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Julia Borries, Wilhelm Neurohr und Tobias Krupp (v.l.) organisieren das Workshop-Forum „Arbeit 4.0“ im Max-Born-Berufskolleg.

Digitalisierung

Nicht hinterherlaufen, sondern gestalten

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KREIS RECKLINGHAUSEN - Beim Workshop-Forum „Arbeit 4.0“ soll über die Chancen und Risiken der Digitalisierung diskutiert werden – und jeder kann mitmachen.

Wie verändert sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung? Welche Folgen hat diese Entwicklung für die Gesellschaft? Und was muss getan werden, damit das alles menschlich abläuft? Fragen wie diese sollen beim Workshop-Forum „Arbeit 4.0“ erörtert werden. Dieses findet am Samstag, 17. November, von 10 bis 15 Uhr im Recklinghäuser Max-Born-Berufskolleg statt.

Dabei wollen Experten aus Kirchen, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik aber nicht unter sich bleiben, sondern mit denen diskutieren, die es betrifft: Kollegschülern, die sich gerade für einen Beruf ausbilden lassen, jungen Frauen und Männern, die sich mit einer innovativen Idee selbstständig machen wollen – oder eben den ganz normalen Arbeitnehmern. Die Bundesagentur für Arbeit hat gerade erst eine Studie veröffentlicht, wonach in NRW möglicherweise deutlich mehr Jobs durch den Einsatz von Computern, Robotern und anderen neuen Techniken bedroht seien als bisher gedacht. Rund 1,8 Millionen Beschäftigte, so die Arbeitsagentur, arbeiteten hier in Berufen, in denen mindestens 70 Prozent der Aufgaben von Maschinen und Computern übernommen werden könnten.

Sowohl Chancen als auch Risiken sind zu beachten

Studien wie diese sorgten bei Arbeitnehmern natürlich für Unbehagen, sagt Julia Borries von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Recklinghausen. „Trotzdem wollen wir die Digitalisierung nicht per se verteufeln. Uns geht es stattdessen darum, wirklich alle Facetten des Themas zu beleuchten – also die Chancen und die Risiken.“ Veranstalter des Workshop-Forums sind neben der Evangelischen Erwachsenenbildung die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), der DGB Region Emscher-Lippe und das iWiPo-Institut für Wissenschaft, politische Bildung und gesellschaftliche Praxis.

„Das Thema Digitalisierung soll uns nicht überrollen, sondern wir wollen es selbst mitgestalten“, nennt Wilhelm Neurohr (iWiPo) ein weiteres Anliegen der Organisatoren. „Wenn man einer Entwicklung hinterherläuft, immer nur reagiert, dann macht sich Hilflosigkeit breit, entsteht Angst.“ Deshalb sei es ein Ziel, dass die Autonomie des Einzelnen wieder gestärkt werde, er seine Handlungskompetenz zurückerlange – durch Informationen.

Mit dem Begriff „Arbeit 4.0“ werden aktuelle und zukünftige Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung zusammengefasst. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang beispielsweise über die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort: Mit dem Laptop kann schon heute in vielen Berufen theoretisch von jedem beliebigen Ort aus jederzeit an einem Projekt gearbeitet werden. „Da stellt sich die Frage, wie da der Arbeitsschutz noch sichergestellt werden kann“, sagt Tobias Krupp vom DGB. Gleiches gelte für die Frage der betrieblichen Mitbestimmung bei neuen Arbeitsmodellen wie etwa Co-Working.

Workshops mit Experten

Das Workshop-Forum „Arbeit 4.0“ findet am Samstag, 17. November, von 10 bis 15 Uhr im Recklinghäuser Max-Born-Berufskolleg statt (Campus Vest 3). Jeder Interessierte ist willkommen, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 5 Euro.

Die Referenten und Gesprächspartner in den Workshops sind: Dominik Schad (Leiter Jobcenter Kreis RE), Hermann Hölscheidt (Diözesansekretär Münster), Achim Vanselow (DGB Bezirk NRW), Dr. Hans Hubbertz (Ev. Kirchenkreis), Eva-Maria Wobbe (Startercenter Kreis RE) und Michaela Evans (Institut für Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule).

Und auch für Wilhelm Neurohr stellen sich in Zeiten von „Arbeit 4.0“ uralte Fragen ganz neu. Etwa die, ob Wirtschaft und Technik dem Menschen dienen sollen – oder umgekehrt? Oder die Verteilungsfrage: Wer wird wie bezahlt, wenn die weitere Digitalisierung zu mehr Produktivität führen sollte – aber gleichzeitig auch zu weniger Arbeitsplätzen? Abschließende Antworten wird es dazu kaum geben bei der Veranstaltung im Max-Born-Berufskolleg. Aber vielleicht ja wirklich neue Erkenntnisse.

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