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So sehen Mädels aus, die gehört haben, dass sie nächste Woche ins Autokino dürfen...

Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand – Teil 17

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt seit einigen Tagen ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Fünf Wochen keine Schule, keine Kita, keine Betreuung durch sonst so dankbar eingesetzte Großeltern – und für viele Eltern noch dazu die neue Arbeitssituation: Home Office. Wie kompatibel sind Nachwuchs und Job?

Was macht man mit den Kindern den ganzen Tag, wenn Schulaufgaben und vorgegebene Ideen abgearbeitet sind, man aber nicht schwimmen oder ins Kino gehen kann? Alle Hobbies sind abgesagt. Der ganze Alltag ist abgesagt. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt ab jetzt ein tägliches Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Nach häuslicher Quarantäne – es geht endlich mal wieder raus

Wir werden nächste Woche Montag das Haus verlassen und NICHT in den Wald gehen. Ich freue mich unbändig darauf, etwas anderes zu sehen, habe aber Angst, dass die große weite Welt (Marl) sich total verändert haben wird. So, wie wenn man aus dem Urlaub kommt und das Nachbarhaus ist plötzlich abgerissen. Ich bin aufgeregt als würde eine Weltreise bevorstehen.

Das Verrückte: Wir werden mit ganz vielen anderen Menschen etwas gemeinsam tun. Oh Schreck, das darf man doch gar nicht! Genau! Wir werden mitten in der Menge sein und doch allein. Wir gehen ins Autokino! Ich freue mich schon wie ein Kind auf Weihnachten! Endlich mal wieder etwas anderes sehen und nicht nur am Fernseher einen Film gucken.

Am Montag geht es zum Autokino in Marl

Zu den Tickets sollte man Popcorn bestellen (und bitte nichts selbst mitbringen an Getränken und Snacks), was mir logisch erscheint. Verdienen doch so so viele Kinos derzeit an keiner normalen Vorstellung Geld. Die Technik für ein Autokino wird auch nicht billig sein – also ist es am besten, der Kino-Parkplatz ist voller Film-Fans und alle kaufen Nachos, Popcorn, und Getränke.

Die Idee, im sicheren Auto etwas gemeinsam mit anderen in den Fahrzeugen vor oder hinter (oder im Kino eben: neben) einem selbst etwas zu unternehmen, haben die Iren übrigens schon Mitte März gehabt.

Schul-, Universitäten- und Ämterschließungen sind auf der Grünen Insel nämlich die eine Sache – dass aber am St. Patrick’s Day, am 17. März, bereits und auf unabsehbare Zeit alle Pubs geschlossen waren, ist eine ganz andere Nummer.

„Sowas schafft sonst nur Jesus Christus zu Ostern und Weihnachten“, scherzten die Ir*innen zu Hunderten in den sozialen Medien. Und: „Selbst der musste in den letzten Jahren mit den Gastwirten hart um Karfreitag und Christmas Day kämpfen.“ In der gesamten Geschichte des Landes war bislang nur an diesen beiden Tagen im Jahr tatsächlich keine einzige Gaststätte geöffnet.

Irland: Auto-Karawanen fahren durch die Stadt

Wenn man sich nicht zu Partys und geselligem Austausch treffen kann – und die große Mehrheit der Bevölkerung hält sich auch dort an die Vorgaben – macht Not die Ir*innen erfinderisch: Statt der gewohnten Paddy’s-Day-Paraden mit Tausenden von Menschen am Straßenrand fuhr in Cork eine Auto-Karawane durch die Stadt.

In den Fahrzeugen komplett verkleidete Familien, hinter (fast immer) geschlossenen Fenstern. Es wurde gehupt und gewinkt und sich angelacht – immer mit viel Abstand und im sicheren Faraday’schen, ach nein: Corona’schen Käfig.

Autokino: Corona-Auflagen müssen umgesetzt werden

So machen wir das auch. Ich habe Tickets für die ganze Familie (pro Wagen dürfen in Marl und in Essen maximal zwei Erwachsene und deren im Haushalt lebende Kinder ins Autokino) bestellt und „gehe“ an einem weiteren Abend „mit“ einer Freundin. Also, ich fahre natürlich und wir werden zwei verschiedenen Fahrzeugen dort sein. Aber es ist immerhin etwas gemeinsam erlebtes. Wie schön!

Die zusätzlichen Corona-Auflagen, die vor Ort umgesetzt werden müssen, muten selbst schon wie ein Hollywood-Script an: „Am Einlass werden Tickets und Concessions gescannt. Bitte lasst die Autoscheiben zu und macht das Handydisplay schön hell, dann können wir durch die geschlossene Scheibe scannen.“ Weiß eigentlich irgendwer, was Roland Emmerich gerade macht? Vermutlich am Drehbuch für „The Life after the big C“ (Director’s Cut, Filmlänge: drei Monate) arbeiten…

Weitere Infos:

Autokino: In Marl gibt es bis voraussichtlich 19.04.2020 zwei Filme pro Tag (für Kinder und welche für Erwachsene). Alle Infos, alle Filme und Tickets gibt es auf: https://www.loe-studios.de/de/autokino-info. In Essen gibt es unter https://www.essen-autokino.de Filme für die ganze Familie.

Lecker und gesund: Wer sich nicht nur von Popcorn und Tiefkühlkost ernähren möchte (und seine Kinder auch nicht), findet im Netz beim Bundeszentrum für Ernährung viele tolle Tipps und Rezepte (danke an die Leserin Frau W. aus Herten, die mir diese Infos per Mail geschickt hat!). Derzeit verbringen die meisten Eltern mehr Zeit als üblich mit ihren Lieben zuhause. Warum nicht die unfreiwillige Pause in Kita, Schule und Beruf nutzen, um mit den Kindern zu kochen, Neues auszuprobieren und in aller Ruhe genüsslich zu essen? Das macht Klein und Groß Spaß und bringt ganz neue Erfahrungen. Von Kindern heiß geliebt sind beispielsweise die lustigen Brotgesichter, der selbst gerührte fruchtige Obstquark und der kunterbunte Nudelsalat aus dem Unterrichtskonzept „Der Ernährungsführerschein“. Jetzt gibt es alle 15 Rezepte aus dem Ernährungsführerschein als Download für alle Familien zum Nachmachen: https://www.bzfe.de/inhalt/kochen-mit-kater-cook-35351.html. Guten Appetit!

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