Bockenfelder Straße

Anwohner beschwert sich über parkende Lkw in Westrich

Westrich - Am Wochenende machen auch Lastwagenfahrer Pause, vor allem, weil sie sonntags nicht fahren dürfen. Ihren Lastzug parken manche dann an der Bockenfelder Straße in Westrich. Sehr zum Ärgernis von Anwohner Reinhard Noetzel. Denn die Parkerei ist auch gefährlich. Doch trotz Beschwerden passiert nichts.

Der große Lkw-Auflieger einer heimischen Speditionsfirma steht seit Tagen am Straßenrand der Bockenfelder Straße, nicht weit von der Torausfahrt zu dem Haus von Reinhard und Karin Noetzel. Und wenn sie darauf schauen, dann haben sie nur einen Wunsch: Dass das endlich aufhört.

Denn jede Ausfahrt ist ein Abenteuer: Man muss sich weit in die viel befahrene Bockenfelder Straße schieben, um überhaupt einen Blick auf den Gegenverkehr zu erhaschen. Gleichzeitig blockiert man dabei den rechten Fahrstreifen. Und in der Woche steht da nur ein Hänger, am Wochenende sind es schon mal 16 Lkw-Züge, die dicht an dicht an beiden Straßenrändern der Bockenfelder Straße parken.

Lkws verdecken Sicht in Kurve

"Die Fahrer wohnen zum Teil in der Nähe, die kommen am Freitagnachmittag, stellen den Zug ab und dann holt die Frau die ab. Am Sonntagabend kommen sie dann wieder und fahren mit dem Lkw weg." Aber es kommen auch auswärtige Fahrer aus Rumänien, Bulgarien. Die lassen sich für das Wochenende häuslich nieder. Manchmal machen sie Sonntagmorgens ihr Führerhaus gründlich sauber. Da fliegt der Müll dann auch schon mal einfach aus dem Fenster auf die Straße.

Nun ist die Bockenfelder Straße keine ruhige Anwohnerstraße, sondern eine Hauptverkehrsstraße. "Das ist doch verkehrsbehindernd", schimpft Reinhard Noetzel wie schon so oft in den letzten Jahren und guckt etwas verzweifelt auf den parkenden Auflieger. Der Umstand, dass sein Haus oben auf der Kuppe hinter einer Kurve liegt, verschlimmert die Lage: Die Sicht ist fast komplett verdeckt. Unhaltbar, sollte man meinen.

Auch Verwaltung war schockiert

Oder doch nicht. Denn seit zwei Jahren macht Noetzel auf die Situation aufmerksam, seit zwei Jahren tut sich nichts. Dabei hat er alles richtig gemacht: Er hat das Ordnungsamt angerufen, "insgesamt sechs oder sieben Mal". Und wurde vertröstet. Zu wenig Personal, Krankheitsfälle.

Er hat sich an die örtliche Politik gewandt: "Drei oder vier Mal war ich schon in der Bezirksvertretung", sagt Noetzel. Zuletzt war er da im November. "Die Bezirksvertreter haben sich die Situation auch schon vor Ort angesehen und waren entsetzt." Und haben die Beschwerde einmal mehr an die Verwaltung weitergereicht. Die hat dann auch einen Ortstermin gemacht. Polizei, Ordnungsamt und Anwohner standen vor der Lkw-Schlange und waren entsetzt. Und waren mit den Noetzels einig, dass das nicht so weitergehen kann. Passiert ist nichts.

Laut Stadt ist alles in Ordnung

Nun ist es nicht so, dass die Stadt sich gar nicht kümmert. Denn weil der Parkstreifen für die Lkw zu schmal ist, parken die oft halb auf dem Bürgersteig. Der ist dann entsprechend häufig kaputt. Und wird immer wieder von der Stadt instand gesetzt. Aber an die Ursache geht niemand ran.

Stadtsprecherin Heike Thelen hat auch eine Erklärung dafür: "Das Tiefbauamt repariert, aber es guckt doch nicht, warum das so ist", sagt sie. Und außerdem: Eigentlich könne die Stadt hier auch gar nichts machen: "Auf der Bockenfelder Straße befindet sich in dem angesprochenen Bereich ein zwei Meter breiter Parkstreifen.

Stadt: Fahrer sollen Verkehrsordnung einhalten

Der darf aber nur von Fahrzeugen benutzt werden, die von ihren Maßen her dort hineinpassen. Größere Fahrzeuge stehen verbotswidrig auf dem Gehweg oder auf der Nordseite auf dem Radweg. Die Ausschilderung eines Lkw-Parkverbotes ist daher nicht erforderlich", schreibt die Stadtsprecherin auf Anfrage. Wenn jetzt die Stadt da noch ein Parkverbotsschild - beispielsweise für Lkw - hinstellen würde, dann würde man "überregulieren."

Und fährt fort: "Die Stadt kann nur den Rahmen schaffen, um das Miteinander im öffentlichen Raum zu regeln und an die Verkehrsteilnehmer appellieren, diese Regeln einzuhalten. Die Straßenverkehrsordnung ist auch in dieser Frage eindeutig. " Und ein Mindestmaß an Regeltreue könne man doch voraussetzen.

Ordnungsamt könnte Abhillfe schaffen

Hier offensichtlich nicht. In seiner Not hat Noetzel sich an die Polizei gewandt, die vor seiner Haustür häufiger Streife fährt. Die Beamten waren ebenfalls der Meinung, dass die Situation unhaltbar ist. "Die haben sogar einmal so einen Auflieger mit Polizei-Flatterband abgesperrt", sagt Noetzel.

Wer könnte denn nun Abhilfe schaffen? Das Ordnungsamt. Besonders brisant ist die Park-Situation aber am Wochenende, da arbeiten im Ordnungsamt nur wenige Menschen. Aber die wären ansprechbar, sagt Heike Thelen, "im Rahmen der personellen Kapazitäten ist die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes nach Beschwerde auch dort vor Ort." Also müsste sich Reinhard Noetzel mal beim Ordnungsamt beschweren. Hat er schon. Sieben oder acht Mal. Passiert ist nichts.

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