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Container stehen zum Schutz vor einer möglichen Bombenexplosion in einer Straße in der Innenstadt.

Großevakuierung im Klinikviertel

Zwei Blindgänger entschärft - Teile der Dortmunder City evakuiert

In der Nähe von zwei großen Dortmunder Kliniken werden Weltkriegsblindgänger im Boden vermutet. Am Wochenende findet eine große Evakuierung statt.

Update, 12. Januar 17.45 Uhr:

Nach einer der größten Evakuierungsaktionen in der jüngeren Geschichte von Dortmund sind am Sonntag zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden.

Zwei weitere Verdachtsfälle hatten sich nicht bestätigt, wie die Stadt über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die Bomben und die beiden anderen Verdachtspunkte lagen in einem dicht besiedelten Gebiet in der Innenstadt.

Update, 12. Januar 15.45 Uhr:

In Dortmund ist am Sonntag die erste von zwei gefundenen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden.

Das teilte die Stadt über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ein zweiter Blindgänger sollte anschließend entschärft werden. An zwei weiteren Verdachtspunkten waren keine Blindgänger entdeckt worden.

Update, 12. Januar 15.00 Uhr:

Nachdem ein Hubschrauber aus der Luft bestätigt hat, dass sich niemand mehr in der Sperrzone befindet, kann die Entschärfung nun beginnen.

Update, 12. Januar 14.12 Uhr:

Nun ist auch von offizieller Seite bekannt gegeben worden, dass sich an zwei Stellen tatsächlich Blindgänger befinden. Die anderen beiden verdächtigen Orte bestätigten sich nicht. Um welche Stellen es ist handelt, wird weiterhin nicht bekannt gegeben.

Ursprünglich sollte die Evakuierung bis 14 Uhr beendet sein, ob dies der Fall ist, wurde aber noch nicht veröffentlicht.

Update, 12. Januar 11.14 Uhr:

Mittlerweile hat Dortmunds OB Sierau bestätigt, dass sich der Verdacht auf Blindgänger bestätigt hat. An welchen Punkten die Bomben gefunden worden, wurde noch nicht verraten.

Die Evakuierung dauert derweil noch an. Klassische Verweigerer hätte es bislang nicht gegeben. Die Maßnahmen schreiten zügig voran und bereits mehr als die Hälfte aller Wohnungen wurden überprüft.

Update, 12. Januar 10.10 Uhr

Die Evakuierungsmaßnahmen sind in vollem Gange. Der Hauptbahnhof Dortmund ist während des Einsatzes heute nur in Richtung Norden zu verlassen und zu betreten, der Haupteingang ist verschlossen. Ab 13 Uhr wird der Bahnverkehr vorübergehend eingestellt und der Bahnhof ebenfalls komplett evakuiert.

Update, 12. Januar 08.23 Uhr

Die Evakuierungsmaßnahmen haben in der Früh begonnen. Anwohner aus Klinikviertel, Teilen des Kreuzviertels und der City waren aufgerufen ihre Wohnungen bis 8 Uhr zu verlassen. Nun überprüft das Ordnungsamt die betreffenden Bereiche.

Update, 11. Januar 21 Uhr

In Dortmund müssen am Sonntag bis zu 14.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen, weil in ihrem Viertel vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Die Anwohner sind aufgefordert worden, bis 8 Uhr ihre Häuser zu räumen.

Update, 11. Januar, 11.30 Uhr

In Dortmund ist eine aufwendige Evakuierung angelaufen, weil in einem dicht besiedelten Wohngebiet in der Innenstadt vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Die Verdachtsstellen liegen in der Nähe von zwei Krankenhäusern. Am Samstag wurden deshalb Patienten mit Krankenwagen in andere Kliniken verlegt. "Es läuft alles wie am Schnürchen", sagte eine Stadtsprecherin.

Falls sich der Verdacht bestätigt, sollen die Bomben am Sonntag entschärft werden. Dazu müssen rund 14.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Ab dem Mittag wird auch der Bahnverkehr im Ruhrgebiet eingeschränkt. Der Fernverkehr wird großräumig umgeleitet. Regionalzüge wenden in größeren Bahnhöfen vor Dortmund oder nehmen ebenfalls Ausweichstrecken.

