Bürgerbegehren gegen Rathaussanierung

Initiative sieht Fehlinformationen des Bürgermeisters

MARL - Keine Sanierung, dafür einen Neubau des Rathauses fordert die Initiative „Rathaussanierung stoppen!“. Am Dienstag, 13. November, laden die Sanierungsgegner um die Politiker der Bürgerliste „Wir für Marl“ Fritz Dechert und Detlef Beyer-Peters zu ihrer zweiten Aktionsversammlung ein, auf der sie für ihr Anliegen bei Marlern werben wollen.

Überrascht seien die Sanierungsgegner über die von der Baudezernentin Andrea Baudek genannten Kosten für einen Rathaus-Neubau von 90,8 Millionen, erklärt Detlef Beyer-Peters. Diese Kosten waren bislang mit rund 50 bis 57 Millionen Euro angegeben worden – je nachdem, ob Bauleistungen als Paket oder einzeln vergeben würden. „Es wurde nicht plausibel erklärt, wie die Summe 90,8 Millionen Euro zustande kommt“, kritisiert er. Die Initiative geht weiter davon aus, dass ein Rathausneubau die kostengünstigere Variante wäre.

Der Ratsbeschluss zur Sanierung steht allerdings, der Auszug der Rathausmitarbeiter beginnt in Kürze. Die Bürgerbegehren werden für den ersten Abschnitt der Sanierung – Zentralgebäude und Türme – keine aufschiebende Wirkung mehr haben – wenn sie zugelassen werden. Unklar ist noch, wie lange die Stadtverwaltung braucht, um ihre Schätzung der Kosten vorzulegen. Sie muss darlegen, welche Belastung auf die Bürger zukäme, wenn die Bürgerbegehren umgesetzt werden.

Versammlung der Initiative „Rathaussanierung stoppen!“ am 13. November, 19.30 Uhr Gaststätte Kluge, Lipper Weg 89.

Clemens Mecking (WiR), von Beruf Diplom-Ingenieur und ein Sprecher der Initiative „Rathaussanierung stoppen!“, wirft den Planern der Rathaussanierung in einem offenen Brief an Bürgermeister Werner Arndt Fehlinformation der Bürger vor: Mit dem von Baudezernentin Andrea Baudek genannten jährlichen Baukostenindex von 4,7 Prozent werde die Bausumme bis 2022 auf 84,5 Millionen Euro ansteigen, so seine Berechnung. Die Stadtverwaltung solle dazu Stellung nehmen. In der Kostenberechnung des Architektenbüros HPP für die Rathaussanierung sind wie berichtet auch mögliche Einsparungen, zum Beispiel bei der Klimatisierung der Büros, genannt. Clemens Mecking sieht unter anderem die Sanierung des Hängetragwerks an den Türmen als weitere derzeit nicht kalkulierbare Kostentreiber.

Rubriklistenbild: © Martina Moeller

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