Demonstrationen

"Steht auf": BVB-Fanabteilung ruft am Spieltag zum Fantreffen gegen Neonazi-Demos auf

Neonazis haben am Tag der Deutschen Einheit zwei Demonstrationen angemeldet. Viel Gegenwind kommt von Borussia Dortmunds Fanabteilung: Sie ruft zum Fantreffen gegen Rechtsextremismus auf.

Mit 30 bis 50 rechtsextremen Teilnehmern rechnet die Polizei bei zwei Neonazi-Demonstrationen am Tag der deutschen Einheit (3.10.). Die Demonstrationen beginnen um 15 Uhr an der Mallinckrodtstaße (Ecke Nordmarkt) in der Nordstadt und um 17 Uhr am Sonnenplatz im Kreuzviertel. Die Rechtsextremisten müssen mit Gegenwind rechnen: Denn am Spieltag gegen AC Monaco in der Champions League ruft Borussia Dortmunds Fanabteilung die große BVB-Familie zum Protest gegen "verfassungsverachtende rechtsradikale Gruppen" auf. Da am Champions-League-Spieltag ohnehin viele Fans unterwegs sind, dürfte der Aufruf der Fanabteilung nicht ohne Folgen bleiben.

Fanabteilung "Steht auf für unsere Werte"

"Wir rufen alle Demokraten auf, sich an den parallel stattfindenden Kundgebungen für ein offenes, tolerantes, friedliches und menschliches Miteinander zu beteiligen und so mit ihrer Stimme ein klares Zeichen zu setzen ... Steht auf für die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung der Bundesrepublik und die Werte der Satzung des BV Borussia 09 Dortmund", heißt es in dem online veröffentlichten Aufruf. Antisemitische und volksverhetzende Szenen wie zuletzt in Dorstfeld dürften sich nicht wiederholen. Der Protest gegen die Neonazis beginnt

Das Spiel beginnt um 21 Uhr. Die Demonstrationen gegen die Neonazis liegen also "auf dem Weg" zum Stadion. Folgen viele BVB-Fans dem ungewöhnlichen Aufruf ihrer Fanabteilung, dürfte es für die Neonazis ungemütlich werden: Denn der Widerstand formiert sich dann abermals in den Reihen, in denen Rechtsextremisten immer wieder Fuß zu fassen versuchten. Mit aufklärender und politischer Arbeit gegen Diskriminierung und Rassismus haben die Fanabteilung und Fans in den vergangenen Jahren die Rechtsextremisten im Stadion und BVB-Umfeld zurückgedrängt. Mitglieder der Partei "Die Rechte" sind vom Verein längst ausgeschlossen worden.

"Für gute Werte positionieren"

Torsten Schild von der BVB-Fanabteilung: "Der Aufruf war ein spontaner Beschluss am Dienstagabend. Wir haben die widerwärtigen Bilder aus der vorletzten Woche in Dorstfeld gesehen und die antisemitischen Parolen gehört. Deshalb haben wir uns zu diesem absolut seltenen und ungewöhnlichen Aufruf entschieden. Wir müssen uns als Fanabteilung und als Verein für unsere guten Werte positionieren und dafür unsere Kräfte bündeln. Das muss ein Fantreffen gegen den Rechtsextremismus und für die Demokratie werden."

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