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Die Meditation für Kinder per Handyanruf aus dem Arbeitszimmer...

Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand - Teil 21

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt seit einigen Tagen ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

  • Mareike Graepel berichtet über ihr Leben in Zeiten des Cornavirus.
  • Wie viele Eltern, muss sie Familie und Arbeit im Home Office unter einen Hut bringen.
  • Täglich erscheint ein neuer Teil ihres Tagebuchs.

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich wäre in einem Strandcafé auf Ameland, auf der holländischen Insel etwas nördlich von Leeuwarden. Mit Blick auf die Nordsee und eine Speisekarte mit Patat met Mayo, Pannekoeken und Soft-Ijs mit bunten Streuseln.

Es waren nicht viele Menschen da, so als wäre es noch früh am Tag oder vielleicht am Anfang eines langen Wochenendes, aber die, die da waren, die hatte ich vorher lange nicht gesehen und sie in dieser Zeit vermisst. (Okay, ich gebe zu, das ist meine vierte Woche ohne jeden wirklichen Kontakt zu anderen Menschen, der über ein Winken an Tür oder Fenster oder von Auto zu Auto hinausginge – der Husten hält sich hartnäckig und ich bin unsicher, wie ich damit umgehen soll, also bleibe ich zur Sicherheit aller einfach zu Hause.)

Das war ein schöner Traum und beim Aufwachen hatte ich die gleiche Laune wie Orla kürzlich, als sie darüber gemeckert hat, dass das Begreifen der Realität am Morgen ziemlicher Mist sei. (Ich habe aber in der letzten Nacht auch geträumt, dass ich in einer Dattelner Kneipe für die Zeitung die „Frage der Woche“ mit 12 Leuten machen musste – wo kam der Traum-Teil bloß her?) Träume sind keine Schäume – oder höchstens der Schaum auf den Wellen des Meeres am Strand –, und wie so viele Menschen halten wir uns hier mit dem Zelebrieren von Zuversicht und Vorfreude „über Wasser“. Träume sind dafür eben hervorragend geeignet.

Meditation in der Corona-Krise

Meditationen übrigens auch. In einem der Corona-Sonder-Service-Newsletter, die ich abonniert habe, war letzte Woche eine Meditation für Kinder verpackt. Die werden die Kinder gleich mal ausprobieren – und ich mache mit. Mal sehen, wie das ist. Ich kann mich erinnern, dass ich das erste Mal meditiert habe während eines Abitur-Vorbereitungswochenendes im Kloster Gerleve.

Wir sollten uns vorstellen, wir seien ein Baum. Das war spannend, eine ganz neue imaginäre Entwicklung für uns, die mit knapp 18 noch dachten, wir könnten im Leben alles erreichen, was wir wollten. Als die Meditation ausklang, fragte uns der Pater – Pater „Nobbsche“ –, welcher Baum wir waren. Die einen waren Birken, die anderen Eichen und einer war eine Tanne. Und eine Schulkameradin rief: „Ich war ein Katzenkratzbaum!“ Muss eine eher anstrengende Meditation für sie gewesen sein…

Per gedanklicher (und seelischer) Reisen sind derzeit nicht nur Sehnsuchtsorte wie Ameland oder beruhigende Bewusstseinsveränderungen zu erreichen, sondern auch Kirchen. Aus Datteln hat uns die Oma von Alva und Orla gesegnete Palmzweige geschickt und Denkanstöße und Ideen, wie man Ostern zu Hause feiern kann – vom Livestream bis hin zum Video-Kreuzweg wird bei vielen Gemeinden ähnlich wie in St. Amandus sehr viel kreative Corona-Überbrückungsarbeit geleistet.

Auch unsere Gemeinde in Haltern, St. Sixtus, hat auf einem YouTube-Kanal Videos zusammengestellt – mit speziellen Angeboten für Familien mit Kindern und für Erwachsene ohne Kinder. In einem Interview per Mail für einen Artikel zur Fastenzeit schrieb mir unser Pfarrer: „Zu Ostern werden die Kirchen besonders einladend gestaltet. Im Altarraum wird ein Ostergarten zu sehen sein, das geweihte Osterwasser steht in kleinen Fläschchen bereit und kann mit nach Hause genommen werden, ebenso das Licht der Osterkerze.“

Als ich erklärt habe, dass Ostern kommt, ganz bestimmt, auch wenn wir nicht zum Gottesdienst in die Kirche gehen können, war Orla kurz nervös: „Und der Osterhase?“ Der kommt auch. Mit Mundschutz zwar und ausreichend Abstand, aber er kommt. Versprochen.

Weitere Infos:

Glauben online: Ohne Gottesdienste sind die Kirchen leer, aber die Köpfe der kreativen Christen – im wahrsten Sinne des Wortes: Gottseidank! – voll mit Ideen: Unter www.st-amandus-datteln.dehttps://www.youtube.com/user/stmarienhaltern und https://www.st-sixtus.de gibt es viele Möglichkeiten, Ostern und die Auferstehung Jesu zu feiern. Auch viele andere Gemeinden bieten ähnliche Impulse an – ein wenig recherchieren lohnt sich sicher!

Hier geht es zum vorherigen Blog-Eintrag.

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