Zoo Dortmund

Die Rückkehr des Pumas

DORTMUND - Der letzte Puma im Dortmunder Zoo ist im Jahr 2001 an Altersschwäche gestorben. Jetzt soll die Raubkatze zurückkehren - in ein Gehege, versteht sich, von den Zoofreunden Dortmund finanziert. Dafür müssen aber andere Tiere weichen.

Wo sich heute noch die Rehe und Störche eine Wiese mit Unterholz teilen - neben dem Amazonas-Haus und gegenüber der Australien-Anlage - planen die Zoofreunde gemeinsam mit der Zooleitung eine neue Attraktion: Dort will der Zoo nach rund zwei Jahrzehnten wieder Pumas zeigen.

"Das passt sehr gut zum Südamerika-Schwerpunkt des Zoos und ist attraktiv für die Besucher. In deutschen Zoos sind Pumas zudem nur sehr selten zu sehen", erläuterte gestern der Vorsitzende der Zoofreunde, Prof. Dr. Stefan Dieterle, in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Noch diesen Monat wird es einen ersten Termin mit einem Zooarchitekten geben. Schon im nächsten Jahr soll es losgehen mit dem Bau, sagt Dieterle.

Bereits 2013 gab es bei Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter Überlegungen, wieder Pumas anzuschaffen. Was fehlte, war unter anderem Geld. Dieterle: "Wir gehen davon aus, dass solch ein Gehege 200.000 bis 300.000 Euro kosten wird." Sponsoren sollen helfen, die Summe zu stemmen. Namensvetter Puma - auch Unterstützer von Borussia Dortmund - wäre wie der BVB selbst hoch willkommen. Ansonsten helfen auch einzelne Bausteine, die die Zoofreunde "verkaufen" wollen. Für 50 Euro würde man namentlich und sichtbar aufgeführt.

Als gut zwei Meter lange Katze gehört der Puma zu den größten Beutegreifern in Amerika, zählt aber zoologisch zu den Kleinkatzen und ist nicht näher mit den fünf Großkatzenarten Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar und Schneeleopard verwandt. Wichtigstes Merkmal ist das stark verknöcherte Zungenbein. Daher können Pumas nicht wie Großkatzen brüllen. Sie miauen eher. Im Dortmunder Zoo gibt es aktuell nur den kleinen Verwandten des Pumas zu sehen, den Jaguarundi.

Das neue Puma-Gehege mit 120 Quadratmetern und mindestens drei Meter Höhe soll in Analogie zu dem im Jahr 2013 fertiggestellten Leopardengehege gebaut werden, als leichte, ringsum geschlossene Stahlgitterkonstruktion mit Einsichtscheiben und vielen Klettermöglichkeiten für die geschmeidigen Tiere, die auch Berglöwen oder Silberlöwen genannt werden. Auch ein Wasserspiel ist vorgesehen.

Bevor es richtig losgeht, soll nächstes Frühjahr nach drei Jahren Bau- und Planungszeit erst mal das aktuelle Projekt der Zoofreunde eröffnet werden: die begehbare Ibis-Voliere. 160000 Euro haben die Zoofreunde dafür investiert und in vielen Stunden Eigenarbeit beim Abriss der alten Voliere und der Bepflanzung des Außenbereichs mit angepackt. Immer wieder war es jedoch zu Verzögerungen gekommen. "Dieses Mal wollen wir es schneller schaffen", sagt Prof. Dieterle.

Wie berichtet, investiert auch die Stadt in ihren Zoo. 31 Millionen Euro bis 2023, darunter für eine neue Robbenanlage, einen Ersatzbau für das marode Amazonashaus, ein "Streichelbecken" für Koikarpfen und eine begehbare Eulenruine. Die Rehe - drei in die Jahre gekommene Damen -, hätten ohnehin umziehen müssen - wegen der Zecken, von denen sie am bisherigen Standort besonders geplagt werden. Doch vermutlich werden sie den Zoo ganz verlassen. Ein Asyl soll bereits gefunden sein.

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