Missbrauchsopfer Markus E. aus Bottrop will die katholische Kirche verklagen.
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Missbrauchsopfer Markus E. aus Bottrop will die katholische Kirche verklagen.

Vorfall in den 1970er-Jahren

Missbrauchsopfer aus Bottrop fordert eine halbe Million Euro von katholischer Kirche

  • Thomas Bartel
    vonThomas Bartel
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Das Bistum Essen zahlte Markus E. bereits 5000 Euro - doch der heute 54-Jährige will mehr erkämpfen für das, was er erleben musste.

Markus E. aus Bottrop will die katholische Kirche auf 500.000 Euro Schadensersatz verklagen. Wie sein Anwalt am Dienstagabend im ZDF erklärte, habe der Priester Peter H. seinen Mandanten als Minderjährigen in den 70er- Jahren sexuell missbraucht. 

Der Fall zählt zu einem der großen Missbrauchsskandale der katholischen Kirche, auch weil Joseph Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – damals von den Vorfällen gewusst haben soll. 

Bottrop: Mehr als 20 Mal missbraucht

Der betroffene Markus E. (54) berichtet, dass ihn Peter H. damals mehr als 20 Mal missbraucht habe. Er sagt, dass er von dem Priester zu sich nach Hause eingeladen wurde. Dort hätte dieser ihm Wein und Zigaretten gegeben. Es sei zu Berührungen und sexuellen Handlungen gekommen. Das Bistum Essen hat dem Bottroper bislang eine Entschädigung in Höhe von 5.000 Euro gezahlt. Er möchte nun mehr erkämpfen für das, was er als Junge erleben musste. Der Fall solle neu aufgerollt werden. 

Nach ersten Vorwürfen wurde der Priester versetzt

Markus E. hatte sich zusammen mit weiteren Männern an das Recherchezentrum Correctiv gewandt. Wie die gemeinsam im ZDF-Magazin „Frontal 21“ am Dienstagabend berichteten, hat der Priester wohl mehr Jungen in Bottrop missbraucht, als bislang bekannt. Der Priester hatte nach seiner Weihe Anfang der 70er-Jahre in Bottrop begonnen zu arbeiten. Wegen ersten Missbrauchsvorwürfen wurde er dann nach Essen versetzt und von dort aus später nach Garching und Grafing in Bayern geschickt. 1986 war Peter H. wegen sexuellen Missbrauchs zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. 

Peter H. lebt heute unbehelligt in München

Dem Bistum Essen zufolge waren der Kirche seine Neigungen bekannt, weshalb eine psychologische Behandlung angeordnet wurde. Nach der Behandlung durfte er aber weiter arbeiten – auch mit Messdienern Schülern. Die Bistümer in Essen und München sprechen heute von mindestens 28 Missbrauchsfällen. Das Ruhrbistum schließt nicht aus, dass es weitere Betroffene gibt. Der Priester lebt heute als freier Mann in München.

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