am Augenlid einer Patientin an.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Zwei junge Frauen pfuschen bei Schönheitskorrekturen: Liste der Opfer wird immer länger

Unzählige Male nehmen zwei junge Frauen aus Bochum illegale Schönheitskorrekturen vor. Die Opfer tragen schwere Folgeschäden davon. Die Staatsanwaltschaft befürchtet noch deutlich mehr Fälle.

Bochum - Zwei Frauen aus Bochum sollen im großen Umfang mit sogenannten Schönheitskorrekturen illegal Kasse gemacht haben. Gegen eine 26 und eine 29 Jahre alte Frau erhob die Staatsanwaltschaft Bochum in zwei getrennten Verfahren Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs und Steuerhinterziehung. Eine Beschuldigte sei in 35 Fällen, die andere in 33 Fällen angeklagt, sagte eine Sprecherin des Bochumer Landgerichts. 

Sie müssten aber angesichts der hohen Einnahmen deutlich mehr Frauen behandelt haben. Viele Kundinnen klagten nach dem Aufspritzen von Lippen oder Nase über deutliche Schwellungen und Entzündungen. Der WDR hatte zuvor berichtet.

270 Betroffene sind wohl nur die Spitze des Eisbergs

Die beiden Frauen sitzen laut Gericht seit Anfang April in Untersuchungshaft. Sollten die Hauptverfahren eröffnet werden, müssten die Prozesse spätestens Anfang Oktober beginnen, sagte die Sprecherin. Untersuchungshaft dürfe nicht länger als sechs Monate dauern. Eine der Frauen soll 1,3 Millionen Euro eingenommen haben, bei der anderen sollen es 780.000 Euro gewesen sein. 

Dem WDR zufolge meldeten sich bisher 270 Betroffene. Für das Aufspritzen seien jeweils rund 200 Euro verlangt worden.

Dreieinhalb Jahre nach mehreren Sex-Treffen mit einem Jugendlichen ist ein Mediziner aus Dorsten zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 10.000 Euro an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen.

Wegen Titelmissbrauchs ist ein Düsseldorfer Arzt vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt worden. Er hatte sich trotz Hinweisen der Ärztekammer "Dr. med." genannt.

Nach dem Überfall auf einen Marler Juwelier im März 2011 sitzt ein Verdächtigter nach seiner Auslieferung durch Spanien jetzt unter Polizeischutz in Essen vor Gericht. Er weist jede Schuld von sich.

dpa/lnw

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