BVB-Sportdirektor platzt der Kragen

Zorc kontert Bürki: Diese Aussagen sind inhaltlich falsch

DORTMUND - Bei Borussia Dortmund herrscht nach dem dritten Unentschieden der Rückrunde dicke Luft. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den SC Freiburg platzt Sportdirektor Michael Zorc der Kragen.

Es war am Ende ein glückliches Remis. Wie bewerten Sie das 2:2?Diese Leistung hat sich in keinster Weise angedeutet. Die Trainingswoche ist gut verlaufen. Dann schießen wir das 1:0, die Mannschaft spielt ordentlich, doch dann wird plötzlich alles weniger, von Minute zu Minute schwächer. Diese Leistung ist für mich nicht zu erklären, wir waren nicht mutig, es war einfach schwach in allen Bereichen.

Fehlt der mannschaftiche Zusammenhalt?Nein, es fehlt der Mut, vernünftig Fußball zu spielen. Das ist für mich nicht zu erklären und hat sich nicht abgezeichnet. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen sprachlos bin.

Das Phänomen, dass ein Gegentor die Selbstsicherheit sofort zusammenbrechen lässt?Es hat ja schon vorher angefangen. Es wurde vorher schon weniger. Wir haben alles vermissen lassen, was nötig ist, um gut Fußball zu spielen.

Man konnte erwarten, dass Freiburg sehr defensiv gestaffelt stehen wird.Sie sind dennoch schlagbar. Wenn wir ordentlich gespielt hätten, hätten wir das Spiel gewonnen.

Mario Götze saß etwas überraschend nur auf der Bank?Wir haben die letzten Spiele ja auch nicht gewonnen. Der Trainer hat einfach versucht, mal etwas Neues zu machen.

Dortmund ist noch ohne Sieg in diesem Jahr. Macht Ihnen das Sorgen?Natürlich. Gerade, weil zwei Heimspiele dabei waren, wo wir eigentlich davon ausgegangen sind, dass wir da die Punkte holen, die wir ja auch benötigen. Das ist alles in allem viel, viel, viel zu wenig.

Roman Bürki hat eben die Pfiffe von der Tribüne kritisiert und gesagt, dass die Leute dann lieber zu Hause bleiben sollten. Wie stehen Sie dazu?Ich weiß nicht, was ihn zu dieser Aussage bewogen hat. Ich finde die Aussage unpassend und inhaltlich falsch. Entschuldigung, ich empfehle unseren Spielern, die heute auf dem Platz waren, das Spiel noch einmal 90 Minuten anzuschauen. Dann müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst pfeifen dabei. Ich fand die Reaktionen so schlimm nicht, da habe ich hier als Spieler schon was anderes erlebt. Der Zuschauer hat das Recht, auch mal seinen Unmut zu zeigen, wenn ein Spiel so läuft. Das war alles im Rahmen. So schlimm habe ich es nicht empfunden.

Das Thema Aubameyang hat auch diese Woche geprägt. Wirkt sich so etwas auf die Mannschaft aus?Wir haben das dritte Mal in Serie nicht gewonnen, zwei Mal war er nicht dabei, heute schon. Ich glaube nicht, dass das der entscheidende Faktor ist.

Hätte es Ihnen geholfen, heute schon Olivier Giroud im Sturm zu haben?Tolle Frage! (lacht)

Aubameyang war wenig im Spiel?Ich würde in der Abstufung der Leistungen heute keine großen Unterschiede machen. Gucken Sie sich an, was wir im Mittelfeld für Passspiel gemacht haben, wieviele Zweikämpfe wir nicht gewonnen haben. Es war insgesamt ganz schwach von uns.

Was kann man jetzt von außen machen?Fragen Sie mal den Trainer, was er eben zu mir gesagt hat. Nein, im Ernst: Diese Leistung ist nicht das, was wir hier von jedem einzelnen Spieler im schwarzgelben Trikot erwarten. Da brauchen wir von außen erst einmal gar nichts zu machen. Da muss sich jeder Spieler hinsetzen und sagen, da muss sich meine Leistung als erstes verbessern.

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