BVB-Profi muss 90.000 Euro zahlen

Raphael Guerreiro darf seinen Führerschein behalten

DORTMUND - Raphael Guerreiro soll eine Geldstrafe auf Bewährung erhalten, sagte die erste Instanz im August. Doch das Urteil wurde nicht rechtskräftig. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft es sich anders überlegt.

Jetzt ist es amtlich: BVB-Profi Raphael Guerreiro darf nach seiner Unfallflucht im November 2016 seinen Führerschein behalten. Im Gegenzug sind jedoch 90.000 Euro an verschiedene karitative Einrichtungen fällig.

Erstes Urteil war bisher nicht rechtskräftig

Eigentlich sollte das Landgericht den Fall des Portugiesen am Mittwoch verhandeln. Für 9 Uhr hatte die 45. Strafkammer den Prozessbeginn terminiert. Guerreiro war im August vom Amtsgericht in erster Instanz zu einer Art Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Als Auflage wurde damals die Zahlung von 90.000 Euro festgelegt. Weil die Staatsanwaltschaft jedoch fristgerecht innerhalb von einer Woche Berufung eingelegt hatte, wurde die Verurteilung bisher nicht rechtskräftig.

Kein Fahrverbot, keine Sperre

Das ist nun anders. Wie das Landgericht am Montag mitteilte, hat die Anklagebehörde ihren Einspruch gegen das erstinstanzliche Urteil nun doch noch zurückgezogen. "Auf Anraten der zuständigen Strafkammer", heißt es in der Mitteilung.

Damit bleibt es dabei, dass Guerreiro für seinen Fehler nicht verurteilt wird. Auch ein Fahrverbot oder eine Führerscheinsperre sind nun endgültig vom Tisch.

Erst drei Stunden nach dem Unfall gemeldet

Der BVB-Profi war mit seinem Porsche im November 2016 mit einem anderen Auto zusammengestoßen. Erst drei Stunden später hatte sich Guerreiro mit seinem Anwalt bei der Polizei gemeldet und die Unfallflucht eingeräumt.

"Er hatte damals einen Blackout", sagte Guerreiros Verteidiger Alfons Becker bei der ursprünglichen Verhandlung. Der Spieler sei überfordert gewesen, weil er damals kaum Deutsch sprechen konnte. "Aus diesem Grund ist er kopflos geflohen", sagte Becker.

Guerreiro: "Das hätte nie passieren dürfen"

Guerreiro ließ später vor Gericht über einen Dolmetscher vermitteln, ihm sei bewusst, was er da angerichtet habe. "Das werde ich nie vergessen. Das hätte nie passieren dürfen", hatte Guerreiro wissen lassen.

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