Digitalisierung

T-Shirts bedrucken – im digitalen Eiltempo

Kreis RE - Die Smake GmbH ist ein Kandidat beim Vestischen Unternehmenspreis –auch wegen selbst entwickelter Soft- und Hardware.

"Das Geheimnis der Digitalisierung lautet: Sei schneller und teile“, sagt Thomas Drees, Geschäftsführer der Smake GmbH. Das Unternehmen aus Castrop-Rauxel bedruckt oder bestickt Textilien und hat die Produktionsprozesse durch eigene Soft- und Hardware-Entwicklung deutlich optimiert.

Die Smake GmbH ist ein Kandidat für den Vestischen Unternehmenspreis, der in diesem Jahr zum 14. Mal vergeben wird, die Firma wurde vom studentischen Projektteam der FH Gelsenkirchen in den engeren Kreis der sechs nominierten Kandidaten aufgenommen. Digitalisierung lautet diesmal das Stichwort. Bestellen, drucken, versenden: Das alles passiert bei Smake innerhalb von Minuten. Seit zwei Jahren arbeitet das Unternehmen mit einer Cloud-basierten Software, die im Unternehmen entwickelt und inzwischen auch weltweit vertrieben wird.

Michael Böhm hat den Unternehmenspreis "erfunden"

Der Firmenname „Smake“ ist eine Kombination aus „Stick“ und „make“ bzw. „Shirt“ und „make“. 37 Mitarbeiter sind in Castrop-Rauxel tätig, der Anteil der IT-Spezialisten wächst. „Zehn Leute gehören inzwischen zu unserer IT-Abteilung“, sagt Thomas Drees. „Darunter ein fünfköpfiges Entwicklerteam, das in einem abgeschotteten Raum ohne Telefon, E-Mail oder Kundenkontakt ausschließlich an der Softwareentwicklung arbeitet.“ Leiter der IT-Abteilung ist Mitgesellschafter Tobias Stewen.

„Im Ruhrgebiet stellen die Firmen ihr Licht oft unter den Scheffel, viele sind weit besser, als man ahnt“, sagt Michael Böhm, der den Vestischen Unternehmenspreis „erfunden“ hat und regelmäßig organisiert. Angefangen hat bei Smake alles allerdings nicht im Ruhrgebiet, sondern weit weg: 1995 in Kapstadt in Südafrika. Von dort wollten die heutigen Geschäftsführer Mark Busche und Thomas Drees Surf-Ausrüstungen und Kleidung für Europa importieren. Aber sie fanden die Qualität nicht ausreichend, begannen deshalb in Deutschland selbst zu produzieren. Los ging es mit dem Besticken von Textilien, später kam der Druck individualisierter und personalisierter Motive dazu.

Bestellt wird über den Online-Shop, zunehmend aber auch über Shops von Partner- und Kundenunternehmen, die über eine Schnittstelle mit dem Smake-System verbunden sind: Produziert wird ab einer Stückzahl von einem Shirt.

Die Dekra gehört auch zu den Kunden

„Ein Mitarbeiter beispielsweise der Dekra, die zu unseren Kunden gehört, bestellt in deren Shop ein Shirt mit Firmenlogo und Namensaufdruck. Die Bestellung geht an uns, er hat das Shirt normalerweise am nächsten Tag“, erläutert Thomas Drees den Produktionsablauf. Dabei tritt Smake selbst in den meisten Fällen nicht mehr offen auf, arbeitet lediglich im Hintergrund.

Jeder Auftrag wird elektronisch erfasst, ein Strichcode am Kleidungsstück angebracht, der bei jedem Arbeitsschritt eingescannt wird. Scannen, Prüfen, Ausführen sind die Arbeitsschritte, die fehlerfrei ablaufen. „Mit diesen optimierten Wegen ist es möglich, auch in Deutschland gewinnbringend im Textilsektor zu produzieren“, so Thomas Drees.

Inzwischen erweitert sich das Geschäft: Die selbst entwickelten Hard- und Software-Lösungen finden weltweit Absatz. Die IT-Abteilung werde sich voraussichtlich verdoppeln, schätzt Thomas Drees. „Smake ist die Textildruckerei der Generation Online“, titelte unlängst ein Fachmagazin. Und nicht nur das: Inzwischen entwickeln sich aus den Ergebnissen der konsequent verfolgten Digitalisierung neue Geschäftsfelder. Hier hat sich das Castroper Unternehmen in einem spezialisierten Nischenbereich eine weltweite Vorreiterrolle erarbeitet.

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