BVB-Trainerteam

Stöger, Heinrich, Schmidt: Dortmunds neues Dreigestirn

Dortmund - Manfred Schmid und Jörg Heinrich unterstützen Chefcoach Peter Stöger als Co-Trainer beim BVB. Schmid ist ein langjähriger Begleiter Stögers, während Heinrich den Verein kennt, allerdings aus der sechsten Liga geholt wurde. Diese Personalentscheidungen hatte so wohl niemand auf dem Zettel.

Als Borussia Dortmund am 10. Dezember sein neues Trainerteam vorstellte, hatte Peter Stöger (51) den passenden Witz auf der Zunge. "Ich bin der Trainer, der erst drei Punkte geholt hat." Er hatte die Kuriositäten-Reihe noch ergänzen können. Sein langjähriger Assistent Manfred Schmid (46) lag da im Krankenhaus, er hatte sich im November einer Hüftoperation unterziehen müssen und trat seinen Dienst beim BVB dann an Gehstützen an. Und dazu kam der frühere BVB-Profi Jörg Heinrich (48), der zuletzt den SV Falkensee-Finkenkrug in der sechstklassigen Brandenburgliga trainierte. Für diese Tipp-Kombination hätten Wettbüros Höchstbeträge ausgeschüttet.

Schmid ist enger Vertrauter Stögers

Quasi im Krankenbett erfuhr Schmid nur eine Woche nach Stögers und seiner Freistellung beim FC von seiner neuen Aufgabe. Schmid ist seit Jahren ein enger Vertrauter Stögers. "Zwischen uns herrscht ein blindes Verständnis", hat der Wiener einst nach seiner Vorstellung beim 1. FC Köln erklärt. Dorthin folgte Schmid Stöger, als der nach dem Meistertitel mit Austria Wien zur Saison 2012/2013 zum damaligen Zweitligisten wechselte.

Kennengelernt haben sich die beiden Österreicher bereits 1989, bei Austria Wien. Schmid kam neu in die erste Mannschaft, Stöger gehörte zu den älteren Profis, die sich um die Jüngeren kümmerten. Schmidt, der Sechser, fühlte sich von Stöger, dem Offensivspieler, ernstgenommen. Bei der Rollenverteilung ist es in etwa geblieben, der Chef geht voran, der Assistent hält ihm den Rücken frei. Einigkeit herrscht meistens.

Beliebtheit wegen der menschlichen Werte

In Köln erklärte Schmid einmal, dass es ihn "manchmal erschreckt, wenn einer etwas denkt und der andere spricht es aus." Der "Geissblog" trauerte nach der Entlassung des Trainerteams in Köln um die beiden Wiener und begründete deren Beliebtheit nicht nur mit dem lange anhaltenden sportlichen Erfolg, "sondern an den menschlichen Werten, für die das Duo stand".

Auch weil Schmid in den wenigen Trainingseinheiten und den drei verbleibenden Spielen bis zur Winterpause noch nicht helfen konnte, fand der BVB eine überraschende Co-Trainerlösung. Auch für Jörg Heinrich selbst, wie er lachend gesteht. "Ich wurde quasi gar nicht gefragt, aber als der Verein auf mich zukam und es hieß, du machst das bitte, da musste ich auch nicht lange überlegen."

Heinrich dem BVB verbunden

Heinrich schnürte von 1996 bis 1998 und dann noch einmal von 2000 bis 2003 in 164 Bundesliga-Spielen für die Borussia die Schuhe. Sein Wechsel zum AC Florenz für 25 Millionen DM war 1998 die höchste Ablöse, die seinerzeit je für einen deutschen Spieler bezahlt wurde. Er blieb dem BVB auch nach seiner Rückkehr in seine Heimat nahe Berlin, wo er unter anderem Sportartikel-Geschäfte betreibt, immer verbunden, reiste mal mit ins Trainingslager oder zu internationalen Auswärtsspielen.

Wie lange er auch nach der vollständigen Genesung von Schmid im Trainerstab verbleibt, ist noch offen. "Darüber", sagt er, "haben wir noch nicht gesprochen."

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