BVB-Attentat

Mutmaßlicher BVB-Bomber Sergej W. nahm sowjetische Landmine als Vorbild

Dortmund - Der mutmaßliche BVB-Bomber Sergej W. bleibt vor dem Schwurgericht dabei: Er will die Bomben absichtlich so konstruiert haben, dass möglichst niemand verletzt oder getötet werden würde.

Beim Bau seiner Bomben diente dem 29-jährigen Sergej W. offenbar eine Landmine des Typs MON-50 als Vorbild. Die Waffe aus der ehemaligen Sowjetunion wird jedoch mit deutlich mehr und anderem Sprengstoff bestückt. "Ich selbst habe mich auf 500 bis 600 Milliliter beschränkt", sagte Sergej W. am Dienstag im Prozess. Und das nicht etwa, weil er nicht mehr gehabt habe. "Zur Verfügung standen mir 25 Kilogramm", sagte der Angeklagte.

Täter habe "Sicherheitspuffer" einberechnet

Mit der Reduzierung des Sprengstoffes will der 29-Jährige dafür gesorgt haben, dass möglichst kein Schaden entstehen würde. Darüber hinaus habe er die drei Bomben ja auch so in der Hecke am Mannschaftshotel platziert, dass die darin eingegossenen Metallsplitter über den Bus fliegen würden. "Ich wusste, dass ein Winkel von 22 Grad und mehr ausreicht", sagte der Angeklagte. Tatsächlich habe er jedoch einen Winkel von rund 30 Grad gewählt. "Ein Sicherheitspuffer", so der 29-Jährige

Sachverständiger soll Sprengkraft klären

Auf eine Probesprengung will Sergej W. deshalb guten Gewissens verzichtet haben. Dazu habe außerdem die Zeit nicht mehr gereicht. Die Frage der Sprengkraft der Bomben hatten die Richter zuletzt noch einmal mithilfe eines Sachverständigen-Gutachtens klären lassen.

Der Experte des Fraunhofer-Instituts soll seine Ergebnisse Ende September in der Verhandlung vorstellen. Offenbar kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass die Metallstifte mit wesentlich geringerer Energie durch die Luft flogen als bisher angenommen.

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