Die Polizei und die Verbraucherzentrale warnen vor einem Betrugsversuch im Internet.
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Die Polizei und die Verbraucherzentrale warnen vor einem Betrugsversuch im Internet.

Warnung der Verbraucherzentrale

Angeblicher Telefon-Support ist miese Abzocke: Windows-User sollen diesen Befehl eingeben

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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  • Bernd Turowski
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Die Tricks der Betrüger werden immer raffinierter: Im neuesten Fall sollen Windows-User einen bestimmten Befehl eingeben. Was dann folgt, ist eine miese Abzocke.

  • PC-User mit Windows als Betriebssystem sind beliebte Opfer von Betrügern.
  • Es wird per Telefon oder Mail versprochen, den PC von Viren zu befreien.
  • Microsoft selbst gibt Tipps, wie man solche Betrüger erkennen kann.

Update, 7.9., 14 Uhr: Wer heute noch Windows 7 auf seinem PC hat, der ist offensichtlich ein beliebtes Ziel für Betrüger aus dem Netz. In den letzten Wochen gab es wieder vermehrt Beschwerden und Anrufe bei der Verbraucherzentrale, in denen Bürger ihre Erfahrungen schilderten. Oft melden sich die Betrüger per Telefon und behaupten, Support-Mitarbeiter von Microsoft zu sein: Dann versuchen sie, dass die Opfer unter ihrer Anleitung bestimmte Schritte am PC ausführen. Zusätzliche Betrugsversuche laufen über E-Mails, infizierte Webseiten und Pop-Ups.

Windows-User sollen einen Befehl eingeben als Beweis

Die neueste Masche: „Einige Verbraucher berichten, dass sie aufgefordert wurden, den Befehl ‚assoc‘ einzugeben, um das angebliche Computerproblem zu beweisen. Das anschließend erscheinende Tool zeigt unter anderem die Zeile {888DCA60-FC0A-11CF-8F0F-00C04FD7D062} an, die der angebliche Microsoft-Mitarbeiter per Telefon zur Verifizierung durchgibt", informiert die Verbraucherzentrale. Allerdings ist diese Zeile auf allen Systemen identisch - es handelt sich hierbei also nicht um die Computer-ID. Es gibt auch immer mehr Beschwerden bei den Verbraucherzentralen zu gefälschten Warnhinweisen am PC. Die sehen aus, als handele sich um eine Sicherheitswarnung von Windows. Hierbei werden Sie aufgefordert, den angeblichen Microsoft-Support anzurufen, um Ihren Rechner von Viren befreien zu lassen. Angebliche Mitarbeiter von Microsoft bieten dann an, gegen Bezahlung per Fernwartung den Rechner zu reinigen.

Update, 20.2.: Die Masche der Betrüger, die sich für Microsoft-Mitarbeiter ausgeben und so versuchen, eine schädliche Fernwartungssoftware beim ahnungslosen PC-Nutzer zu installieren, ist weiterhin aktuell. Auch die Verbraucherzentrale Recklinghausen warnt vor solchen Fällen. Im Gespräch mit Radio Vest erklärt Martin Meiser: "Nach Rücksprache mit Microsoft ist uns mitgeteilt worden, dass Microsoft prinzipiell keine Menschen anruft."

Update, 27.1.: Immer wieder gibt es Meldungen über Versuche von Hackern, Zugang auf die Rechner von Privatleuten zu bekommen. Die Methode ist immer die gleiche: Aktuell geht es in Anrufen, die vom angeblichen "Support Center" von Microsoft kommen, um das Ende des Supports für das Betriebssystem Windows 7. Seit dem 14. Januar gibt es nur noch unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, einen kostenlosen Support zu erhalten. 

Die Angst von PC-Nutzern vor Virenbefall oder Schäden am Computer nutzen die Betrüger aus: So würden diese behaupten, "das Betriebssystem vor Schäden schützen zu wollen und beim Umstieg auf neuere Windows-Versionen zu helfen", berichtet die Verbraucherzentrale

Falschmeldungen sehen aus wie echte Warnhinweise

Doch nicht nur am Telefon droht diese Betrugsmasche: Auch direkt am Bildschirm öffnen sich vermehrt Browserfenster, die so aussehen, als seien es offizielle Sicherheitswarnungen. Dabei werden User aufgefordert, eine bestimmte Nummer anzurufen und ihren Rechner von Viren befreien zu lassen. "Die Hinweistexte erscheinen oft beim Surfen im Internet und blockieren den kompletten Bildschirm", heißt es von den Verbraucherschützern - am Ende sind es aber nur penetrante Werbeanzeigen. Die Masche hat mittlerweile sogar eine eigene Bezeichnung: Sie ist als "Tech Support Scam" bekannt geworden. Hat der Kunde erstmal durch die Installation von Software den Betrügern Tür und Tor geöffnet, können diese die sensiblen Daten ausspähen, den Rechner fernsteuern und den User erpressen. 

