Caterpillar
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Caterpillar-Maschinen wurden in Dortmund produziert (Symbolbild). 

1200 Arbeitsplätze in Gefahr

Caterpillar schließt Werke in Lünen und Dortmund: Beschäftigte wollen um Jobs kämpfen

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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Rund 1200 Arbeitsplätze in Lünen, Dortmund und Wuppertal sind akut gefährdet: Der US-Konzern Caterpillar hat in Betriebsversammlungen angekündigt, die Werke zu schließen. Gewerkschaften und die Politik wollen um Arbeitsplätze kämpfen.

  • Caterpillar ist nach eigener Aussage der weltweit führende Hersteller von Bau- und Fördermaschinen
  • 2019 machte der Konzern etwa 53,8 Milliarden US-Dollar Umsatz
  • Erst 2010 hatte der US-Konzern das seit 1895 bestehende Werk in Dortmund-Dorstfeld übernommen

Update, 10. März, 13 Uhr: Die Beschäftigten der Caterpillar-Standorte in Dortmund (620 Mitarbeiter), Lünen (500 Mitarbeiter) und Wuppertal (45 Mitarbeiter) wollen um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Obwohl man in Dortmund bis Montag (9.3.) den Beschäftigten Urlaub gegeben hatte, erschienen die meisten dennoch schon am Freitag (6.3.) wieder zur Schicht, berichtet der WDR. Eine Betriebsrätin begründete das offenbar so: "Wir lassen uns unser Werk nicht einfach wegnehmen." 

Lünen: Bürgermeister will um Arbeitsplätze kämpfen

In der Pressemitteilung von Caterpillar war unter anderem die Rede von einer „Restrukturierung des Groβhydraulikbaggergeschäfts“ und der „Konsolidierung der Produktion an anderen Standorten“. Konkrete Aussagen zum Zeitpunkt der Schließung gab es bislang nicht. Am 16. März ist die nächste reguläre Betriebsversammlung - dann hoffen die Beschäftigten auf nähere Informationen. 

Der Bürgermeister von Lünen, Jürgen Kleine-Frauns, will das Ruder selbst in die Hand nehmen: "Nach der Schock-Nachricht müssen wir den Mitarbeitern und ihren Familien helfen. Ich werde daher versuchen, sehr kurzfristig alle Beteiligten und mögliche Unterstützer an einen Tisch zu holen. Insbesondere Werksleitung, Betriebsrat, Gewerkschaften, Kammern und Arbeitsagentur", kündigt er auf Facebook an. 

Als Caterpillar den Standort der ehemaligen Eisenhütte Westfalia übernahm, arbeiteten dort noch mehr als 1000 Beschäftigte. "Die Jahre seitdem waren von Sparmaßnahmen bis zu Gehaltskürzungen im Jahr 2019 geprägt", so Kleine-Frauns. 

So haben wir bisher berichtet:

Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der US-amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar will seine Werke in Lünen, Dortmund und Wuppertal schließen. Das würde das Aus für rund 1200 Mitarbeiter in Dortmund und Lünen bedeuten. Das berichten der WDR und der Dortmunder Nachrichtenblog Nordstadtblogger.de

Am Donnerstag wurden die Belegschaften auf kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung informiert. Demnach soll das Werk in Lünen bereits 2020 dicht gemacht werden, in Dortmund soll spätestens in zwei Jahren Schluss sein. 

Dortmund: Werk gibt es bereits seit 1895

An den Standorten im Ruhrgebiet wurden seit vielen Jahren unter anderem große Bagger für den Einsatz im Tage- und Untertagebau produziert. Das Werk in Dortmund-Dorstfeld gibt es seit 1895. Die Mitarbeiter an den Standorten reagierten völlig geschockt auf die Ankündigung des US-Konzerns. Die IG Metall kündigte an, gemeinsam mit den Betriebsräten nach Perspektiven zu suchen. 

Standort in Dortmund ist "hoch produktiv"

Es gab zudem auch umgehend Solidaritätsbekundungen: Thomas Westphal, Geschäftsführer der Dortmunder Wirtschaftsförderung, reagierte auf Facebook: "Der Dortmunder Standort ist in der Tat kerngesund, profitable und hoch produktiv. Er soll einer globalen Gesamtstrategie des Konzerns zum Opfer fallen. Das ist vollkommen inakzeptabel!"

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Ullrich Sierau, will sich laut Medienberichten mit einbringen in den Kampf um Arbeitsplätze. In der kommenden Woche will der US-Konzern den Kontakt zu den Betriebsräten suchen. 

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