Clan-Kriminalität

Gefahr durch Kohlenmonoxid: Polizei räumt Shisha-Bar am Nordmarkt

1300 Polizisten waren in sechs NRW-Städten im Einsatz, um gegen Clan-Kriminelle vorzugehen. Kontrollen führten auch in die Nordstadt. Eine Bar wurde geräumt. Die Polizei zieht ein Fazit.

Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Recklinghausen und Duisburg: In sechs Städten war die NRW-Polizei in der Nacht zu Sonntag (13. 1.) gegen Clan-Kriminelle im Einsatz. Ein Sprecher der Polizei in Dortmund bewertete den Einsatz als Teil einer "Politik der 1000 Nadelstiche".

Gegen 21 Uhr steuerten Polizei, Zoll, Steuerfahnder, Finanzaufsicht, das Ordnungsamt und Lebensmittelkontrolleure in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefallene Betriebe an: überwiegend Shisha-Bars, in denen gesuchte Straftäter zu finden sein könnten, oder deren Betreiber mit nicht versteuertem Tabak handeln. Im Einsatz war auch ein Rauschgiftspürhund.

Zu hohe Kohlenmonoxid-Konzentration

Die Reina-Bar an der Haydnstraße / Ecke Nordmarkt ließ die Polizei kurz nach 21 Uhr räumen, da mobile Messgeräte zu hohe Kohlenmonoxidwerte anzeigten. Das löste einen Feuerwehreinsatz mit Rettungsdienst und Spezialisten des Umweltdienstes aus. Feuerwehrmänner untersuchten die Räume und setzten dabei zum eigenen Schutz vor Vergiftungen Atemschutzgeräte ein.

Ein Hochleistungslüfter pumpte frische Luft in die Bar, die nach dem Einsatz geschlossen bleiben musste. Die Stadt Dortmund und der Zoll ermitteln wegen mehrerer Verstöße. Ein Gast bezeichnete die Kontrolle an der Haydnstraße als überzogen. "Wer hier hingeht, ist 20 Jahre alt und will einfach nur sein Vergnügen haben. Ich habe selbst schon gesehen, dass die Polizei am Borsigplatz an einem Drogenhändler vorbeigefahren ist, aber hier bei uns diese Kontrolle. Was soll das eigentlich?"

Im Video erklärt Polizeihauptkommissar Oliver Peiler die Hintergründe des Einsatzes, was Clan-Kriminelle mit Rasern und Tunern zu tun haben, und Harald Böhm-Rother von der Feuerwehr berichtet, dass Kohlenmonoxid auch Wände durchdringen kann:

Zu dem Hinweis, dass die Bars auch Rückzugsorte für Clan-Kriminelle seien, sagte ein Gast: "Ach, das wird doch nur von den Hohen festgesetzt." Abgesehen davon: "Die mit Batterien betriebenen Kohlenmonoxid-Messgeräte der Polizei "sind doch alle nur China-Ware." Die von den Feuerwehr-Profis ermittelten Werte waren allerdings so hoch, dass die Einsatzkräfte die Bar zunächst nur unter Atemschutz betreten durften.

Die meisten Gäste der geräumten Bar an der Haydnstraße sowie Besucher einer Bar an der Münsterstraße in Richtung Fredenbaum nahmen die Kontrollen eher gelassen. Es sah ganz danach aus, als hätten sie sich an diese Einsätze gewöhnt. Ein Polizeisprecher: "Wir wissen, dass die Betreiber dieser Bars hochgradig genervt sind."

Behörden gehen gemeinsam vor

Die Kontrollen in den Bars sehen so aus: Zeitgleich fahren die Einsatzfahrzeuge in einer dichten Kolonne vor. Die Polizei sichert das Lokal, riegelt es ab und überprüft Personalien. Finanzermittler fragen nach dem "Managerschlüssel" für die Kasse, greifen die darin registrierten Daten ab und lassen sie sich für weitere Ermittlungen ausdrucken.

Der Zoll durchsucht Theke, Hinterzimmer und Kellerräume, um nicht versteuerten und versteckten Tabak aufzuspüren. Zoll-Ermittler überprüfen die Daten des Personals, um gegen Schwarzarbeit vorzugehen. An Ort und Stelle treiben Kontrolleure der Stadt bei Betreibern oder Besuchern Steuerschulden ein. Kritisch überprüft eine Lebensmittelkontrolleurin den Theken- und Küchenbereich.

Das Fazit der Dortmunder Polizei

Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte am Samstagabend über 421 Personen in zwölf Gewerbeobjekten. Auch im Keuning-Haus Park, der Katharinentreppe, in der Linienstraße, dem Bahnhof in Hörde, der oberen Münsterstraße in Dortmund sowie in Lünen kontrollierten Beamte verdächtige Personen. Das Innenministerium sprach vom größten Einsatz gegen Clans in NRW. Die Bilanz in Dortmund hebt sich allerdings nicht besonders von den Ergebnissen früherer Einsätze ab. Das Fazit der Dortmunder Polizei:

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