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Achtjährige mit Handy - unter normalen Umständen eher uncool. Aber jetzt...?

Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand – Teil 16

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt seit einigen Tagen ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Habe ich nicht vor ein paar Tagen erst von Ausnahmen und Ausnahmezustand geschrieben? Dieser Zustand erreicht bei uns auch in Sachen Telekommunikation einen ganz neuen Level. Ich halte Handys für Grundschulkinder (und eigentlich auch für Unterstufenschüler*innen) für überflüssig. Ab der weiterführenden Schule ist ein Kind aber von der gesamten Kommunikation ausgeschlossen, wenn es kein WhatsApp hat (das übrigens – da schau’ einer an! – erst ab 16 Jahren genutzt werden dürfte, darunter – ab 13 – mit Zustimmung der Eltern). 

Nachrichtendienste bringen Probleme mit sich, die wir alle ohne sie nicht hätten: Gruppendruck, gruselige Kettenbriefe gespickt mit Fake News und albernen Emojis, Mobbing, Datenschutz-Details, die wir nicht überblicken, und ich könnte schwören (wenngleich ich es nicht beweisen kann), dass mein Telefon mir auf Facebook (das ja mit WhatsApp verbandelt ist) Themen und bei Google Informationen vorschlägt, die ich höchstens bei WhatsApp im ganz privaten Kreis angesprochen habe. 

Ausgeschlossen aus dem ganzen Leben

Aaaaaber: Im Moment sind wir alle und überall nicht nur aus der Klasse ausgeschlossen, sondern aus dem ganzen Leben da draußen. „Mama, ist es schon 15 Uhr, kann ich dein Telefon haben, um meine Freundin per Video anzurufen?“ Was soll ich sagen, „Nein“? Soll ich sagen, nein, du darfst das nicht. Du musst hier allein herumsitzen und dich mit deiner Schwester streiten, die lieber lesen als spielen möchte? Soll ich sagen, nein, das geht nicht, dafür bist du mit acht Jahren noch zu jung? Das kriege ich nicht hin. Also leihe ich ihr mein Telefon. 

Kriegsrat am Küchentisch

Der Haken: Ich benötige das zum Arbeiten, und zum – surprise! – Kommunizieren mit Menschen außerhalb dieser vier Wände. Kriegsrat am Küchentisch: „Was tun wir jetzt? Kannst du ihr nicht dein Telefon geben?“ „Nein, ich benötige das auch, übrigens.“ „Und Alva, kann die ihr Telefon nicht mal ausleihen?“ Der Daddy guckt mich an, als hätte ich gesagt, Alva könne doch auch mal ihren Kopf ausleihen. Aber okay, er hat ja recht. Die Kommunikation ist Privatsache und sollte das auch bleiben, so weit es geht. 

Wann fängt die Schule wieder an?

Ein Anruf und eine Bestellung einer neuen SIM-Karte später, spreche ich mit Orla darüber, dass sie nur für diese Zeit, bis wieder Schule ist („Wann, Mama? Wann?“) eines unserer alten Handys mit der neuen Karte haben darf, und wir das dann wieder einsammeln werden. Sie guckt nahezu verführerisch und sagt: „Och, komm, aber Sonntags könnte ich doch.“ Äh… neee, so haben wir nicht gewettet. Je nachdem, wie lange wir jetzt noch so weiter machen, verschieben wir dieses Thema erstmal nach hinten. Bis nach den Osterferien. Bis die Schule wieder anfängt. Wann, liebes Virus? Wann?

Tipps:
Es ist an der ZEIT, sich inspirieren zu lassen: Viele Verlage (nicht nur Buchverlage, die 80% Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben – nicht durch mich, ich kaufe Bücher wie immer, in rauen Mengen, ins Kino, Konzert oder Theater kann ich ja nicht…) haben große Probleme, weil ihnen Anzeigenkunden wegbrechen und die Leute vor lauter Klopapier-Gekaufe (im Ernst? Immer noch?) gar nicht erst zu dem wichtigeren Papierregal neben der Kasse gehen. 

Deswegen bieten viele Tageszeitungen derzeit Sonderkonditionen an. Unter anderem bietet das Medienhaus Bauer das E-Paper zum vierwöchigen Probelesen an.

Hier geht es zum vorherigen Teil des Tagebuchs

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