Caritas-Zentrum

Senioren in Derne leben auf einer Baustelle

DERNE - Wasser tropft von der Decke, Wände in den Wohnungen sind aufgestemmt: Bei einigen Bewohnern des Caritas-Wohn- und Pflegezentrums St. Josef in Dortmund-Derne herrscht Unmut. Sie leben auf einer Baustelle - und dass mitten im Winter. Und das wird noch länger so bleiben.

Wasser, das von der Decke tropft und dort zu Schimmelbildung führt, abgerissene Gardinenstangen, aufgestemmte Wände und unverputztes Mauerwerk in der Wohnung - die Senioren des Gebäudes Nierstefeldstraße 59, das zum Caritas-Wohn- und Pflegezentrums St. Josef gehört, müssen derzeit einiges ertragen. Die Heimleitung habe ihnen versprochen, so ihr Vorwurf, dass erst neue Bungalows gebaut werden, die Bewohner dort einziehen können und erst danach die alten Wohnungen renoviert werden.

Nun sei es aber anders gekommen. Die Bungalows seien noch nicht fertig, die Renovierung in den alten Wohnungen habe aber trotzdem schon begonnen - mit den oben beschriebenen Folgen und dass die Senioren - einige von ihnen sind hochbetagt und/oder leiden an Demenz - quasi auf einer Baustelle leben müssen.

Leiter der Caritas-Einrichtung hat Verständnis

Hubert Krampe (62), seit über 25 Jahren Leiter des Caritas-Wohn- und Pflegezentrums St. Josef, hat Verständnis für die Beschwerden. Die Bauarbeiten seien in der Tat nicht ganz so gelaufen, wie er es sich vorgestellt habe. Dass die Arbeiten an den sieben neuen Bungalows jetzt parallel mit der Sanierung der alten Wohnungen stattfinden, hänge auch mit Kosten zusammen. Natürlich sei es billiger, wenn so etwas in einem Rutsch gemacht werden. Außerdem sei es generell gerade nicht ganz einfach, Handwerker zu bekommen. Schuld sei der Bauboom.

Ihm sei gesagt worden, so Krampe weiter, der Austausch der Fenster in den alten Wohnungen, um ein Beispiel zu nennen, sei eine Sache von ein paar Stunden. Dann jedoch habe es Komplikationen gegeben, wie das zuweilen auf Baustellen vorkomme, und die ganze Sache habe eben doch ein paar Tage gedauert. Dass so etwas im kalten, dunklen und extrem nassen Januar nicht angenehm sei, könne man sich leicht denken. Es werde zugig und dreckig.

Wasser dringt durch die Decke

Probleme habe vor allem aber die Erneuerung der Decke gemacht, durch die Wasser ins Gebäude gedrungen sei. In einer Wohnung sei das so schlimm gewesen, dass die Neonbirne komplett mit Wasser gefüllt gewesen sei - und erschreckenderweise trotzdem noch gebrannt habe.

Hauptproblem sei sicherlich das Wetter, so Krampe, es habe selten einen so nassen Januar gegeben wie in diesem Jahr. Und das führe eben leider dazu, dass die Arbeiten viel öfter ruhen (müssen), als allen Beteiligten lieb sei.

Er gehe nun davon aus, dass die neuen Bungalows in etwa vier Monaten fertig seien. Dann könne ein Teil der Bewohner der alten Wohnungen dorthin ziehen. Ein Ehepaar, bei dem der Mann schwerstpflegebedürftig sei, sei schon ohne Aufpreis in der Kurzzeitpflege untergebracht. Außerdem sei allen Mietern der alten Wohnungen eine Monatskaltmiete erlassen worden. Ihnen stehe die Kantine des Hauses an der Altenderner Straße zur Verfügung.

Putz soll kommen

Ihm sei bewusst, so Krampe, dass gerade für ältere Menschen Veränderungen jedweder Art schwer seien - das habe er auch gegenüber den Baufirmen immer wieder deutlich gemacht. Immerhin: Das Mauerwerk in den Wohnungen soll in diesen Tagen wieder verputzt werden, außerdem seien die Hausmeister angewiesen, alles so rasch wie möglich wieder so herzurichten, dass die Situation für die Bewohner angenehmer und wohnlicher werde.

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