Bottrop liegt im Herzen des Ruhrgebiets - und hat eine große Bergbau-Vergangenheit.
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Bottrop liegt im Herzen des Ruhrgebiets - und hat eine große Bergbau-Vergangenheit.

Bergbau, Movie Park und Tetraeder

Bottrop: Sehenswürdigkeiten und Geschichte der Stadt im Ruhrgebiet

  • Stephan Rathgeber
    vonStephan Rathgeber
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Bottrop ist eine Stadt, in der es viel zu entdecken gibt. Wir geben Tipps für Sehenswürdigkeiten und klären über die Geschichte der Stadt im Ruhrgebiet auf.

  • Bottrop liegt mitten im Herzen des Ruhrgebiets.
  • Die Stadt hat eine große Bergbau-Geschichte.
  • Alpincenter, Moviepark, Tetraeder: Es gibt in der Stadt einiges zu entdecken.  

Wer an Bottrop denkt, denkt vielleicht als Erstes an schmutzige Kumpel und stillgelegte Zechen. Dabei hat die Stadt im Ruhrgebiet so viel mehr zu bieten. Wir geben einen Überblick. 

Zehn wichtige Dinge, die man über Bottrop wissen sollte

  • In Bottrop leben aktuell etwa 117.000 Einwohner.
  • Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Münster.
  • Die Stadt ist in 17 Stadtteile unterteilt. Davon gehören sieben Stadtteile zum nördlichen Stadtbezirk Kirchhellen
  • Bottrop hat eine Fläche von 100,61 km² und liegt 55m über NN.
  • Bottrop grenzt an Schermbeck, Dorsten, Gladbeck, Essen, Oberhausen, Dienslaken und Hünxe.
  • Bottrop wurde erstmals im Jahr 1092 erwähnt und erhielt 1423 das Marktrecht. Die Stadt gehörte bis 1921 noch zum Vest Recklinghausen. 
  • Bernd Tischler (SPD) ist aktuell Bürgermeister der Stadt Bottrop
  • Bottrop hat insgesamt sechs Städtepartnerschaften: Tourcoing (Frankreich), Blackpool (Großbritannien), Veszprém (Ungarn), Gliwice (Polen), Berlin-Mitte, Merseburg.
  • Mit Abteufung der Zeche Prosper I im Jahr 1856 begann in Bottrop die Zeit des Steinkohlebergbaus.
  • Mit dem Movie Park, dem Alpincenter, dem Grusellabyrinth oder dem Tetraeder hat Bottrop einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Bottrop: Geschichte der Stadt im Ruhrgebiet

Erstmals wurde Bottrop im Jahr 1092 als "Borthorpe" ("Dorf am Hügel") in den Besitzregistern des Klosters Werden erwähnt. 1423 erhielt die Stadt das Marktrecht und gehörte zum Vest Recklinghausen. Die Stadt besaß damals eine wichtige Bedeutung als Marktort, da Bottrop mit dem "Vestischen Hellweg" (Verbindung zwischen Recklinghausen und dem Rheinland) und Dorsten miteinander verband. 1816 wurde Bottrop Preußen und dem dann entstandenen Kreis Recklinghausen zugeordnet. 

Ab 1821 war Bottrop zusammen mit Osterfeld (heutiger Stadtteil von Oberhausen) eine eigene Bürgermeisterei. 1891 schied Osterfeld aus Bottrop aus. 1919 erhielt Bottrop eigene Stadtrechte. 1921 schied Bottrop aus dem Kreis Recklinhausen aus und erhielt durch die Eingliederung von Vonderort, Ebel und Teilen Karnaps seine heutige Größe.

Bergbau hat Geschichte in Bottrop

Wie viele Städte des Ruhrgebiets hat Bottrop eine große Vergangenheit im Bergbau. Diese begann 1856 mit der Abteufung der Zeche "Prosper I" - damals noch auf Borbecker Gebiet. Ab 1863 wurde in dem Gebiet schließlich Steinkohle gefördert. Nur drei Jahre später kam es zu einem Unglück: Bei einer Seilfahrt auf Schacht 1 kamen 14 Menschen ums Leben. 

