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Viele Verfechter für eine lebenswerte Nordstadt ziehen an einem Strang, um die heruntergekommene Immobilie an der Brunnenstraße 51 zu sanieren.

Brunnenstraße

Aus Nordstadt soll ein zweites Kreuzviertel werden

DORTMUND - Die Nordstadt soll das Kreuzviertel des Nordens werden. Das ist die Vision von Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Das Fundament dafür ist gelegt: In einem bundesweit bisher einmaligen Gemeinschaftsprojekt soll eine Problemimmobilie zum Schmuckstück werden.

Das Gebäude Brunnenstraße 51 ist unglaublich heruntergekommen, extra angebrachte Stützpfeiler müssen die Balkone halten. Doch die Fassade lässt immer noch etwas vom alten Glanz des Hauses aus dem Jahr 1911 erahnen.

Die Immobilie gehört zu den 20, die die Dogewo in der Nordstadt erworben hat. Das städtische Wohnungsunternehmen hat sich erstmals für das jüngste Projekt viele Helfer mit ins Boot geholt: Mit dabei sind die Stiftung Soziale Stadt, das Jobcenter Dortmund, die Grünbau gGmbH, die Stadt Dortmund, die Sparkasse Dortmund, DEW und EDG.

Das Land spendiert 600.000 Euro Wohnbaufördermittel. Insgesamt müssen in die Sanierung 770.000 Euro investiert werden.

Spagat geschafft

Grünbau, eine gemeinnützige Gesellschaft für soziale Beschäftigung und Qualifizierung, führt die Instandsetzungsarbeiten mit rund 20 Arbeitslosen durch.

Damit gelinge der Spagat, das Gebäude wiederherzustellen und gleichzeitig arbeitslose Menschen zu qualifizieren, sagte gestern Heike Bettermann vom Jobcenter Dortmund bei der Vorstellung des Projekts. Die Arbeitslosen würden das Ergebnis ihrer Arbeit sehen, „das schafft Motivation“.

Das Spektrum der Lern- und Qualifizierungsangebote reicht über Abbrucharbeiten, Trockenbau, Maler-, Tapezier- und Putzarbeiten bis hin zu vorbereitenden Arbeiten für die Elektro- und Sanitärinstallationen.

Insbesondere Langzeitarbeitslose aus dem Modellprojekt für öffentlich geförderte Beschäftigung in NRW „Aktiv statt passiv“ kommen bei der Sanierung zum Einsatz. Außerdem wirken Handwerksbetriebe aus der Nordstadt an der Sanierung mit.

Die EDG hat bereits rund 15 LKW-Ladungen Müll aus dem Haus geschafft. DEW stellt den Strom. Die Sparkasse ist mit 70.000 Euro dabei.

Insgesamt entstehen in dem fünfgeschossigen Haus zehn barrierefreie Zwei-Raum-Wohnungen im Neubaustandard. Die Mieten sollen bei 5,10 Euro pro Quadratmeter liegen, die Wohnraumförderung macht‘s möglich. „Zielgruppe sind Studenten und junge Leute“, so Dogewo-Geschäftsführer Klaus Graniki.

Das Konstrukt für das Pilotprojekt, das jetzt gefunden wurde, ist nicht ganz unkompliziert, „auch steuerlich schwierig“, sagt Graniki. So hat die Dogewo die Immobilie erworben, dann an die Stiftung Soziale Stadt übertragen, die das Gebäude entwickelt. Zum guten Schluss wird das Haus wieder an die Dogewo verkauft. Mit dem Erlös kann die Stiftung wiederum eine weitere Problemimmobilie erwerben.

Beratung für Eigentümer

  1. Das Beratungsnetzwerk „IdEE (Innovation Durch Einzel Eigentümer) Nordstadt“ informiert Eigentümer zu Fragen rund um ihre Immobilien in der Nordstadt – von der Vermietung, über Verkauf, Sanierung und Finanzierung.
  2. Kontakt: Heike Lindenblatt, Tel. 5 02 39 87, Mail: hlindenblatt@stadtdo.de, Brückstraße 45, Zimmer 234.

Oberbürgermeister Sierau hofft erneut auf die Signalwirkung der Maßnahme. Wenn private Immobilieneigentümer wahrnähmen, dass die Stadt eine Perspektive für die Nordstadt sehe, dann sanierten möglicherweise auch sie ihre Gebäude. Und da wäre sie wieder – die Vision.

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