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Die oft noch jüngeren Teilnehmer des Deutschen Evangelischen Kirchentages schätzen vor allem das Gemeinschaftserlebnis und die Begegnungen mit anderen. Die nächste Auflage findet im Juni in Dortmund statt.

Deutscher Evangelischer Kirchentag

Gebete und Debatten, Digitalisierung und Sport

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Kreis RE - Der Evangelische Kirchentag findet im Juni in Dortmund statt. Der Kirchenkreis organisiert eine Fahrt dorthin – und wirkt beim Programm mit.

"Was für ein Vertrauen“: So lautet die Losung des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags. Er findet diesmal im Ruhrgebiet statt, in Dortmund. 100.000 Dauerteilnehmer aus ganz Deutschland und auch Europa werden dort vom 19. bis 23. Juni erwartet. Mehr als 2000 Veranstaltungen stehen auf dem noch nicht offiziell vorgestellten Programm: Konzerte, Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge oder Theateraufführungen. Dabei geht es um Glauben und Religion – aber gerade auch um aktuelle gesellschaftliche Themen wie Migration, Digitalisierung, soziale Teilhabe oder Europa.

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen beteiligt sich mit dem Partnerkreis Gladbeck, Bottrop, Dorsten am Programm – und organisiert eine Fahrt nach Dortmund. „Der Kirchenkreis fördert die Teilnahme durch stark reduzierte Dauerkarten“, sagt Diakon Christian Stöppelmann. Vor allem junge Leute unter 25 Jahre könnten so Geld sparen. „Und gerade auch die möchten wir ansprechen“, so der neue Jugendreferent. Wobei der Deutsche Evangelische Kirchentag ja sowieso als junge Veranstaltung gilt: Über die Hälfte der Teilnehmer ist noch keine 30 Jahre alt.

Schlafen können die Teilnehmer aus der Emscher-Lippe-Region gemeinsam in einer Schule oder – vor allem die erwachsenen – in Privatquartieren. Beginnen wird der Kirchentag mit drei Eröffnungsgottesdiensten und einem „Abend der Begegnung“ in der Innenstadt. Die Vertreter der Emscher-Lippe-Region werden sich dann um einen von insgesamt zwölf Gestaltungsräumen kümmern und dort 20 Verpflegungs- und Mitmachstände aufbauen.

„Da machse watt mit“ – zum Beispiel tanzen

„Wir möchten das Thema ‚Vertrauen‘ spielerisch und gerade auch tänzerisch aufgreifen“, erzählt Pfarrer Jörg Krunke in seiner Funktion als Kirchentagsbeauftragter des Kirchenkreises. Unter dem Motto „Da machse watt mit – UNS“ soll ein Tanzlehrer mit Besuchern einfache Gruppentänze einstudieren. „Auch dafür braucht man eine gewisse Art des Vertrauens und das wollen wir Schritt für Schritt entwickeln“, erläutert Krunke. Zum Abschluss des Abends wird an verschiedenen Orten der Stadt der Abendsegen erteilt – die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, Katrin Göckenjan, ist dafür am Friedensplatz zuständig.

Auch an den darauffolgenden Tagen mischt die Emscher-Lippe-Region mit: Jugendmitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost gestalten einen Escape-Room, Pfadfinder sind als Helfer eingeteilt, die Big-Band „Swinging Brass“ tritt auf. Und im Diakonie-Forum ist die Emscher-Lippe-Region mit einem Stand unter der Überschrift „Diakonie 4.0“ vertreten. „Unser Thema ist die Digitalisierung in der sozialen Arbeit“, erläutert Michael Wiese, Sprecher der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen. „Wir wollen mit den Besuchern ins Gespräch kommen: Wo macht Digitalisierung Sinn – und wo ist sie grober Unfug?“ Besucher können am Stand den Pflegeroboter Pepper treffen und einen digitalisierten Arbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen kennenlernen.

Diskussionen auch mal „neben der Spur“

Wiese betrachtet den Kirchentag als „Geschenk“ und als Chance fürs Revier, Deutschland und der Welt zu zeigen, wie sich die Industrieregion verändert hat.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist eine Bewegung evangelischer Laien und institutionell unabhängig von den evangelischen Kirchen. „Deshalb wird dort auch mal neben der Spur diskutiert“, so Wiese. Für Krunke hat das den Vorteil, „dass wir dort mit Menschen ins Gespräch kommen können, die von der Kirche enttäuscht sind oder Berührungsängste haben“.

Kontakt und Kosten

Wer mit dem Ev. Kirchenkreis nach Dortmund fahren möchte, kann sich dafür noch bis zum 31. März anmelden. Für eine subventionierte Dauerkarte mit Quartierpauschale inkl. Frühstück und VRR-Ticket zahlen Jugendliche (bis 25 J.) 55 Euro, Studenten 56 Euro, Erwachsene 110 Euro und Familien 140 Euro. Für Fragen steht Christian Stöppelmann zur Verfügung: ( 0 23 61 / 20 62 28.

Der Kirchentag kalkuliert mit Kosten in Höhe von 18 Mio. Euro. Das Land NRW beteiligt sich mit 3,9 Mio. Euro daran, die Stadt Dortmund hat 2,7 Mio. Euro Finanz-Förderung bewilligt.

Der Abschlussgottesdienst wird im Signal-Iduna-Park stattfinden, der Heimat von Borussia Dortmund. Überhaupt: Auch das Thema „Kirche und Sport“ wird in Dortmund aufbereitet – ebenfalls unter Mitwirkung der Emscher-Lippe-Region. Katrin Göckenjan und Dr. Dietmar Kehlbreier, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis RE, machen im Vorbereitungskreis mit.

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