Am Donnerstagabend

Demokraten setzten in der Innenstadt ein starkes Zeichen gegen Rechtsextreme in Dortmund

Bis zu 500 Bürger haben sich am Donnerstagabend einer Demo von Rechtsextremen entgegengestellt und ein starkes Zeichen gesetzt. Zwei Dutzend Rechte protestierten gegen "die Massenmedien".

Bis zu 500 Bürger, darunter Vertreter demokratischer Parteien und anderer Gruppen, haben am Donnerstagabend ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rechtsextremismus in Dortmund gesetzt. Sie stellten bei einer von der SPD Dortmund initiierten Kundgebung auf dem Westenhellweg die rechte Szene der Stadt ins Abseits.

Nur 25 Rechtsextremisten waren da - weniger als angekündigt

Die Rechtsextremisten führten ihrerseits in der Potgasse, gerade einmal 20 Meter entfernt, eine Versammlung durch. Vor dem Gebäude der Ruhr Nachrichten wollte man gegen die "gesamten Massenmedien" protestieren. 25 Rechtsextremisten waren ab 19.30 Uhr da - deutlich weniger als bis zu 80 angekündigten.

"Diesen kläglichen Haufen muss man dann aushalten können", sagte Dortmunds SPD-Parteichefin Nadja Lüders. Mit der großen Resonanz aufseiten der demokratischen Demonstranten war sie sehr zufrieden: "Das zeigt deutlich: Wir sind mehr." Zu den Teilnehmern der bunten Demonstration zählten auch Mitglieder des Rates, der seine Sitzung vorübergehend unterbrach, sowie Polizeipräsident Gregor Lange.

Die Demonstranten konterten die Durchsagen der Neonazis mit gellenden Pfiffen sowie "Nazis raus"- und "Wir sind mehr"-Rufen. Um 20.30 Uhr, nach wenig Inhalt und viel brachialer Musik, machten die Rechten Feierabend. Die Demokraten jubelten - sie hatten deutlich gemacht, dass für Rechtsradikale in Dortmund kein Platz ist.

Rat verabschiedet zwei Resolutionen gegen Antisemitismus

Am Freitag vor einer Woche hatten Rechte bei Demonstrationen in Marten und Dorstfeld antisemitische Parolen skandiert und für Empörung gesorgt. Aus Solidarität mit den in Dortmund lebenden jüdischen Menschen hat der Rat gleich zwei von Fraktionen eingebrachte Resolutionen verabschiedet. Darin verurteilt er den offen zur Schau gestellten Antisemitismus.

Die Polizei war öffentlich kritisiert worden, weil sie die Umzüge nicht gestoppt hatte. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte sich am Donnerstagmittag im Innenausschuss des Landtags zu dem Einsatz. Die Zahl der Polizisten sei "ausreichend und gut" gewesen, 86 Beamte hätten bis zu 100 Demonstranten begleitet: "Es war praktisch eine 1:1-Situation. Das würden sich Polizisten manchmal wünschen."

Wegen der Demo schlossen einige Geschäfte früher

Wegen der rechten Demonstration hatten einige Geschäfte in der Umgebung am Donnerstag früher geschlossen.

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