Noch ist der Kühlschrank voll - aber was, wenn wir uns weiter weigern, extrem auf Vorrat einzukaufen?
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Noch ist der Kühlschrank voll - aber was, wenn wir uns weiter weigern, extrem auf Vorrat einzukaufen?

Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand - Teil 5

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt ab jetzt ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

  • Das Coronavirus hat auch den Kreis Recklinghausen fest im Griff.
  • Kitas und Schulen sind geschlossen.
  • Mareike Graepel bloggt aus ihrem daraus resultierenden Familien-Alltag.

Fünf Wochen keine Schule, keine Kita, keine Betreuung durch sonst so dankbar eingesetzte Großeltern – und für viele Eltern noch dazu die neue Arbeitssituation: Home Office.

Wie kompatibel sind Nachwuchs und Job? Was macht man mit den Kindern den ganzen Tag, wenn Schulaufgaben und vorgegebene Ideen abgearbeitet sind, man aber nicht schwimmen oder ins Kino gehen kann? Alle Hobbys sind abgesagt. Der ganze Alltag ist abgesagt. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt ab jetzt ein tägliches Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Kinder sind vom Thema Coronavirus genervt

„Ich kann das nicht mehr hören! Gibt es keine Nachrichten mehr, die nichts mit Corona zu tun haben?“ Die Kinder sind genervt. Genervt von der Tatsache an sich, dass es nur ein Thema zu geben scheint.

Sie sind genervt davon, dass sie nicht alles verstehen, was die Politiker*innen und Journalist*innen da reden. Und sie sind genervt, dass wir immer „Ssschhhh, schhhhhh!“ sagen, wenn die Nachrichten beginnen.

Ich höre zwar täglich beim Arbeiten die Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts, benötige aber zudem die Einschätzung anderer Menschen und die Berichterstattung über die Zusammenhänge zwischen den harten Fakten und dem täglichen Leben.

UNICEF hat Informationen für Kinder zum Thema Coronavirus zusammengestellt

Andere Eltern berichten mir von ähnlichen Reaktionen ihrer Kinder, in WhatsApp-Gesprächen und per Video-Chat (wenn das alles vor 25 Jahren passiert wäre, hätten die Brieftauben-Halter noch mal Hochkonjunktur gehabt!). Warum geht es den Kindern so?

Seien wir mal ehrlich, es geht uns doch genauso – aber wir wollen trotzdem immer mehr wissen, weil wir denken und hoffen, dass wir mit dem Wissen die Situation im Griff haben. Die Kinder wollen darauf vertrauen (und sollen das auch!), dass wir souverän sind. Haben sie Ängste oder sind überfordert, müssen wir das ernst nehmen. Informationen, Hygiene-Regeln und Beruhigungsformeln hat UNICEF für Kinder zusammengestellt (siehe Infokasten).

Coronakrise: Erzählen Sie Heldengeschichten über Helfer

Besonders schön ist an der Liste der Tipps der letzte Punkt: Erzählen Sie Heldengeschichten über Helfer und Forscher und Pfleger und Nachbarn, die alle gerade gutes tun. Dazu zählen übrigens auch die Verkäufer*innen im Supermarkt.

Da die Mädchen und ich ja seit einer Woche in ärztlich empfohlener Isolation leben und außer den eigenen vier Wänden nur abends für eine Dreiviertelstunde ein einsames Waldstück sehen, haben wir noch keine der offenbar schockierenden Szenen in den Lebensmittelgeschäften erlebt. 

„Mareike!“ schreibt mir eine Freundin am Mittag. „Es gibt hier keine Müllbeutel mehr, keine Hygieneartikel, kein Toilettenpapier, keine Seife. Die Leute im Geschäft waren total aggressiv – untereinander, zu den Verkäuferinnen – und haben auf Merkel geschimpft und Trump und Erdogan gelobt. Und die Polizei fährt hier Streife.“

Idee: Die lokalen Restaurants durch Lieferbestellungen unterstützen

Solche Nachrichten machen mir mehr Angst als der Virus und ich lese sie meinen Kindern nicht vor. Wenn ich aber nicht einkaufen kann, wovon ernähren wir uns denn dann nächste Woche?

Meine Idee: Die lokalen Restaurants durch Lieferbestellungen unterstützen. Mag ja auf den ersten Blick teurer wirken, als kistenweise Dosenravioli zu kaufen, aber es ist auf jeden Fall besser als Frustkäufe im Internet zu tätigen und hinterher 21 neue Paar Schuh da stehen zu haben.

Jetzt ist Gott sei Dank erstmal Wochenende – juchuu, keine Termine und kein Freizeitstress, ach, Moment mal, das war ja schon die ganze Woche so… Wir werden jedenfalls die Zeit größtenteils damit rumbekommen, in dem die Kinder in andere Zimmer umziehen. Dabei misten wir aus und räumen auf. Ob das was geholfen hat gegen den latenten Lagerkoller, berichte ich nächste Woche…

Weitere Infos

Reden, reden, reden: UNICEF hat eine Liste an Tipps dazu, wie wir mit Kindern über Corona reden können, zusammengestellt: www.unicef.de

Für Größere: LEGO-Fans und alle, die das werden wollen, aufgepasst! Am 16. März ist mit „Building Bricks for Happiness“ eine besondere Aktion von Klemmbaustein-Fans für Klemmbaustein-Fans gestartet. Die besten LEGO Fan Medien haben sich mit besten Klemmbaustein-YouTubern zusammengetan, um im Angesicht der zunehmend düsteren Berichterstattung rund um das Coronavirus ein positives Zeichen zu setzen. Reingucken lohnt sich: www.promobricks.de

Weitere Teile des Blogs:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

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