Covid-19-Tests

Corona-Test am Flughafen Düsseldorf: Ergebnis ist da - das sagt ein Sprecher zur Wartezeit

  • Stephan Rathgeber
    vonStephan Rathgeber
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Wer aus einem Covid-19-Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Doch wer einen Abstrich am Flughafen Düsseldorf machen lässt, erhält von der App des Labors oft leere Befund-Mitteilungen und muss lange auf einen Befund warten. Ein Sprecher äußert sich.

  • Wer aus einem Corona-Risikogebiet wie Mallorca nach Deutschland einreist, muss einen Corona-Test durchführen lassen und sich in Quarantäne begeben.
  • Am Flughafen Düsseldorf steht dafür ein eigenes Testzentrum bereit.
  • Doch das bearbeitende Labor steht in sozialen Netzwerken in der Kritik: Eine App schickt falsche Benachrichtigungen. Außerdem dauere die Auswertung länger als angegeben.

Update, 23.8., 14 Uhr: Auch der Autor dieses Artikels, der am Dienstag am Flughafen Düsseldorf landete, hat sein negatives Covid-19-Testergebnis am Samstagmittag erhalten. Die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne endet damit übrigens nicht automatisch: Sie muss durch das Amt beendet werden. Da am Wochenende dort aber niemand zu erreichen ist, wird die Quarantäne bis Montag fortgesetzt.

Ein Corona-Test ist nach der Einreise nach Deutschland Pflicht

Unsere bisherige Berichterstattung: Wattestäbchen in den Rachen, Wattestäbchen in die Nase - fertig ist der benötigte Abstrich für den Corona-Test. Seit dem 8. August ist dieser für Einreisende aus einem Risikogebiet wie Mallorca verpflichtend in Deutschland. Innerhalb von 48 Stunden vor oder 72 Stunden nach der Einreise muss ein entsprechender Test erfolgen. Anschließend geht es in Quarantäne, bis ein negatives Ergebnis vorliegt. Praktisch für Urlauber, den Test direkt an manchen Flughäfen durchführen zu können. So auch in Düsseldorf.

Coronavirus: Flughafen Düsseldorf betreibt Testzentrum für Einreisende aus Risikogebieten

Der internationale Flughafen in der NRW-Landeshauptstadt hat ein Testzentrum eingerichtet: Insgesamt wurden (Stand 20. August) hier seit dem 24. Juli bislang 30.000 Menschen getestet. Rund 2,5 Prozent der Tests fallen positiv aus. Das Procedere: Am Gepäckband 19 können sich Einreisende registrieren lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung nimmt den erforderlichen Abstrich. Der Getestete erhält eine Anleitung, wie er mit einem QR-Code über eine App auf seinen Befund zugreifen und eine Push-Benachrichtigung aktivieren kann.

Corona-Tests in Düsseldorf: App verschickt falsche Push-Benachrichtigungen

Diese App wird von den Medizinischen Laboratorien Düsseldorf (MLD) - die auch die Auswertung der Tests übernehmen - betrieben. Doch was nach moderner Medizintechnik in digitalem Zeitalter klingt, funktioniert leider nur bedingt. Bereits auf dem Zettel, den man am Flughafen Düsseldorf erhält, wird die Erwartung gedämpft: „Eine Push-Nachricht der App bedeutet leider nicht zwingend, dass Ihr Befund fertig ist.“

Diese Anleitung mit QR-Code zum Erhalt des Corona-Testergebnisses erhält man am Flughafen Düsseldorf.

Leere Corona-Befunde: Problem ist bekannt

Was das bedeutet, wird dem Getesteten schnell deutlich: Die MLD-App verschickt mehrmals täglich falsche Push-Mitteilungen mit der Überschrift: „Neuer Befund ist jetzt verfügbar!“. Wer die App daraufhin in der Hoffnung öffnet, ein Ergebnis zu erhalten, findet doch nur eine Mitteilung „Befund in Arbeit". Auf Nachfrage von 24VEST.de äußert sich für die MLD Mikrobiologe Dr. Roland Geisel: „Wir gehen der Ursache für die inhaltslosen Pushnachrichten nach; unser IT Dienstleister wurde informiert.“

App steht im Apple-Store unter Beschuss

Im App-Store von Apple macht sich bereits Frust breit: Die „MLD Apparategemeinschaft“-App wird hier nur mit 1,8 von 5 möglichen Sternen bewertet. Im Play Store von Android werden immerhin 2,9 Sterne für die hier zu benutzende "Onlinebefunde"-App vergeben. Neben den falschen Pushes wird auch die nicht vorhandene Funktionalität auf manchen Endgeräten wird kritisiert.

„Neuer Befund ist jetzt verfügbar!“ Diese Push-Mitteilung kommt leider häufig ohne Inhalt daher.

Doch auch ohne Handy lässt sich ein Befund abrufen, wie Dr. Roland Geisel mitteilt: „Für die Fälle, in denen es Schwierigkeiten bei der Befundabfrage über die App gab, haben wir auf der Laborhomepage einen Link bereitgestellt, der mithilfe einer Eingabe der Barcodedaten auch einen Befund in PDF Form bereitstellt.“ Der entsprechende Link findet sich hier. Zudem könnte man telefonisch unter 0211/49780 eine Befundabfrage stellen.

Corona-Test: Wartezeiten auf das Ergebnis zu lang? Das sagt das Labor in Düsseldorf

In sozialen Netzwerken beschweren sich darüber hinaus manche Nutzer über zu lange Wartezeiten. Auf der Facebook-Seite der MLD oder in den Google-Bewertungen wird kritisiert, dass manche Urlauber bereits seit mehr als vier Tagen auf das Ergebnis warten würden. Dabei heißt es auf der Website des DUS: „Das Testergebnis ist in der Regel innerhalb von drei Tagen online abrufbar.“

Hier stellte insbesondere das erhöhte Testaufkommen der vergangenen Tage - insbesondere durch die Reisewarnung für Mallorca - eine große Herausforderung für das Labor dar: „Die Reisewarnung stellte -wie nicht anders zu erwarten war-, die KV als Organisator der Flughafenprobenahme und uns als regionales Düsseldorfer Labor durch die Vielzahl der Test vor große logistische Herausforderungen, die wir gemeinsam allerdings bisher gut bewältigen konnten. Es ergaben aus den genannten Gründen leider Wartezeiten für manche Reiserückkehrer“, erklärt Dr. Geisel.

Rückkehrer am Sonntag mussten lange warten

So seien vor allem für Reiserückkehrer am Sonntag (16.8.) große Bearbeitungszeiten entstanden: „Die durchschnittliche Proben- Bearbeitungszeit hängt schon etwas vom Probenaufkommen ab. Daher war die Bearbeitungszeit für die 2500 Proben, die unser Labor zusätzlich zu den Covid- Testanforderungen, die von unseren Krankenhäusern und kooperierenden Praxen eingehen, am Sonntag am längsten", so Dr. Geisel.

Er sei daher dankbar, dass - anders als in sozialen Netzwerken - viele Anrufer in der aktuellen Lage „nach Erläuterung der Situation Verständnis dafür hatten, dass wir als Dienstleister ebenfalls mit maximalem personellen und logistischem Aufwand kurzfristig auf das erhöhte Probenaufkommen reagiert haben.“

Rubriklistenbild: © Stephan Rathgeber

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