BVB-Prozess

BVB-Attentäter Sergej W. akzeptiert Urteil nicht und geht in Revision

DORTMUND - Auch nach der Verurteilung des BVB-Attentäters Sergej W. kehrt keine Ruhe ein. Der Splitterbombenanschlag vom 11. April 2017 wird nun auch den Bundesgerichtshof beschäftigen.

Nur zwei Tage nach der Verurteilung zu 14 Jahren Haft haben die Verteidiger von Sergej W. am Donnerstag Revision gegen das Urteil des Dortmunder Schwurgerichts eingelegt. Am Freitag hat nun auch die Staatsanwaltschaft nachgezogen. Auch sie will das Urteil vom Bundsgerichtshof (BGH) überprüfen lassen.

Bei Neuverhandlung wäre wieder "Lebenslang" möglich

Sollte die Revision Erfolg haben, müsste der Fall vor einer anderen Schwurgerichtskammer neu verhandelt werden. Dann wäre auch wieder die Verhängung von lebenslanger Haft möglich - oder eine mildere Strafe.

Nach der Urteilsverkündung von Dienstag hatte es zunächst so ausgesehen, dass sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft das Urteil akzeptieren könnten. Beide Seiten hatten sich mit eindeutigen Statements zurückgehalten und nur erklärt, dass sie die Frage der Revision in Ruhe prüfen wollen.

Mordversuch oder nicht?

Sergej W. war schließlich der erste, der sein "Veto" gegen die Verurteilung eingelegt hat. Der 29-Jährige hatte im Prozess immer behauptet, dass er die Splitterbomben extra so gebaut hat, dass es nicht zu tödlichen Verletzungen kommen könne. Eine Verurteilung wegen Mordversuchs sei daher rechtlich nicht in Ordnung.

Überzeugen konnte er die Richter allerdings nicht. "Die Sprengsätze waren nicht beherrschbar", hatte Peter Windgätter, Vorsitzender des Dortmunder Schwurgerichts, in der Urteilsbegründung eindeutig klargestellt. An einer Verurteilung wegen Mordversuchs gehe daher kein Weg vorbei.

Sergej W. hatte dagegen bis zuletzt gehofft, dass er "nur" wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verurteilt würde und sich die Strafe auf unter zehn Jahre Haft belaufen würde.

Akten gehen nach Karlsruhe

Von der Staatsanwaltschaft war dagegen sogar eine härtere Strafe gefordert worden. Sie hatte lebenslange Haft beantragt.

Wie es nun weitergeht? Sobald das schriftliche Urteil geschrieben und dem Angeklagten und der Staatsanwaltschaft zugeschickt worden ist, haben beide Seiten einen Monat Zeit, ihre Revision zu begründen. Dann gehen die Akten zum BGH nach Karlsruhe und werden dort auf Rechtsfehler überprüft. Sollten dabei keine gefunden werden, wäre das Dortmunder Urteil rechtskräftig. Ansonsten wird neu verhandelt.

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