Dauerfehde

DEW21: Ex-Chef Brinkmann will 202.776 Euro von seiner früheren Firma

Die Dauerfehde zwischen DSW21-Chef Guntram Pehlke und Dr. Frank Brinkmann, Ex-Chef der Tochtergesellschaft DEW21, geht vor dem Landgericht weiter. Derweil hat Brinkmann Karriere gemacht.

Dr. Frank Brinkmann war von 2010 bis 2017 Vorsitzender der DEW21-Geschäftsführung. Sein Vertrag wurde auf Betreiben von DSW-Vorstandschef Guntram Pehlke, auch Mitglied im DEW21-Aufsichtsrat, nicht verlängert. Zudem musste Brinkmann seinen Posten vorzeitig räumen.

Damit war der Machtkampf zwischen den Spitzen der Dortmunder Versorger DSW21 und der Tochtergesellschaft DEW21 zwar entschieden, der Zwist aber nicht beendet. Bereits im Februar 2017 hatte Brinkmann dem Aufsichtsrat schriftlich mitgeteilt, dass ihm ausstehende Erfolgsprämien (Tantiemen und variable Vergütungen) seit seiner Wiederbestellung 2014 vorenthalten worden seien - obwohl DEW die Unternehmensziele immer erfüllt und sogar übererfüllt habe.

Jahresergebnis lag deutlich über Plan

Auch das Ergebnis für 2016 lag mit mehr als sechs Millionen Euro über dem Plan - das beste seit Bestehen der DEW21. Dennoch warf man Brinkmann unter anderem vor, die Zukunft des Unternehmens nicht ambitioniert genug geplant zu haben.

Die Summe der offenen Erfolgsprämien beträgt 202.775,88 Euro. Das ist nach Auskunft von Presse-Richter Thomas Jungkamp der Streitwert. Laut Brinkmanns Schreiben von damals sollten diese Boni, die ihm vertraglich zustünden, erst in Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag thematisiert werden. Dieser Vertragsabwandlung hatte Brinkmann aber nicht zugestimmt. Er reichte Klage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, vertreten durch den Oberbürgermeister, ein.

Brinkmann war der erste DEW-Chef, der keine Tantiemen bekommen hat. Über die Auszahlung der Erfolgsprämie entscheidet die Gesellschafterversammlung. In diesem Fall Guntram Pehlke für DSW21, die 60,1 Prozent an DEW hält, und ein Vertreter des Anteilseigners Innogy SE (39,9 Prozent).

Gericht setzt dreimonatige Frist

Am Donnerstag kam es in dieser Sache zu einem ersten Gütetermin vor der Kammer für Handelssachen des Landgerichts. Da sich beide Seiten derzeit in Vergleichsverhandlungen befinden, will das Landgericht aber mit einer Entscheidung abwarten. Nach Auskunft eines Gerichtssprechers wurde dafür eine Frist von drei Monaten eingeräumt. Vorsorglich wurde ein Verkündigungstermin auf Ende Oktober angesetzt. Sollte es bis dahin keine außergerichtliche Einigung geben, gibt es ein Urteil.

Für Dr. Frank Brinkmann wurde der unfreiwillige Weggang aus Dortmund zum Karrieresprung. Der 52-Jährige wurde zum Januar 2018 Geschäftsführer der Technischen Werke Dresden (TWD). Die TWD-GmbH ist die 100-prozentige Holdinggesellschaft der Landeshauptstadt Dresden und die Obergesellschaft des TWD-Konzerns. Unter dem Konzerndach mit rund 6000 Mitarbeitern und 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz bündeln sich sämtliche städtische Unternehmen.

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