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Auch auf den Transport von Corona-Patienten sind die Feuerwehren in NRW gut vorbereitet. Hier zeigt der Essener Pressesprecher Mike Filzen Ende Januar die Spezialausrüstung in einem von zwei neuen Rettungsfahrzeugen in der Stadt.

Risikopatienten im Blick

Corona-Erlass sorgt für weniger Feuerwehr-Einsätze - eine Gefahr alarmiert die Lebensretter aber

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Die Feuerwehr hat weniger Arbeit, weil es wegen des Corona-Erlasses in NRW sinkende Unfallzahlen gibt. Aber die Lebensretter warnen gleichzeitig vor einer Gefahr, die Risikopatienten betrifft.

  • In der Corona-Krise registrieren die Feuerwehren deutlich weniger Einsätze
  • Die Feuerwehr Essen warnt aber vor den Schattenseiten des Kontakt-Verbotes in NRW
  • Vor allem Risikopatienten sollten den Weg ins Krankenhaus auch weiterhin nicht scheuen

Die Bilanz klingt erstmal positiv: Die Anordnungen der Bundes- und Landesregierung in der aktuellen Corona-Krise haben in Nordrhein-Westfalen an vielen Stellen zu einer spürbaren Entlastung des Gesundheitswesens geführt - den weiter steigenden Fallzahlen von Covid-19 zum Trotz. 

Es ist ja auch logisch: Wenn die Menschen weniger in den Städten unterwegs sind bzw. sein dürfen, gibt es weniger Verkehrsunfälle - und damit gleichzeitig weniger Verletzte, die stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Tatsache, dass Arbeitnehmer nun vermehrt im Home-Office arbeiten und somit weniger zum Job pendeln müssen, verstärkt den Rückgang noch weiter.

Wie 24VEST.de* berichtet, werden durch die sinkenden Unfallzahlen aber nicht nur Ärzte und Klinik-Mitarbeiter, sondern auch die Rettungskräfte entlastet. Die Feuerwehren freuen sich einerseits natürlich über diese Entwicklung, warnen andererseits aber auch vor einer großen Gefahr, die vor allem Risikopatienten betrifft.

Feuerwehr in Essen: Deutlicher Rückgang bei Notfällen 

Nach Angaben der Feuerwehr Essen gebe es in den Kliniken der Stadt einen signifikanten Rückgang bei kardiologischen und neurologischen Erkrankungen bzw. Notfällen. Der Pressesprecher der Essener Behörde, Mike Filzen, vermutet, dass dieser Umstand der ausbleibenden sozialen Kontrolle durch gegenseitige Besuche von Familie, Freunden oder Nachbarn geschuldet sein könnte.

"Selbst bei täglichen telefonischen Kontakten kann ein neurologischer oder kardiologischer Notfall unbemerkt bleiben. Möglich ist auch, dass Betroffene ein gesundheitliches Problem entwickeln, den Notruf aber nicht wählen, weil sie sich davor fürchten, in eine Klinik eingewiesen und dort mit dem Corona-Virus infiziert zu werden. Das ist falsch, ja sogar lebensgefährlich", warnt Filzen in einer Mitteilung der Feuerwehr Essen vor den gesundheitlichen Schattenseiten des Kontakt-Verbots in NRW.

Feuerwehr in Essen: Schlaganfall oder Herzinfarkt größere Gefahr als Coronavirus

Der Rettungsdienst und die Kliniken hätten alle notwendigen Maßnahmen geplant und umgesetzt, sodass die Infektion eines transportierten und eingelieferten Patienten mit dem Virus verhindert werden kann, erklärt der Feuerwehr-Pressesprecher weiter. Filzen hat daher eine große Bitte an die Bevölkerung: "Achten Sie unter Wahrung des Abstandsgebotes und Beachtung der Hygieneregeln auf ihre Familienangehörigen, Nachbarn, Freunde und Fremde. Ein verschleppter Schlaganfall oder Herzinfarkt birgt ein wesentlich höheres Risiko als die Gefahr durch das Corona-Virus."

Bürger in Essen bedanken sich bei Corona-Helden mit toller Aktion 

Der unermüdliche Einsatz der Rettungskräfte sowie der Ärzte und Klinik-Angestellten sowie der Mitarbeiter der Gesundheitsämter und Städte in der Corona-Krise wurde in Essen vor kurzem mit einer tollen Aktion gewürdigt. Die Feuerwehr Essen bedankte sich mit einem "Beweisfoto" auf Twitter für die schöne Idee.

Alle Entwicklungen zu Covid-19 und aktuelle Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen finden Sie in unserem Corona-Newsblog*.

Ein Laubenbrand in Grafenwald bei Bottrop griff auf den umliegenden Wald über. Unter erschwerten Bedingungen musste die Feuerwehr einschreiten*. 

In Castrop-Rauxel gab es eine Explosion und dann einen großen Brand in einer Wohnsiedlung* im Ortsteil Ickern. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus.

op

*24VEST.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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