1871 wurde Schacht 2 auf Prosper II geteuft, die Förderung begann 1875. Insgesamt wurden 1876 in den Bottroper Zechen 334.116 Tonnen Steinkohle gefördert. 1.663 Mann arbeiteten auf Prosper I und II. Zwischen beiden Zechen erfolgte 1877 der erste Durchschlag. Es folgten bis 1911 die Abteufungen weiterer fünf Schächte. 1912 wurden bereits 500.000 Tonnen in Bottrop gefördert. 

Während des Ersten Weltkrieges wurden über Tage erstmals Frauen eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Zechen. In der Nachkriegszeit wurden in Bottrop 3,5 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert (1955).

Es folgten die Betriebsaufnahmen weiterer Schächte und Zechen. Doch der Bergbau hatte es in Deutschland zunehmen schwerer. Den traurigen Höhepunkt gab es 2010, als das Ende des Bergbaus unter Protesten auch aus Bottrop beschlossen wurde. 2018 wurde mit dem Bergwerk Prosper-Haniel schließlich die letzte Zeche in Deutschland stillgelegt. Die Stadt hat die Bergbau-Geschichte in Bottrop auf der eigenen Website aufgearbeitet

Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der Ruhrkohle AG (RAG) (l) tröstet am 21.12.2018 neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r) Jürgen Jakubeit, Reviersteiger, mit dem letzten Stück Steinkohle vor dem Schacht auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop.

Das sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bottrop

Neben der spannenden Geschichte hat Bottrop natürlich auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die auch für Touristen im Ruhrgebiet interessant sein könnten. 

Der Movie Park Germany in Bottrop gehört mit 1,4 Millionen Besuchern im Jahr zu den höchst frequentierten Freizeitparks in Deutschland. Auf rund 45 Hektar Fläche und in sieben Themenwelten erfährt der Besucher im Themenpark alles über das Thema Film. Bis 2005 wurde der Park noch Warner Brothers Movie World genannt. Acht Achter- und fünf Wasserbahnen sorgen für ordentliche Action. Neueste Attraktion ist die "Star Treck: Operation Enterprise"-Achterbahn. Sie hat als einzige Achterbahn der Wlt eine "Twisted Halfpipe" - eine Senkrechte, die um 180 Grad gedreht wird. Besonders beliebt sind auch die Halloween-Veranstaltungen im Movie Park. 

Ebenfalls actionreich kann ein Besuch im Alpincenter Bottrop sein. Die Indoor-Skihalle wurde im Jahr 2001 eröffnet und bot bis 2016 mit 640 Metern Länge und 30 Mtern Breite die längste Indoor-Skipiste der Welt. Neben der Halle befinden sich zudem eine Sommerrodelbahn, ein Hochseilgarten und eine Paintball-Anlage. Ganz in der Nähe des Alpincenters befindet sich eine Indoor-Skydiving-Halle, in der man absolute Schwerelosigkeit erleben kann. Hier haben die Kollegen von cityInfo.TV schon mal ein Video gedreht:

Wer es dagegen ruhiger mag, kann einen Ausflug zum "Tetraeder" auf der Halde Beckstraße in Bottrop unternehmen. Höhenangst sollte man jedoch nicht haben: Die Halde befindet sich 160 Meter über NN. Das pyramidenförmige Bauwerk bietet eine erste Aussichtsplattform auf 18 Metern Höhe, die zweite auf 32 Metern. Die Aussicht von dort ist sagenhaft und erstreckt sich über das gesamte Ruhrgebiet. 

Das Tetraeder in Bottrop ist eine Sichtmarke des Ruhrgebiets. Auf der Aussichtsplattform lässt sich weit blicken.

Wer sich dagegen mal so richtig erschrecken möchte, ist im Grusellabyrinth NRW in Bottrop bestens aufgehoben. Das interaktive Grusel-Theater, das sich in der Waschkaue der ehemaligen Zeche Prosper II befindet, verfügt über eine Fläche von 6.000 Quadratmetern. Es bietet ebenfalls mehrere Escape Rooms und einen großen Gastronomie- sowie Evenbereich. 

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