Aus dem Klinikum Dortmund wurden nach Angaben eines Sprechers 20 Kinder in ein anderes Krankenhaus gebracht. Etwa 65 Patienten seien in sichere Teile des Klinikums verlegt worden. Insgesamt seien etwa 300 statt der sonst üblichen 700 Patienten im Krankenhaus. Die Klinikgebäude werden mit Schutzwänden aus Containern vor möglichen Bombensplittern und Druckwellen geschützt.

Hier geht´s zum Live-Ticker der Stadt Dortmund zur Bomben-Entschärfung.

Erstmeldung (8. Januar 2020)

Dass im Ruhrgebiet Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden müssen, ist keine Seltenheit. Dass wegen mehrerer Verdachtspunkte Patienten aus zwei der größten Kliniken in Dortmund in Sicherheit gebracht werden und noch dazu rund 14.000 Menschen die Innenstadt verlassen müssen, dagegen sehr wohl. "Von einer außergewöhnlichen Situation", spricht der Baudezernent der Stadt, Arnulf Rybicki.

Die aufwendige Räumungsaktion steht der Großstadt nun am Wochenende bevor. Am Sonntag rücken dann die Entschärfer an. Erst dann kann Gewissheit herrschen, ob an den inzwischen vier identifizierten Verdachtspunkten wirklich Bomben im Erdreich schlummern.

Doch vorher müssen am Sonntagmorgen rund 14.000 Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen - "die Verdachtspunkte liegen in einem sehr, sehr dicht besiedelten Gebiet", so Rybicki. Auch mehr als 200 ältere Menschen aus drei Seniorenheimen werden zeitweise woanders untergebracht. Hotels, das Opernhaus und Theater sowie der Hauptbahnhof der Stadt werden lahmgelegt.

Vor allem aber sind mitten im Evakuierungsradius mit dem Klinikum Dortmund Mitte sowie dem Johanneshospital zwei große Krankenhäuser. Für sie ist der mehrfache Bombenverdacht eine riesige logistische, sowie planerische Herausforderung. Planbare größere Operationen fanden seit Jahresanfang nicht mehr statt. Bereits seit den Feiertagen wird die Belegung reduziert, damit am Wochenende möglichst wenig Patienten betroffen sind.

Nah- und Fernverkehr sind auch betroffen

Wo sonst insgesamt mehr als 1200 Betten zur Verfügung stehen, werden wohl am Wochenende nur noch rund 500 Patienten betroffen sein, die entweder innerhalb der Kliniken verschoben oder in andere Krankenhäuser transportiert werden müssen.

In der Klinik Mitte kann ein Großteil in als sicher eingestufte Bereiche gebracht werden - Räume im Untergeschoss, die durch davorstehende Gebäude geschützt sind. 45 Kinder aus der Kinderklinik werden bereits Samstag in umliegende Krankenhäuser verlegt, genau wie die transportfähigen der wohl 130 verbleibenden Patienten des Johanneshospitals.

Ab Sonntagmittag dürfte die Räumungsaktion dann auch über Dortmund hinaus spürbar werden: Ab etwa 12 Uhr werden die Züge des Nah- und Fernverkehrs auf der wichtigen Ost-West-Achse durch das Ruhrgebiet um Dortmund herum geleitet bis die Entschärfungen abgeschlossen sind. Einige Regionalzüge wenden zudem bereits an Bahnhöfen in Hamm, Bochum oder Schwerte und fahren zurück.

Erst wenn gegen Mittag die gefährdeten Bereiche menschenleer sind, übernehmen die Kampfmittelräumtrupps. Dann legen sie die Verdachtspunkte frei und können feststellen, ob sie es tatsächlich mit Blindgängern oder doch anderen metallischen Gegenständen zu tun haben.

Nach Luftbildauswertungen und Bohrungen liege die Trefferwahrscheinlichkeit bei etwa 70 Prozent, erläuterte der zuständige Experte der Bezirksregierung Arnsberg für Gefahrenabwehr, Klaus Bekemeier. Baudezernent Rybicki sieht es so: "Wir hoffen natürlich, dass das, was wir finden, möglichst ungefährlich ist." Aber man sei auf alles vorbereitet.

dpa

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