Deutsche Bahn

Auch Reisende am Dortmunder Hauptbahnhof vom EVG-Streik betroffen

Der Streik bei der Deutschen Bahn hat am Montagmorgen in ganz Deutschland für Chaos gesorgt. Wir haben mit Gestrandeten am Dortmunder Hauptbahnhof gesprochen.

Der Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat am Montagmorgen auch Dortmund stark betroffen. Durch die Niederlegung ihrer Arbeit von fünf bis neun Uhr morgens haben Beschäftigte der Deutschen Bahn (DB) in der ganzen Bundesrepublik für eine weitgehende Stilllegung des Bahnverkehrs gesorgt.

Die Stimmung von Betroffenen des Streiks war am Dortmunder Hauptbahnhof gemischt aber weitesgehend ruhig und verständnisvoll. Karin Gomke, deren Sohn seinen Zug nach München verpasste, hat Verständnis für den Streik und dessen Konsequenzen: "Ich verstehe die Mitarbeiter der Bahn. Es ist ihr gutes Recht für einen besseren Lohn und bessere Arbeitszeiten zu streiken."

Thomas Mazur und Pascal Pasch, sind ebenfalls am Hauptbahnhof gestrandet. Sie kritisieren nicht den Streik an sich, aber die Unklarheit und das Chaos, das dadurch entstanden ist. Die Informationspolitik der Deutschen Bahn sei nicht gut. Die Anzeigetafeln, auf denen über Verspätungen und Ausfälle informiert werden soll, seien nicht vertrauenswürdig: "Die Informationen ändern sich alle paar Minuten." Sie loben aber beide die Hilfsbereitschaft der Bahnbediensteten.

Kritik an der schlechte Kommunikation

Der Dortmunder Sven Bodenburg, ist seit 5.45 Uhr morgens unterwegs auf dem Weg nach Baden-Baden. Auch er hat kein Verständnis für die mangelhafte Kommunikation und Transparenz der DB. Er habe morgens noch in der DB-App nachgeschaut, die ihm mitteilte, dass alle seine Züge fahren würden. Im Endeffekt strandete er jedoch, nachdem er mit unterschiedlichen Ersatzzügen von Dortmund über Essen nach Düsseldorf gefahren war. Wie und ob es weiter geht, weiß er noch nicht genau. Voraussichtlich wird ihn der Weg nach Baden-Baden statt den planmäßigen dreieinhalb Stunden neuneinhalb Stunden kosten.

Aus Sicherheitsgründen fuhren einige Züge nicht, da sie zu voll waren, berichtet Sven Bodenburg. Die Bahn-Mitarbeiter hätten versucht, Passagiere dazu zu bringen, die Bahn zu verlassen, indem ihnen 30-Euro-Kulanz-Gutscheine angeboten wurden. Die Pressestelle der DB konnte das jedoch auf Anfrage nicht bestätigen. Selbst Lokführer sollen teilweise nichts über den weiteren Verlauf des Streiks gewusst haben. Einer der Züge von Sven Bodenburg endete in Essen, weil der Lokführer nicht wusste, dass das Essener Stellwerk bestreikt wird.

Als Geste der Besänftigung schenkten Mitarbeiter der Bahn am Dortmunder Hauptbahnhof kostenlos Kaffee und Wasser an Gestrandete aus. Bahnangestellte sprachen davon, dass die Stimmung verhältnismäßig gut sei und es zu keinen größeren Problemen mit aufgebrachten Passagieren gekommen sei. Zu möglichen weiteren Streiks oder anderen Informationen über die aktuelle Situation wollte sich keiner der DB-Mitarbeiter äußern.

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