Die Dortmunder Nordstadt hat mehr zu bieten als Kriminalität - etwa wunderschöne Gründerzeithäuser. Die Dortmunder Polizei zeigt in dem Problemviertel verstärkt Präsenz.
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Die Dortmunder Nordstadt hat mehr zu bieten als Kriminalität - etwa wunderschöne Gründerzeithäuser. Die Dortmunder Polizei zeigt in dem Problemviertel verstärkt Präsenz.

Polizeipräsident legt Bilanz vor

Voller Einsatz: Polizei kämpft um die Sicherheit in der Dortmunder Nordstadt

  • Dr. Thomas Brysch
    vonDr. Thomas Brysch
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Die Dortmunder Nordstadt ist im Revier berüchtigt. Die Kriminalität ist hoch. Doch es gibt auch gute Nachrichten aus dem Viertel. Die Polizei verspricht den Menschen mehr Sicherheit.

  • Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange sieht die Dortmunder Nordstadt auf der Erfolgsspur.
  • Die Kriminalitätsrate in dem Viertel sinkt seit Jahren.
  • Die Polizei verspricht den Menschen vor Ort, im Kampf gegen die Kriminalität weiter Vollgas zu geben.

Es gibt zwei Zahlen, die das Problem der Dortmunder Nordstadt verdeutlichen: Ausländeranteil: 52 Prozent,  Arbeitslosenquote: 21 Prozent. Daraus erwächst eine Kriminalität, die das Viertel mit seinen 60.000 Einwohnern berüchtigt gemacht hat. Die Dortmunder Polizei kämpft hier seit Jahren um die Sicherheit der Menschen - und sie hat echte Erfolge vorzuweisen.

"Wir tun alles dafür, auf dieser Erfolgsspur zu bleiben"

"Die Dortmunder Nordstadt ist seit einigen Jahren auf der Erfolgsspur und wir tun alles dafür, auf dieser Erfolgsspur zu bleiben", bilanziert Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange nach einem Rundgang durch das Viertel und sagt: "Ich registriere, dass die intensive Arbeit der Polizei gemeinsam mit den Sicherheitspartnern in der Nordstadt Jahr für Jahr zu sinkender Kriminalitätsbelastung des Stadtteils führt."

Ein Viertel in Aufbruchstimmung

Der Kampf der Polizei macht Sinn, denn der  multikulturelle Schmelztiegel der Westfalenmetropole hat einiges zu bieten. Die Nordstadt gilt als größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel Nordrhein-Westfalens. Die Gastronomie in dem traditionsreichen Arbeiterviertel floriert und vermehrt wird es von Studenten, Freischaffenden, Künstlern und Kreativunternehmern als Wohn- und Arbeitsstandort gewählt.

"Kriminelle Strukturen können sich nicht mehr ausbreiten"

Auch in den schwierigen Corona-Zeiten sind die Beamten auf dem Posten. "Es ist kriminellen Strukturen nicht gelungen zu wachsen und sich auszubreiten", so der Polizeipräsident. "Im Gegenteil: auch ohne Corona zeigen die Zahlen bereits seit langem einen deutlichen Abwärtstrend." 

Schwerpunkteinsätze zeigen Wirkung

Mit stetigen Kontrollen und Schwerpunkteinsätzen hat die Dortmunder Polizei auch in dieser schwierigen Zeit gezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist. So sank die Gesamtzahl der Straftaten seit 2016 von 14.459 Fällen auf 10.669.

Für die Straßenkriminalität ist der Rückgang noch deutlicher: Von 4.086 Fällen in 2016 auf  2.314 in 2019.

Beim Taschendiebstahl waren es im Jahr 2016 598 Taten,  2019 noch 241 Taten - ein Rückgang um rund 60 Prozent.

Es gibt aber auch Handlungsfelder, in denen die Zahlen nach deutlichen Rückgängen zurzeit stagnieren oder leicht ansteigen. Hier wären zu nennen

- die Gewaltkriminalität: (2016: 840, 2018: 728, 2019: 729)

- Raubdelikte: ( 2016: 291, 2018: 201, 2019: 205)

Wohnungseinbruchsdiebstahl: (2016: 309 Taten, 2018: 146, 2019: 162)

Die Polizei setzt auf hohen Kontrolldruck

Nach zuletzt sinkenden Zahlen im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität (2018: 1705, 2019: 1513), hat die Polizei die Kontrollmaßnahmen erneut erhöht. In der vergangenen Woche (25.-31. Mai) fanden allabendlich Kontrollen in konzentrierten Schwerpunkteinsätzen des Einsatztrupps Nord und des Schwerpunktdienstes Nord statt. Ob am Borsigplatz, im Bereich des Nordmarktes oder im Keuningpark, überall setzen intensive polizeiliche Einsätze auch in Zukunft kriminelle Strukturen unter Druck. 

Die Bilanz allein der letzten Mai-Woche:

- 107 Identitätsfeststellungen

- 16 Ingewahrsamnahmen / Festnahmen

- 42 Strafanzeigen

- 198 Verwarngelder

- 10 Sicherstellungen (Drogen, Waffen, sonstiges)

- Bargeldsicherstellungen im Gesamtwert von 4198,50 Euro.

Münsterstraße bekommt Videoüberwachung

Die Dortmunder Polizei will ihren Kampf fortsetzen. Ihr Chef Gregor Lange macht den Menschen des Problemietels Mut: "Die Anwohner, Geschäftsleute und Besucher der Nordstadt können darauf vertrauen, dass die Polizei Dortmund hier weiterhin einen Schwerpunkt setzen wird, um diesen Stadtteil immer sicherer zu machen. Deshalb geht in Kürze auch zusätzlich die Videobeobachtung der Münsterstraße an den Start."

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