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So sah der U-Turm bei der Eröffnung 2010 aus - seit dem wartet das Museum Ostwall darauf, dass endlich die Depots fertig und funktionstüchtig sind.

Digitalisierung

Neue Ansprüche der Besucher - Museen wollen mitziehen

Bonn (dpa/lnw) - Faltblätter und klassische Führungen - nicht jeder Museumsbesucher findet das toll. Die Kunstmuseen wollen reagieren und setzen auf Digitalisierung. Aber das ist teuer, und dafür fehlt das Geld.

Viele Museen wollen ihre Sammlungen verstärkt mit Hilfe digitaler Medien präsentieren. "Wir haben ein gewandeltes Publikum, das Inhalte vor allem digital wahrnimmt", sagte Stefan Berg, der Intendant des Bonner Kunstmuseums und Sprecher eines Verbundes von rund drei Dutzend Kunstmuseen in NRW. Vor allem für jüngere Besucher würden klassische Angebote wie Führungen, gedrucktes Material oder Begleittexte verzichtbarer.

Berg sagte, es gebe auf kommunaler und Landesebene die Aufforderung an die Museen, die Digitalisierung voran zu treiben. Allerdings handele es sich um große Investitionen. "Ohne starke Starthilfe wird es gar nicht gehen", sagte der Museumschef. Zumal in den vergangenen Jahren die Museumsetats gekürzt worden seien. In dem informellen Museumsverbund sind unter anderem vertreten das Kölner Museum Ludwig, die Kunsthalle Bielefeld und das Ostwall Museum in Dortmund.

Bei der Digitalisierung geht es um die Erfassung der Bestände und das Dokumentieren in Datenbanken, aber auch um Vermittlung und Informationen für Besucher. Auch die Präsenz in Sozialen Medien gehört dazu. "Digitalisierung fördert die Sichtbarkeit der Museen", betonte Regine Zeller, die Vorsitzende des Verbandes Rheinischer Museen. Bislang werde Digitalisierung nur stockend umgesetzt.

Zudem erschwert das Urheberrecht die Darstellung von Kunst aus Museumssammlungen in Apps und Internet. Nach Ansicht der VG Bildkunst, die über die Rechte der Künstler an ihren Bildern wacht, soll für jede digitale Abbildung gezahlt werden. "Deshalb wird man im Bereich der Gegenwartskunst keine Museums-Webseite finden, auf der die Sammlung komplett zu sehen ist", sagte Museumschef Berg. Erst wenn Künstler 70 Jahre tot sind, können Abbildungen rechtefrei veröffentlicht werden.

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