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Erleichterung pur: Die Schalker begraben Torschütze Alessandro Schöpf und Vorbereiter Suat Serdar.

Champions League

Ein Sieg für die Seele

GELSENKIRCHEN - Nach dem 1:0-Erfolg gegen Lokomotive Moskau hat sich der Himmel über Schalke wieder ein wenig aufgehellt – aber es gibt eine Hiobsbotschaft.

Acht raus, acht rein – im ersten Spiel nach dem verlorenen Revier-Derby entschied sich Schalkes Trainer Domenico Tedesco für die Rotation im XXL-Format – so sehr hatte vorher noch nicht mal Tedesco die Mannschaft zwischen zwei Spielen verändert.

Angesichts der angespannten Personallage und der für die Königsblauen eher geringen Bedeutung des Spiels (Schalke war schon vorher fürs Achtelfinale der Champions League qualifiziert) war das Wechsel-Festival von Tedesco nun allerdings durchaus verständlich. Immerhin kam Benjamin Goller aus der U23 so genau wie später der A-Jugendliche Ahmed Kutucu zu seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz bei den Profis, Cedric Teuchert feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback, und auch „Euro-Naldo“ durfte mal wieder ran. Sebastian Rudy und Nabil Bentaleb, die gegen den BVB noch zur Startformation gehört hatten, saßen nicht mal auf der Bank.

Hamza Mendyl stand dagegen in der Start-Elf – nach 16 Minuten war die Partie für ihn allerdings schon wieder beendet. Nach einem gegnerischen Foul humpelte er vom Platz – ein neuer Name auf der Schalker Verletztenliste.

Bereits vor dem Spiel hatte es für Schalke die fast schon befürchtete Hiobsbotschaft gegeben: Für Mittelstürmer Guido Burgstaller ist nicht nur die Hinrunde gelaufen, sondern sogar der Rückrundenstart am 20. Januar 2019 gegen Wolfsburg gefährdet.

Eine MRT-Untersuchung ergab eine strukturelle Verletzung am Übergang von Wadenmuskel und Achillessehne. Außerdem ist auch eine Sehnenplatte in Mitleidenschaft gezogen worden. Der 29-Jährige musste wegen der Verletzung, die er sich bei einer Grätsche zugezogen hatte, im Derby gegen den BVB in der 37. Minute stark humpelnd ausgewechselt werden. Nun wird immer wahrscheinlicher, dass Schalke das Transferfenster im Winter doch noch für eine Stürmer-Verpflichtung zu nutzen versuchen wird.

Kein Fußball-Fest

Angesichts der mehr oder weniger zusammengewürfelten Schalker Mannschaft war gegen Lokomotive Moskau kein Fußball-Fest zu erwarten – auch der russische Meister, bei dem natürlich die Ex-Schalker Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan im Blickpunkt standen, konnte dazu nicht beitragen. Dennoch hatte Moskau, das ja noch auf Gruppenplatz drei und damit die Europa League hoffen durfte, durch Maciej Rybus (43., Schuss ging vorbei) und Aleksei Mirantschuk (53., Ralf Fährmann hielt) zunächst die größten Chancen des Spiels.

Dann war Schalke an der Reihe: Nachdem Moskaus Torhüter Guilherme einen Schuss von Yevhen Konoplyanka (61.) abwehren konnte, hätte in der 74. Minute das 1:0 für die Königsblauen fallen müssen. Aber nach einer Ecke verpassten Suat Serdar und Matija Nastasic die Hereingabe von Naldo.

Als die immerhin 48.883 Zuschauer in der Veltins-Arena sich insgeheim schon auf eine Nullnummer eingestellt hatten, schlug dann aber doch noch Alessandro Schöpf in bester „Abstauber“-Manier zu und traf in der Nachspielzeit zum 1:0-Endstand – ein Sieg für die Schalker Seele.

Während sich der königsgraue Himmel zumindest ein kleines bisschen aufgehellt hat, ist für Lokomotive Moskau die Europa-Reise in dieser Saison nun allerdings beendet. Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan blieb immerhin als Trost, dass sie bei ihrer Rückkehr in die Arena vom Publikum mit viel Applaus begrüßt und verabschiedet wurden. Schon vor dem Spiel hatte es, von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt, eine Ehrung des Duos durch den Schalker Vorstand und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gegeben.

Höwedes gab nach dem Spiel zu, „dass ich froh bin, dass es vorbei ist“. Mit Tränen in den Augen war Schalkes langjähriger Kapitän nach der Partie in die Nordkurve gegangen und dort gefeiert worden. „Einen Punkt“, so Höwedes, „hätte ich trotzdem gerne mitgenommen.“

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