Update, 9.9.2019: In den vergangenen Tagen haben erneut mehrere Bürgerinnen und Bürger in Gelsenkirchen Strafanzeigen bei der Polizei erstattet, weil sie von vermeintlichen Mitarbeitern von Microsoft angerufen worden seien. Die Tatverdächtigen gaben vor, dass der Computer der Geschädigten gehackt worden sei und forderten Daten von den Betroffenen. In einem Fall drohte der Anrufer, dass der Computer explodieren würde, wenn seine Anweisungen nicht befolgt werden.

Die Polizei warnt daher erneut ausdrücklich:

  • Mitarbeiter von Microsoft rufen von sich aus nicht bei ihren Kunden oder Bürgern an. Sie schicken auch keine Warnmitteilung auf einen Computer oder verkaufen eine Spezialsoftware zum Entfernen von Viren, Trojanern und anderen unerwünschten Programmen.
  • Geben Sie Fremden niemals Zugriff auf Ihre digitalen Endgeräte wie PC, Tablet oder Handy.
  • Auch Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoverbindungen gehören nicht in fremde Hände.

Update, 5.9.2019: Offensichtlich ist die Betrugsmasche aktuell sehr beliebt - zumindest bei den Tätern: In Niedersachsen warnt die Polizei jetzt davor, auf die Forderungen der Telefonbetrüger einzugehen.  „Legen Sie am besten bei entsprechenden Anrufen gleich wieder den Hörer auf. Denn am anderen Ende der Leitung sind höchstwahrscheinlich Betrüger, die nichts mit Microsoft zu tun haben, sondern in einem Call-Center sitzen“, schreibt die Polizei aus Lüchow-Dannenberg

So haben wir bisher berichtet: Betroffene Computernutzer aus Recklinghausen, Dorsten und Marl meldeten sich jetzt in unserer Redaktion und schilderten den Fall. Ausgangspunkt war der Anruf eines angeblichen „Microsoft Support-Centers“. 

„Wir haben festgestellt, dass von Ihrem Rechner verdächtige Aktivitäten, wie Viren oder Malware ausgehen“, heißt es in der Begrüßung am Telefon von einer Frau, die die deutsche Sprache bestenfalls über Lautschrift kennt. Man solle doch einmal den Rechner einschalten, um das zu überprüfen, heißt es weiter. 

Betrugsmasche über fingierte Webseiten

Wer darauf eingeht, steckt schon in der Falle. Neu ist der Trick eigentlich nicht. Die Bochumer Firma G DATA hatte schon vor zwei Jahren ein Video über diese Masche auf YouTube eingestellt, aber augenscheinlich scheint der Trick noch immer zu funktionieren. 

Damals fing man die User über manipulierte Webseiten, die sich nicht mehr wegklicken ließen und eine Supportnummer offerierten. Neu ist nun, dass die User - wie aus dem Nichts - über eine anonyme Rufnummer angerufen werden. Geht man auf die angebotene Hilfe ein, sollen Tools heruntergeladen werden, um helfen zu können. Schon hat der vermeintliche Supporter Kontrolle über den PC und sperrt klammheimlich den PC-Besitzer aus der Benutzerkontensteuerung von Windows aus.

Betrüger bieten Hilfe gegen Zahlung von 200 Euro

Mit Schwarzmalereien und Panikmache kommen die Betrüger danach auf den Punkt: Für rund 200 Euro könne man den Rechner reinigen und für 500 Euro bekäme man sogar einen Lifetime-Support. Wer nun angesichts der horrenden Kosten ablehnt, erlebt kurze Zeit später eine böse Überraschung, denn das Windows-Login funktioniert danach nicht mehr. Somit ist man in den Händen der Erpresser. Übrigens: Auch bei Einwand eines Users, dass er nur mit Linux arbeite, war dies für das angebliche Microsoft-Support-Center kein Problem. Auch da helfe man doch gerne...

Den Betroffenen ist in diesem Fall übrigens kein Schaden entstanden: Dank ihres gesunden Misstrauens haben sie allesamt die Betrüger noch rechtzeitig abblitzen lassen.

Tipps von der Verbraucherzentrale

Der Verbraucherzentrale sind solche Maschen ebenfalls bekannt. Sie hält unter anderem folgende Tipps parat: 

  • Haben Sie bereits mit einem angeblichen Support-Mitarbeiter gesprochen und ihn auf Ihrem PC arbeiten lassen, kann es sein, dass Schadsoftware auf Ihrem Computer installiert wurde. Trennen Sie dann Ihren PC vom Netz und lassen Sie ihn von einem Experten prüfen.
  •  Ändern Sie anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten – vor allem Ihre Zugänge zu E-Mail-Konten, Online-Banking und Online-Shops.
  •  Lassen Sie sich nicht von Drohungen irritieren, wonach die Anrufer Ihre Windows-Version löschen, wenn Sie das Programm nicht installieren. 
  • Sind Sie betroffen, melden Sie den Betrugsfall der Polizei.

Microsoft schickt nach eigenen Angaben unaufgefordert keine E-Mails an Sie, noch fordern Mitarbeiter per Telefonanruf oder Sicherheitshinweis am PC persönliche oder finanzielle Daten an. Das Unternehmen bietet aber ein Online-Formular an, über das Betrugsfälle gemeldet werden können.

Um einen Betrugsvorwurf geht es auch für die Reporterlegende Werner Hansch.

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