BVB-Prozess: Hans-Joachim Watzke wird wohl nicht aussagen

Erneute Anregung des Verteidigers sah der Richter skeptisch

Dortmund - Der Prozess um den Anschlag auf den BVB-Bus ist am Mittwoch in die nächste Verhandlungsrunde gegangen. Hans-Joachim Watzke muss wohl nicht mehr mit einer Zeugenladung für den Prozess rechnen.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke muss wahrscheinlich nicht mit einer Zeugenladung für den Prozess um den Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund rechnen. Einer erneuten Anregung von Verteidiger Carl Heydenreich begegnete der Vorsitzende Richter Peter Windgätter am Mittwoch skeptisch.

Heydenreich reagierte mit seinem Vorstoß auf ein Interview, das Watzke Ende Mai der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegeben hatte. Darin soll der BVB-Boss unter anderem erklärt haben, Marc Bartra habe im Januar nur deshalb den Verein gewechselt, weil er es seit dem Bombenanschlag in Dortmund nicht mehr ausgehalten habe. Außerdem hatte Watzke Kritik an dem Prozess geübt und diesen als "Showveranstaltung" bezeichnet.

Reparatur des Mannschaftsbusses kostete 17.000 Euro

Die Richter wollen diese Vorwürfe jedoch am liebsten an sich abperlen lassen. "Ich habe wenig Lust, die Äußerungen in irgendwelchen Interviews auch noch zum Gegenstand des Verfahrens zu machen", sagte der Vorsitzende. Warum der eine oder andere Spieler inzwischen nicht mehr für den BVB aktiv sei, vermöge er nicht zu beurteilen.

Inhaltlich trat die Verhandlung am Mittwoch etwas auf der Stelle. Um die Wartezeit bis zur Fertigstellung eines ballistischen Gutachtens zu überbrücken, wurden Tatort-Fotos aus den Akten angeschaut und Dokumente verlesen. Daraus ergibt sich unter anderem, dass der bei dem Anschlag am 11. April 2017 beschädigte Mannschaftsbus später für rund 17.000 Euro repariert werden musste.

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