+
Die Dimensionen des neuen Deiches an der Lippe sind bereits klar zu erkennen. Rechts im Bild das neue Pumpwerk, das die Aufgabe hat, das Hinterland zu entwässern.

Deichbau

Bau der Bandbrücke verzögert sich

HALTERN/MARL. - Erst 2019 kann das Material für den Deichbau über die Lippe transportiert werden. Es gibt Probleme mit den Fundamenten.

Der Deichbau an der Lippe zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl („HaLiMa“) schreitet voran – auch wenn der Sand für den Deich gerade nicht über den Rhein transportiert werden kann und die Fundamente für die Bandbrücke nicht rechtzeitig fertig geworden sind.

Der Sand aus Trechtingshausen/Rheinland-Pfalz kann zurzeit nicht mit Schiffen stromabwärts transportiert werden, weil der Rhein zu wenig Wasser führt. Stattdessen wird aktuell noch der Sand verbaut, der auf der Brecheranlage des Bauunternehmens Mertmann in unmittelbarer Nähe der Lippe zwischengelagert ist. Im Minutentakt fahren die Lkw die kurze Strecke in die Baustelle hinein und zurück.

Geplant und versprochen war den Bürgern, dass ab Juni Sandtransporte zu 65 Prozent über eine Bandbrücke abgewickelt werden. Doch die Berechnung der Statik für die Fundamente dauerte laut Auskunft von Pressesprecherin Anne-Kathrin Lappe länger als geplant. Nun sollen die Fundamente für die Brücke aber im November fertig sein. Im Anschluss wird die Bandanlage aufgebaut. Sie soll im Januar 2019 laufen. Ausgangspunkt der Bandbrücke ist die Anlegestelle am Kanal. Die Anlage wird von dort aus die Lippe überspannen.

Der Deich wird am Ende 14 Meter hoch sein

Der Deich hat bereits Formen angenommen. Insgesamt 884.000 Kubikmeter Boden sind für den 5,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Lippramsdorfer Straße und Oelder Brücke nötig, die Endhöhe des Deiches beträgt 14 Meter. Die meisten Bodenmassen wurden bislang per Schiff über den Wesel-Datteln-Kanal bis zum Hafen des Bergwerks Auguste Victoria transportiert.

Von dort aus geht es derzeit noch per Lkw über die Lippramsdorfer Straße und die Zechenstraße von AV 8 auf die Nordseite der Lippe. Das wird sich mit Fertigstellung der Bandbrücke ändern. Diese Brücke hat ein beträchtliches Gewicht, dafür braucht sie richtige Fundamente: Das sind Bohrpfähle aus Stahlbeton, die in den Boden gerammt werden. Parallel zur Deichaufschüttung baute der Lippeverband ab August 2017 das Pumpwerk Haltern-Meinken. Hierzu wurden 64 Bohrpfähle gegossen, die bis zu 14 Metern tief in die Erde reichen. Das Pumpwerk hat eine wichtige Funktion: Im Hinterland der Deiche müssen große Flächen ständig entwässert werden. Ende 2018 ist dieses Bauwerk fertig, so Anne-Kathrin Lappe.

60 Hektar Auenlandschaft

Durch die Rückverlegung der Deiche zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl werden der Natur 60 Hektar Auenlandschaft – das entspricht 85 Fußballfeldern – geschenkt. Das sind Überflutungsflächen, die bei großen Niederschlagsmengen wie ein Regenrückhaltebecken wirken.

Die Lippedeiche sollen einem Hochwasser standhalten, das statistisch alle 250 Jahre vorkommen kann.

Im Jahr 2024 will der Lippeverband mit dem Deichbau fertig sein. Für die Umsetzung des Projektes auf beiden Seiten der Lippe werden 3,2 Millionen Kubikmeter Bodenmassen benötigt. Der Deich kostet rund 95 Mio. Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Nach schwerem Autounfall: Was wir wirklich wissen, was Spekulationen sind
Nach schwerem Autounfall: Was wir wirklich wissen, was Spekulationen sind
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Darum macht das Shoppingcenter Marler Stern vielen Besuchern wieder Spaß
Darum macht das Shoppingcenter Marler Stern vielen Besuchern wieder Spaß
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten

Kommentare