Vor dem Landgericht Dortmund hat ein Totschlagsprozess begonnen.
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Vor dem Landgericht Dortmund hat ein Totschlagsprozess begonnen.

Leiche in Koffer gepackt

Grausiger Fund am Bahnhof in Dortmund - 24-Jähriger vor Gericht

Ein Mann soll seine Partnerin getötet haben. Dann packte er die Leiche angeblich in einen Koffer und stellte ihn an einem Bahnhof in Dortmund ab. Jetzt steht er vor Gericht. Ihm drohen 15 Jahre Haft.

Update, 17:33 Uhr

Nach dem Fund einer Leiche in einem Koffer in Dortmund hat am Montag in Dortmund der Prozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft hat den 24-jährigen Afghanen Mokhtar H. wegen Totschlags angeklagt. Mit 76 Messerstichen soll er in Lütgendortmund seine Ehefrau getötet und die Leiche anschließend in einen großen Koffer gepfercht haben. Den Koffer stellte er später offenbar in einer Garage in der Nähe des S-Bahnhofs ab.

Als die Polizei zum ersten Mal in die Tatwohnung gerufen wurde, fehlte von der Leiche noch jede Spur. Klar war aber schon am Sonntag, 28. Juli, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste. Ein Freund der Wohnungsinhaberin hatte den Auftrag gehabt, die beiden Kinder der Frau aus der Wohnung zu holen und hatte dabei einen großen Blutfleck auf dem Wohnzimmerboden entdeckt.

"Hier ist ein riesiger Blutfleck"

Der Zeuge hatte daraufhin die Beamten alarmiert: „Kommen Sie schnell, hier ist ein riesiger Blutfleck.“ Die Polizei hatte jedoch zunächst einige Schwierigkeiten, die persönlichen Verhältnisse vor Ort aufzudröseln. Die Wohnungsmieterin, die Mutter der beiden fünf und neun Jahre alten Kinder, hielt sich zu diesem Zeitpunkt nicht in Dortmund auf. Sie hatte ihre Freundin gebeten, auf ihren Sohn und ihre Tochter aufzupassen. Jene Freundin war die 21-jährige Ex-Frau von Mokhtar H. die erst wenige Wochen zuvor zu Besuch gekommen und jetzt so plötzlich verschwunden war.

Weil schnell klar war, dass es zwischen den Eheleuten einen Streit gegeben haben musste, geriet der 24-Jährige logischerweise ins Visier der Ermittler. Diese machten den Afghanen am Tag darauf an dessen Wohnort in Zwickau ausfindig und nahmen ihn fest.

Viele "rote Punkte" im Gesicht - vermutlich Blutspritzer

Bis zu diesem Zeitpunkt war noch immer nicht klar, was der 21-Jährigen zugestoßen war. Sehr vorsichtig hatten die Polizistinnen jedoch versucht, die Kinder zu vernehmen - und dabei Erfolg gehabt. Der neunjährige Junge erzählte den Beamtinnen von seiner „Tante“, die auf ihn und die Schwester aufgepasst habe, am Sonntagmorgen aber einmal ganz laut gebrüllt habe.

Später habe deren Mann, der „Onkel“ in der Tür gestanden und gesagt, er würde mal schnell wegfahren, um Pizza zu holen. „Der Junge sagte, der Onkel habe so viele rote Punkte im Gesicht gehabt“, berichtete eine Polizistin am Montag vor Gericht. Wahrscheinlich waren das Blutspritzer.

Anklage lautet auf Totschlag

Bei der Obduktion der Leiche stellten die Ärzte unzählige schwere innere Verletzungen fest. Die Brusthöhle war sowohl von hinten als auch von vorne mehrfach eröffnet worden. Beide Lungenflügel waren kollabiert. Als Todesursache steht Verbluten eindeutig fest. Trotz der Grausamkeit, mit der der Täter vorgegangen ist, sieht die Staatsanwaltschaft derzeit ein Mordmerkmal noch nicht gegeben. Die Anklage lautet daher - zumindest vorerst - auf Totschlag. Die Höchststrafe dafür beträgt 15 Jahre Haft.

Martin von Braunschweig

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